Zensur-Streit in China

 
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Zensur-Streit in China

Google vor Rückzug aus China

Laut einem Zeitungsbericht ist Google fest entschlossen, die Suchmaschine in China zu schließen, wenn die Regierung ihre Zensurforderungen aufrecht erhält.

(15.03.2010)

Der Internet-Konzern Google hat sich im Zensur-Streit mit Peking laut einem Zeitungsbericht zum Rückzug aus China entschieden. Es sei zu "99,9 Prozent" sicher, dass Google die Schließung seiner chinesischen Suchmaschine vorantreiben werde, berichtete die "Financial Times" am Samstag unter Berufung auf informierte Personen.

Die chinesische Regierung hatte am Freitag mit Nachdruck betont, dass sie für Google keine Ausnahme von der Vorschrift machen werde, die Suchergebnisse politisch zu zensieren.

Google hatte vor zwei Monaten von massiven Hacker-Attacken aus China berichtet und angekündigt, sich nicht mehr den Zensuranforderungen Pekings beugen zu wollen. Dafür werde man notfalls auch das Geschäft in China aufgeben, hatte es damals geheißen. Seitdem war intensiv darüber verhandelt worden, zu welchen Bedingungen Google seine chinesische Suchmaschine weiterbetreiben darf. Laut Financial Times stecken die Gespräche in einer Sackgasse und das oberste Google-Management sei fest entschlossen, die Zensur aufzugeben.

Chinas Minister für Industrie und Informationstechnologie, Li Yizhong, hatte am Freitag betont, Google werde "die Konsequenzen tragen müssen", wenn der Konzern seine lokale Suchmaschine nicht mehr zensiert. Die chinesischen Behörden verlangen, dass aus ihrer Sicht politisch heikle Suchergebnisse - zum Beispiel zu Tibet oder zur blutigen Niederschlagung der Studentenproteste am Platz des Himmlischen Friedens - herausgefiltert werden.

Auch bei einer Rückzugsentscheidung werde Google sich allerdings Zeit nehmen, sie umzusetzen, schränkte die Zeitung ein. Der US- Konzern wolle zudem andere Bereiche wie ein Forschungszentrum in Peking oder die Verkaufsabteilung für Werbeanzeigen erhalten - befürchte aber, dass eine harte Haltung der chinesischen Behörden dies unmöglich machen könnte. (dpa)

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