Das war das Mac-Jahr 2009 |
Apples Chiplieferant soll eklatant gegen EU-Wettbewerbsrecht verstoßen haben. Gegen die Verurteilung zu Zahlung einer Rekordbuße legt Intel jedoch Berufung ein. Psystar geht in Gläubigerschutz nach Chapter 11 und bereitet sich auf den Urheberrechtsprozess gegen Apple vor.
Von Redaktion Macwelt (25.12.2009)
Intel muss wegen Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung ein Bußgeld von über einer Milliarde Euro an die EU zahlen. Der Hersteller soll Kunden über Jahre Rabatte gewährt haben, wenn sie im Gegenzug Intels Konkurrenz mieden.
Nach Ansicht der EU hat Chipproduzent Intel seine Position auf dem Markt dazu ausgenutzt, um dem Konkurrenten AMD gezielt zu schaden und damit den Wettbewerb zu behindern. 1,06 Milliarden Euro kostet das Unternehmen dies nun. Intel soll Kunden, also PC-Herstellern und Händlern, Rabatte dafür gewährt haben, wenn sie keine AMD-Produkte mehr verwenden oder verkaufen. In Einzelfällen soll Intel einen Hersteller sogar direkt dafür bezahlt haben, dass er ein Gerät mit AMD-Technik erst verzögert auf den Markt brachte. Intel sieht sich mit seiner Rabattpolitik im Rahmen des Gesetzes.
Das Verfahren hatte die EU im Jahr 2007 eröffnet und 2008 um einige Vorwürfe erweitert. So sollen große Handelsketten ebenfalls mit Rabatt dazu bewegt worden sein, AMD-Geräte zu benachteiligen. Vor Intel musste bereits Microsoft eine empfindliche Strafe wegen Wettbewerbsverzerrung zahlen. Intel ist bei Computerprozessoren mit weit über 80 Prozent Marktanteil mit großem Abstand Marktführer. AMD, der einzige Konkurrent, hatte sich über die fragwürdigen Vertriebspraktiken der Konkurrenz beschwert.
Die EU-Wettbewerbskommissarin Nelli Kroes sagte zu der Entscheidung: "Die Kommission findet, dass Intel sich wettbewerbswidrig verhalten hat, Innovationen behinderte und dem Konsumenten schadet". Zwischen 2002 und 2007 sollen diese illegalen Praktiken stattgefunden haben. Die Kommissarin betont, dass nicht die Marktdominanz Intels Grund der Strafe sei, sondern das gezielte Ausnutzen dieses Statusses. Die beteiligten Computerhersteller sind laut EU Dell, Acer, Lenovo, NEC und HP. Die involvierten Händler gehören zur Media Saturn Holding, dem Betreiber der Saturn- und Media-Märkte.
Intel hat gegen das Urteil Berufung eingelegt und erwartet einen jahrelangen Rechtsstreit. Intel-CEO Paul Otellini schloss Auswirkungen der Entscheidung auf die Größe der Teams für Verkauf und Marketing in Europa nicht aus. Ausdrücklich bekannte er sich aber zu Intels europäischen Investitionen, Werken und dortigen Arbeitsplätzen. Sie seien von der Entscheidung nicht beeinflusst. Otellini wies die Vorwürfe der unfairen Wettbewerbspraktiken zurück: Die Verträge mit Kunden hätten keine wettbewerbswidrigen Bedingungen enthalten.
Das Rekordbußgeld der EU von 1,06 Milliarden Euro gegen Intel wird in die EU-Kasse wandern und die Beiträge der Mitgliedstaaten mindern. «Das ist Steuerzahlergeld», sagte EU- Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. «Kein Euro wird in Brüssel bleiben.»
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