Spiele für den Mac |
Von Thomas Hartmann (14.01.2010)
Die Personen in der Umgebung vermitteln uns, wenn wir sie ansprechen, Informationen über das Leben damals, über Gruppen und Parteien wie die Sadduzäer oder Pharisäer, über den Hohen Rat oder die Bedeutung der Synagoge. Vor allem aber helfen sie bei der Erfüllung unseres jeweiligen Auftrages oder konfrontieren den Spieler mit neuen, manchmal optionalen Aufgaben. Die Stimmen klingen häufig nicht wirklich zu der dargestellten Person passend, zum Beispiel sind sie oft zu jung. Silas reagiert auf die Gespräche, indem er vorgegebene Sätze im Dialog anklickt, die bei "falscher" Eingabe zum Abbruch der Unterhaltung führen können. Diese lässt sich aber sofort wieder mit der dann vom Spiel erwarteten Antwort aufnehmen. In der Steuerungsleiste kann man ferner eine Übersicht zu den aktuellen Aufträgen und deren bisheriger Erledigung abrufen und kontextabhängig Bibeltexte lesen. An Orten bietet das Spiel außer Kafarnaum, wo es losgeht, noch Jerusalem und Bethanien, alles in einem gefälligen Comic-Stil präsentiert. Dass dafür außer mindestens Mac-OS X 10.4.11 auch ein Prozessor mit wenigstens 2,33 GHz erforderlich sei, wie der Hersteller angibt, kann wohl nicht sein, denn auf unserem Test-Mac (ein Macbook Pro mit lediglich 2,16 GHz) läuft das Spiel weitgehend problemlos und ruckelfrei. Vielleicht gilt diese Angabe für Windows-Rechner. Die Bildschirmauflösung von 1024 x 768 Pixeln ist vorgegeben und lässt sich nicht verändern, was für heutige Leistungsverhältnisse zu niedrig ist. Ebenso wenig ist ein echter Vollbildmodus vorgesehen, die obere Systemmenüleiste bleibt immer eingeblendet.
Die Anforderungen der Rätsel und Aufgaben sind meist leicht und dem Niveau von Grundschülern und etwas älteren Kindern angemessen. Da gilt es, einen Esel von der Stelle zu bewegen, Pergamente, Medikamente oder Geheimzeichen zu besorgen oder Texte zum Übersetzer zu bringen. Vereinzelt tauchen etwas anspruchsvollere Anforderungen wie ein Schalter-Worträtsel oder Multiple-Choice-Fragen im Stil von "Wer wird Millionär?". Oft läuft man sich bei den Aufträgen förmlich die Haxen ab, weil uns jede gefundene Zielperson gleich wieder mit neuen Aufträgen versieht, bevor sie bereit oder fähig ist zu helfen. Das wäre an sich nicht schlimm, auch wenn man dazu oft kreuz und quer über die Karten eilen muss. Nur präsentiert sich diese mit ihren festgelegten Ausmaßen auf immer nur einen Teil der Umgebung als recht unübersichtlich. Einen Zoom darauf oder eine Gesamtübersicht gibt es im Spiel nicht, dazu benötigt man die Lösungen, die man nach der Registrierung von der Webseite des Anbieters erhält - freilich ist das keine angemessene Option für jeden Spieler. Man bekommt etwas den Eindruck, diese Unübersichtlichkeit dient vielleicht der künstlichen Spielverlängerung, und auf diese Weise läuft man den Römern auch leichter in die Arme, was die Spannung ebenfalls erhöht. Einmal ist man übrigens selbst als römischer Junge verkleidet, in dieser Phase lassen uns auch die Soldaten in Ruhe.
Bedauerlicherweise konnten wir das Spiel bis zum Abschluss dieses Artikels nicht ganz beenden. Denn um in den finalen Level zu gelangen, muss man alle anderen fünf gelöst und drei Zusatzpunkte durch spezielle Aufgaben gewonnen haben. Die ersten fünf Levels lassen sich über die Ausgangskarte für jeden Benutzer beliebig ansteuern, man kann auch jederzeit speichern. Daher hatten wir bereits alles außer Level 3 gelöst, bis sich dort kurz vor Ende ein Problem ergab: Der dafür zuständige Ziegenhirte wollte uns partout kein Pergament mehr anbieten, das für die Übersetzung eines Textes ins Griechische unbedingt erforderlich ist. Warum wir hier immer wieder scheiterten, ließ sich bislang auch mit dem Support des Entwicklers nicht klären.
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