Das war das Mac-Jahr 2009 |
Den September nutzt Apple traditionell zur Vorstellung neuer iPods für das Weihnachtsgeschäft. Die Kollektion von 2009 bringt nur wenige wirkliche Neuheiten, doch eine gute Botschaft: Steve Jobs ist zurück.
Von Redaktion Macwelt (29.12.2009)
Wir mussten unsere Kollegen vor Ort nicht fragen, wer da die Bühne betritt oder warten, bis wir via Telefon die Stimme des Präsentators erkannten: Am enthusiastischen und mehr als einer Minute langen Beifall war auch in München zu hören, dass Steve Jobs die Bühne des Yerba Buena Centers in San Francisco betritt. Zwar hatte es im Vorfeld der Veranstaltung Spekulationen über die Rückkehr von Jobs nach seiner krankheitsbedingten Auszeit, eine Bestätigung Apples stand bis zuletzt aus. Letztmals war der Apple CEO Anfang Oktober 2008 bei einer Keynote auf der Bühne gestanden, im Januar verabschiedete er sich in eine Kur, von der man erst im Juni erfahren sollte, dass es sich dabei auf das Warten um eine Spenderleber handelte. Jobs’ erste Worte drehten sich auch um seine neue Leber, die er von einem Unfallopfer erhalten habe, das mit Mitte zwanzig verstarb. Worte des Dankes an die Apple-Gemeinde und insbesondere an die Mitarbeiter und den COO Tim Cook, der während Jobs’ Absenz die Firma führte rundeten den Blick zurück ab. Das Thema der Veranstaltung sollte jedoch Musik sein und nicht der Gesundheitszustand von Steve Jobs.
Die neue iPhone-Firmware 3.1 bringt selbst nur wenige Neuerungen, aber im Zusammenspiel mit iTunes 9 deutliche Verbesserungen. Auch das iPhone kennt nun die Genius-Funktion, anhand der auf dem Handy installierten Software macht das iPhone Empfehlungen, welche Programme dazu passen, respektive, welche Apps iPhone-Nutzer zusammenhängend verwenden. Klingeltöne kann man nun auch direkt vom iPhone aus bezeihen, die großen vier Labels stellen das Angebot.
Weit interessanter sind die Neuerungen von iTunes 9. Der iTunes Store ist laut Jobs nun der größte Musikhändler der Welt, 8,5 Milliarden Downloads seit April 2003 zählt das Angebot nun. Weit interessanter ist aber die Zahl, die Jobs sofort nachgeschoben hat: 100 Millionen iTunes-Konten sind weltweit registriert, von allen Nutzern kennt Apple die Kreditkartennummer. Eine größere Sammlung derartiger Daten hat wohl sonst keiner. Die von den iTunes-Nutzern freiwillig gewährten Einblicke in ihre Musikbibliotheken nutzt Apple dazu, die Genius-Funktion aufzubohren. Aus 27 Millionen Bibliotheken kennt man 54 Milliarden Songs, eine wahrhaft umfangreiche Basis, um die Musikgeschmäcker der Kunden zu erfahren. So ist es nun möglich, Genius-Playlist aus der eigenen iTunes-Bibliothek zu erstellen. Man wählt einen Song und "Genius Mixes" erstellt automatisch aus ähnlichen Stücken eine Playlist.
Inhalte über iTunes gemeinsam zu nutzen, erleichtert Apple nun auch. Konnte man bisher im lokalen Netz nur Musik von anderen Rechnern auf den eigenen streamen lassen, ist nun für bis zu fünf Rechner in einem Haushalt die gemeinsame Nutzung von Musik, Filmen und TV-Shows möglich. Einzelne Inhalte lassen sich gar von Rechner zu Rechner kopieren und nicht nur per Stream nutzen. Für den Zusammenschluss der Rechner braucht es jedoch einen iTunes-Account, bei 100 Millionen gezählten Konten dürfte aber die Nutzerbasis dafür vorhanden sein.
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