Trend 2010: iPhone und iPod |
Das iPhone ist immer noch unangefochten das Maß der Dinge in Sachen Smartphone. Doch die Konkurrenz schläft nicht – und bläst in diesem Jahr zum großen Halali auf das iPhone.
Von Sebastian Hirsch, Patrick Woods (08.01.2010)
Fünf Jahre sei man der Konkurrenz voraus - so tönte Apple-Chef Steve Jobs vollmundig bei der Vorstellung des ersten iPhone. Das war vor drei Jahren. Und heute? Der ungebremste iPhone-Erfolg sorgte im letzten Jahr dafür, dass sich die großen Hersteller von Mobiltelefonen alle Mühe geben, diese Zeitspanne zu verkürzen. Ob von Nokia, Samsung, LG, Motorola oder HTC - inzwischen kommt kein Smartphone mehr ohne Touchscreen aus. Und die Ähnlichkeit sämtlicher Neuerscheinungen mit Apples iPhone ist geradezu erstaunlich. Bislang allerdings bestehen all die vielen "iPhone-Killer" in mehr oder minder hastig zusammengeschusterten Nachahmern ohne eigene Ideen. Das könnte sich 2010 ändern.
Wie dramatisch der Einstieg von Apple in den Smartphone-Markt für die etablierten Hersteller ausgefallen ist, zeigen die aktuellen Marktzahlen. Weltweit kommt Apple laut Marktforscher Gartner inzwischen hinter Nokia (39 Prozent) und RIM (20 Prozent) auf Platz drei (147 Prozent). Noch dramatischer aber ist für alle beteiligten Firmen, dass Apple im letzten Quartal allein mit dem iPhone mehr Gewinn gemacht hat als Nokia mit allen Mobiltelefonen zusammen - von allen anderen Handy-Herstellern ganz zu schweigen.
Vielleicht bekommt der iPod Touch noch eine Kamera spendiert, sonst wird sich bis September wenig ändern
Traditionell im September erneuert Apple die iPod-Produktlinie und heizt so das wichtige Weihnachtsgeschäft an. Dieses Jahr könnte es eine Ausnahme geben. Der iPod Touch, Apples Flaggschiff, enthält immer noch keine Kamera. Angeblich ist sie erst kurz vor Produktionsbeginn wegen technischer Mängel gestrichen worden. Gut möglich, dass Apple schon im Frühjahr einen Touch mit Kamera für Foto und Video nachliefert.
Die anderen Modelle werden sich wohl bis September in ihrer jetzigen Form halten. Mit seiner Videokamera ist der Nano auf der Höhe der Zeit, auch Shuffle und Classic bieten wenig zu beanstanden. Dass die Preise sinken, darauf sollte man ebenfalls nicht hoffen - keine Firma in der Unterhaltungselektronik hält ihre Preise so stabil wie Apple.
Kein Wunder also, dass dieser boomende und sehr lukrative Markt in diesem Jahr wohl eher einem Schlachtfeld gleichen wird. Dabei geht es nicht nur um viel Geld und wichtiges Markenprestige, es geht vor allem um die Zukunft in einem Bereich, der von vielen als ebenso wichtig empfunden wird wie das Aufkommen des PC. Tatsächlich ist das Smartphone à la Apple mehr ein Taschen-Computer als ein Telefon - wer dieses Segment beherrscht, sichert sich eine zentrale Stellung für die weitere IT-Zukunft im 21. Jahrhundert.
Anders als vor 30 Jahren sind es allerdings keine Newcomer aus der Garage, sondern etablierte Firmen mit mehr oder weniger gefüllten Kassen, die um einen Platz im IT-Himmel rangeln. Nokia, Samsung, Motorola, LG und HTC sind schon lange im Geschäft - lediglich Palm, Apple und natürlich Google sind Quereinsteiger. Alle Hersteller werden im neuen Jahr eine Fülle neuer Geräte auf den Markt bringen und sich mit viel Werbegetöse gegenseitig die Kundschaft streitig machen.
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