Grundlagen des Filesharing |
Die Grundausstattung für Filesharing sind zwei Macs und eine Netzverbindung. Wenn der Dateientausch zwischen den Rechnern scheitert, bekommt man meist relativ wenig Hilfe - weder in den Handbücher von Mac-OS X noch im Internet
Von Walter Mehl (08.04.2009)
Filesharing ist eine wunderbare Sache: Man meldet sich im Finder am anderen Rechner an und kann danach Dateien von dort holen oder dort speichern. Mac-OS X macht es relativ einfach, diese Funktion zu nutzen - es genügt ein Häkchen in den Systemeinstellungen unter "Sharing".
Damit Filesharing aber funktioniert, müssen beide Rechner bestimmte Voraussetzungen erfüllen; außerdem das Netz, die Kabel (oder das WLAN) und selbst für die Festplatten, die man über Netz ansprechen will, gibt es Regeln. Bei einem Fehler ist deshalb die Liste der möglichen Ursachen lang.
Die Struktur einer IP-Adresse ist einfach.
IP-Adressen (und die dazugehörige Subnetzmaske) bestehen aus vier Zahlen getrennt durch drei Punkte. Zulässig sind in der Theorie Zahlen zwischen 0 und 255; Maximum und Minimum sind aber reserviert, so dass praktisch die Zahlen zwischen 1 und 254 zulässig sind. Innerhalb eines Firmennetzes arbeitet man meist in einem der reservierten Bereiche: Das sind Adressen, die mit "10." oder mit "192.168" beginnen oder deren Anfangszahlen im Bereich von "172.16" bis "172.31" liegen. Der Ping-Test (siehe Fließtext "Ein erster Test in der Praxis") sollte immer dann problemlos funktionieren, wenn die ersten drei Zahlen der IP-Adresse auf beiden Macs identisch sind; beispielsweise "192.168.1.2" und "192.168.1.3".
Analysiert man Filesharing bis ins letzte Detail, trifft man unweigerlich auf das "ISO/OSI-Schichten-Modell"; ein Schreckenswort für Nicht-Informatiker. Gemeint ist damit nur folgendes: Bis man im Finder eines Macs das Fenster für die Anmeldung an einem anderen Mac sieht, müssen eine ganze Reihe von Voraussetzungen erfüllt sein, die wie Schichten aufeinander aufbauen: Eine Schicht in diesem Modell ist, das Kupferkabel oder die Funkwellen, die so eingerichtet sein müssen, dass Strom (oder Stromsignale) von einem Ende zum anderen fließen kann. Das heißt umgekehrt: Ist in einem Kabel eine Ader gebrochen, scheitert sehr wahrscheinlich Filesharing...
Für Filesharing ist heute die Grundvoraussetzung, dass beide Rechner in der "Sprache" TCP/IP miteinander reden können. Bei der Planung und Einrichtung eines Firmennetzes hat man dafür passende Kabel und Knotenpunkte ("Router") eingebaut. Sie verteilen an Macs und an andere Geräte die Information über die TCP/IP-Konfiguration (mit Hilfe des Protokolls DHCP), die diese wiederum nutzen, um die Grundeinstellung von TCP/IP zu erledigen. Diese Grundeinstellung besteht aus 3 Werten: TCP/IP-Adresse, Subnetzmaske und Router (oder besser: Standard-Gateway).
Wenn in einem Netz also eine Autorität alias "Router" vorhanden ist, die die TCP/IP-Konfiguration überwacht und die Daten verteilt, dann genügt es, wenn man den Mac so einstellt, dass er mit Hilfe der "Sprache" DHCP die Konfiguration startet. Der Router wird in seiner Position als "DHCP-Server" antworten und die gewünschten Daten liefern. Die erwähnten drei Informationen machen den Mac eindeutig identifierbar (TCP/IP-Adresse), gestatten Mac-OS X selbst Rundfragen zu verschicken (Subnetzmaske) oder gezielt andere Rechner anzusprechen und dabei immer den vorgeschriebenen Standardweg (im Behördendeutsch: den "Dienstweg") einzuhalten, der fast immer über diesen Router führt ("Default Gateway" oder "Standard Gateway").
Wie man die IP-Konfiguration selbst festlegt.
Fehlt ein Router im Netz, (siehe "Die Theorie der sieben Schichten") kann Filesharing schwierig bis unmöglich werden. Einzige Ausnahme: Wer die beiden Macs direkt miteinander verbindet, zum Beispiel mit einem Ethernet-Kabel, kann den Bonjour-Mechanismus zu seinen Gunsten nutzen. Die meisten der heute gängigen Macs (alle Modelle seit dem Jahr 2000!) haben seit Mac-OS X 10.3 diesen Mechanismus an Bord, der den Rechnern automatisch eine IP-Adresse zuweist. Sie ist so gewählt, dass bei der direkten Verbindung zweier (oder mehrerer) Rechner jeder eine andere Adresse hat und, dass jeder Rechner den anderen über TCP/IP erreichen kann. Damit ist Filesharing ohne weiteres möglich, wenn man zwei Macs mit einem Ethernet-Kabel miteinander verbindet. Zum Verbindungsaufbau verwendet man die selbst zugewiesene IP-Adresse des anderen Macs oder den Bonjour-Namen, den man in den Systemeinstellungen unter "Sharing" sieht, wenn man die Funktion "Filesharing" links unten in der Liste auswählt.
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