Das war das Mac-Jahr 2009 |
Im Desktop-Segment hatte Apple zuletzt ein wenig Absatzschwierigkeiten. Mit den im Oktober vorgestellten Neuheiten könnte sich das ändern. Der mobile Sektor hat die kleine Schwäche mehr als kompensiert: Die Bilanz für das vierte Quartal 2008/2009 wies einen so hohen Gewinn wie noch nie aus.
Von Redaktion Macwelt (30.12.2009)
Apple hat wie erwartet seine iMac-Produktlinie überarbeitet und bietet zwei Modelle mit 21,5- und 27-Zoll-Monitor an. Neu ist ebenfalls ein Macbook, das das Multitouch-Trackpad und die fest verlötete Batterie von den Macbook Pro übernimmt.
Der iMac wird breitwandig: Im 16:9-Format und mit Bildschirmdiagonalen von 21,5 und 27 Zoll bietet Apple nun seinen All-in-One-Rechner an. Die Proportionen des iMac-Gehäuses haben sich zwar geändert, nicht aber die Anmutung aus Glas und Aluminium. In Inneren hat sich eine ganze Menge getan, die Displays haben LED-Hintergrundbeleuchtung, die Prozessoren bis zu vier Kerne. Je nach Modell setzt Apple Intels Chips Core 2 Duo, Core i5 und Core i7 Quad ein. Tastatur und Maus sind drahtlos, Kabel haben ausgedient.
Tipps zum Brennen und Kopieren
Zudem sollen die Time-Machine-Backups auf eine Time Capsule unter Snow Leopard 75 Prozent schneller sein als bisher. Apples Aussagen zu den Neuerungen in der Time Capsule bleiben vage. Den Geschwindigkeitsvorteil sol Time Capsule jedoch erst im Zusammenspiel mit Mac-OS X 10.6 Snow Leopard ausreizen können. Als Grund hierfür nennt Apple neue Technologien in der Basisstation und Optimierungen in Time Machine.
Apple hat mit einem Rekordquartal die Erwartungen der Wall Street erneut deutlich übertroffen. Von der Rezession unbeeindruckt, verkaufte Apple so viele Macs und iPhones wie noch nie zuvor in einem Quartal. Die Börse reagierte begeistert, die Apple-Aktie trat nach Handelsschluss einen Höhenflug auf Werte jenseits der 200-Dollar-Marke an.
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Der Gewinn stieg im Ende September abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal um 47 Prozent auf 1,7 Milliarden US-Dollar, der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Viertel auf fast 9,9 Milliarden Dollar. "Wir sind begeistert", kommentierte Apple-Chef Steve Jobs die Bilanz in einer Pressemitteilung. Finanzchef Peter Oppenheimer sprach in der Bilanzpressekonferenz gestern Abend vom profitabelstem Quartal aller Zeiten. Apple erzielte 46 Prozent seiner Einnahmen außerhalb der USA. Erfolgreich entwickelte sich auch der Absatz im Bildungsmarkt, an US-Schulen habe man 12 Prozent mehr Rechner verkauft als ein Jahr zuvor.
Der Konzern habe für 2010 bedeutende neue Produkte in der Planung, versprach Jobs den Apple-Fans, ohne Details zu nennen.
Im Berichtszeitraum verkaufte Apple 3,05 Millionen Macs - ein Plus von 17 Prozent zum Vorjahr, als Apple mit 2,61 Millionen Macs den bisher gültigen Rekord aufgestellt hatte. Insbesondere hält der Boom bei den portablen Macs an, von den Modellen Macbook, Macbook Pro und Macbook Air verkaufte Apple 2,27 Millionen Geräte, Desktops nur noch 787.000. Damit machen Mobilrechner 74 Prozent der im Quartal verkauften Macs aus. 7,4 Millionen iPhones und damit sieben Prozent mehr als im Vorjahr gingen über die Ladentische - soviel wie noch nie zuvor in einem Quartal. Im Vorjahr hatte Apple jedoch das iPhone 3G erstmals weltweit verkauft und damit den Hype um das Smartphone richtig befeuert.
Weiter rückläufig entwickeln sich die Verkaufszahlen des iPod, der Absatz fiel um acht Prozent auf 10,2 Millionen Stück. Damit verlor der iPod zum zweiten Mal in Folge gegenüber dem Vorjahr an Verkaufszahlen. Apple sieht jedoch im iPod-Geschäft nicht schwarz: 50 Prozent der iPod-Käufer hätten ihren ersten Player von Apple erstanden, die Verkaufszahlen des iPod Touch haben sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. "Wir glauben, das iPod-Line-Up ist für das Weihnachtsgeschäft attraktiv aufgestellt," meinte Oppenheimer.
Im gesamten Geschäftsjahr 2008/2009 stieg der Apple-Umsatz um zwölf Prozent auf 36,5 Milliarden Dollar, der Jahresgewinn stieg um 18 Prozent auf 5,7 Milliarden US-Dollar.
Die Apple-Aktie ist zwei Tage nach Bekanntgabe der Apple-Bilanz für das vierte Quartal 2008/2009 auf ein neues Allzeithoch geklettert. Der gestrige Schlusskurs von 204,92 US-Dollar lag dabei um 6,16 US-Dollar oder 3,1 Prozent über dem Wert des Vortages. In einem Jahr hat die Apple-Aktie damit um 124 Prozent zugelegt und in den letzten fünf Jahren ihren Wert mehr als verachtfacht.
Als die Apple-Aktie zuletzt zum Jahreswechsel 2007/2008 über 200 US-Dollar notiert war, zogen in erster Linie Gewinnmitnahmen den Kurs wieder nach unten. Mit Verschärfung der Finankrise im September 2008 ging der Kurs im Börsengleichklang auf Talfahrt - trotz der guten Ergebnisse, die Apple Quartal für Quartal bilanzierte. Die Talsohle erreichte AAPL am 20. Januar 2009 bei 78,20 US-Dollar, seit März (83,11 US-Dollar am 9.3.09) geht es für Apples Aktie wieder steil bergauf. Und das Ende der Fahnenstange ist nicht erreicht, meinte etwa der Experte Jim Cramer in der CNBC-Fernsehsendung Mad Money. Das Kursziel für AAPL stehe bei 300 US-Dollar, selbst 350 US-Dollar seien für das Papier möglich. Wer heute in Apple-Aktien investiert, könne also mit einer Wertsteigerung seines Portfolios rechnen. Wer vor fünf Jahren investiert hat, könne ruhig noch etwas mit der Gewinnmitnahme warten.
Lange war es ruhig um Apples Settopbox Apple TV, zuletzt hatte Apple das 40-GB-Modell aus dem Angebot genommen und den Preis für das 160-GB-Modell reduziert. In der Nacht zum Freitag hat Apple nun eine neue Firmware für die Apple TV veröffentlicht. Apple TV 3.0 bringt eine überarbeitete Benutzeroberfläche, diese bietet direkten Zugriff auf ausgeliehene oder gekaufte Filme, TV-Shows, Podcasts, Musik, Podcast, Youtube-Videos und Fotos. Die eigenen Medien (etwa: Meine Filme) platziert Apple TV 3.0 nun als ersten Eintrag der Liste, erst danach fogen die Angebote des iTunes Store wie Top-Filme, Genres oder HD-Angebote. In der Version 2.0 waren die eigenen Inhalte am Ende der Liste platziert.
Apple TV 3.0 unterstützt auch die mit iTunes 9 eingeführten neuen Formate iTunes LP und iTunes Extras, in denen der iTunes Store zu Alben und Filmen zusätzliche Informationen packt. Die Genius Mixes von iTunes 9 kann die Apple TV nun auch erkennen. Auch der direkte Zugriff auf tausende von Internet-Radiostationen ist laut Apple nun ohne Umwege über Wiedergabelisten möglich.
Palm gibt im Kleinkrieg mit dem iPhone-Hersteller Apple nach. Die neue Version der Software für das Smartphone Palm Pre werde nicht mehr mit iTunes zusammenarbeiten, erklärt Palm im Oktober. Nur iPhones und iPods, aber keine MP3-Player anderer Herstellerlassen sich mit iTunes synchronisieren. Das Palm-Handy täuschte bei der Anmeldung vor, ein Apple-Gerät zu sein, und konnte damit die Medieninhalte mit iTunes abgleichen. Daraufhin modifizierte Apple seine Software, um den iPhone-Konkurrenten wieder auszusperren. Zuletzt hatte sich das Gremium zur Standardisierung der technischen Schnittstelle USB (USB ImplemetersForum) vom Vorgehen von Palm distanziert.
Der Palm Pre erscheint nun auf dem Desktop des PC wie eine externe Festplatte und kann durch das einfache Kopieren der Mediendateien mit Songs und Videos bestückt werden. Auf dem Pre laufen auch die Stücke, die im iTunes Store von Apple gekauft wurden, solange diese nicht mit dem Fairplay-DRM versehen sind. Die überwiegende Mehrheit der Inhalte in iTunes wird inzwischen aber ohne "Digital Rights Management" angeboten.
Der Palm Pre gilt als ernster Herausforderer für Apples iPhone. Das Anfang Juni in den USA gestartete Gerät ist der Hoffnungsträger des einstigen Taschen-PC- und Smartphone-Pioniers Palm. Bislang ist Apples neues iPhone 3GS beim Absatz jedoch bei weitem überlegen. In Deutschland wird der Palm Pre seit 13. Oktober beim MobilfunkproviderO2 angeboten.
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