Ratgeber: CD/DVD brennen und kopieren |
Audio, Video und Daten auf CD und DVD
Wer aus der Windows-Welt kommt, muss sich an das Brennen unter Mac-OS X erst gewöhnen. Einem iMac oder Macbook liegt kein eigenständiges Brennprogramm wie Nero oder Winoncd bei. Die Bordmittel des Systems erstellen aber die meisten CD- und DVD-Formate.
Von Stephan Wiesend (17.01.2011)
In Zeiten von Web 2.0 und VDSL sollen CD- und DVD-Brenner nicht mehr so wichtig sein wie heute. Doch heute sind CD und DVD ein beliebtes Mittel, um Daten zu speichern oder an Andere weiter zu geben. Mit Mac-OS X 10.5 und 10.6 geht das komfortabel und in vielen Fällen ohne Zusatzsoftware. Die Brennfunktion ist in den Finder und die jeweiligen Anwendungsprogramme integriert: Für Audio-CDs ist iTunes zuständig, für Foto-CDs iPhoto und für Video-DVDs iDVD.
Wer nur einen Ordner voll Dokumente auf CD oder DVD brennen will, kann das im Finder erledigen: Man wählt den Ordner oder die Dateien im Finder aus und nutzt unter Mac-OS X 10.5 und 10.6 den Befehl "Ablage > ... auf CD brennen". Nun muss man nur noch einen Rohling einlegen und Mac-OS X brennt die Daten auf CD oder DVD. Wer die Daten in Ruhe auswählen will, sollte wie in Mac-OS X 10.4 mit "Brennordner" arbeiten.
Diese Brennordner sind spezielle Ordner, die man über das Menü "Ablage" oder das Kontextmenü anlegt. Kopiert man Dateien in einen dieser Ordner, merkt sich das System die Datei in einer Liste. Öffnet man den Ordner, wird der Knopf "Brennen" angezeigt. Um Platz zu sparen, befinden sich nur Aliasdateien in dem Ordner, keine echten Dateien. Ein Rohling wird erst dann angefordert und beschrieben, wenn man den Button "Brennen" drücken.
Die mit dem Finder gebrannten CDs und DVDs sind "hybrid", sprich: mit Windows- und Mac-Dateisystem. Die Scheiben sind dadurch unter Windows und unter Mac-OS X lesbar.
Die Software im Hintergrund von Mac-OS X hat viele weitere Funktionen (zum Beispiel CDs oder DVDs nur für den Mac zu brennen), doch diese lassen sich im Finder nicht aufrufen. Profis können diese Funktionen über das Dienstprogramm Terminal aufrufen, der Befehl lautet "drutil"; das dazugehörige englische Handbuch erhält man mit "man drutil".
TIPP Mit dem Befehl "drutil burn -audio Klassik" brennt das Tool beispielweise alle Audiodateien im Ordner "Klassik" auf eine CD - und zwar in Form einer Audio-CD. In der Praxis benutzten aber selbst Unix-Profis dazu lieber iTunes.
Wer nicht mit dem Dienstprogramm Terminal arbeiten will, sollte sich in der Szene umsehen. Es gibt diverse Freeware- oder Shareware-Brennprogramme wie Liquid CD, die diese Funktionen anbieten. Diese Brennprogramme nutzen die Brennfunktion des Systems, stellen aber über eine eigene Oberfläche so gut wie alle Funktionen der Mac-OS X-Hintergrundsoftware zur Verfügung. So kann man bequem UDF-Medien erstellen, Dateien auf einer CD nur für Windows-Anwender sichtbar machen oder Audio-CDs kopieren.
Einige interessante Hilfen erreicht man über das Festplatten-Dienstprogramm. Es kann Image-Dateien (= identische Kopie einer kompletten CD oder DVD) im Format ISO, DMG oder Toast auf einen Rohling brennen. Wieder beschreibbare Medien wie CD-RWs oder DVD+RWs lassen sich damit vor dem Beschreiben löschen. Das funktioniert sogar mit DVD-RAM-Medien und wiederbeschreibbaren Bluray-Medien. Will man eine Daten-CD oder DVD möglichst exakt kopieren, ist das Dienstprogramm ebenfalls geeignet. Das Programm kopiert dabei das komplette Medium in einer Datei (= "disc image") auf die Festplatte. Brennt man später dieses Image, erhält man eine Kopie, die mit der Vorlage so gut wie identisch ist.
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