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In kaum einem Land haben die Verleger das iPad so sehr als Medium der Zukunft begrüßt wie in Deutschland. Mit neuen Publikationen wollen sie den Trend nutzen - ohne zu wissen, welches Konzept Erfolg verspricht. Erste Ansätze kommen aus den USA, doch auch Magazine wie Bild, Stern oder Focus mischen mit.
Von Maximilian Gaub (29.06.2010)
Zunächst sieht es aus wie eine normale Zeitschriftenseite mit den Fotos aus einem Basketball-Match - umgeben von Text. Dann wischt der Finger einen Kreis um das Foto herum und ein Kreismenü präsentiert neue Optionen: zusätzliche Fotos und Videos, Statistiken zu diesem Match, zur Saisonleistung des Spielers - oder einen Link um das Bild mit den Freunden in einem sozialen Netzwerk teilen. So stellt sich das erste iPad-Magazin des US-amerikanischen Magazins Sports Illustrated vor.
Es sind Erlebnisse wie diese, die auch deutsche Verlagshäuser von einer glorreichen Zukunft digitaler Publikationen träumen lassen. Schließlich wird das iPad neue Formen von Medien und Mediennutzung schaffen. Und diesen Trend möchten die deutschen Verlage mitbestimmen - auch um nach der Kostenloskultur im Internet endlich mit digitalen Inhalten Geld zu verdienen. 45 Prozent ihrer Titel wollen die deutschen Verlagshäuser bis 2011 auf dem iPad veröffentlichen. Das ergibt eine Umfrage des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) im Juni 2010. Nur: Wie diese neuartigen Magazine aussehen müssen, damit sie erfolgreich werden, das weiß bislang keiner so genau.
Bisher ist lediglich klar: Das iPad verändert Seh- und Lesegewohnheiten. "Endlich gibt es ein mobiles Gerät mit großer Ausgabefläche", erklärt Wolfgang Schweiger von der TU Ilmenau, Experte für Mediennutzung. Das iPad erlaubt die schöne und große Darstellung von Inhalten. Über einen großen Bildschirm verfügen zwar auch Laptops, doch diese kranken an einem grundsätzlichen Bedienungsproblem: Das Eingabegerät Maus und das Ausgabegerät Bildschirm befinden sich an verschiedenen Orten. Diese indirekte Steuerung erfordert "eine Art, wie Menschen noch nie gedacht haben. Wir mussten das erst lernen." Der Touchscreen des iPhone hebt erstmals diesen Widerspruch auf. Plötzlich navigiert der Leser direkt durch Objekt. Und mit dem iPad nun auch in ansprechender Größe.
In den USA finden sich die meisten Magazine im digitalen Zeitungskiosk Zinio, den es auch in einer iPad-Variante gibt. Im Gegensatz zu iKiosk ist das Angebot verlagsübergreifend, aktuell finden sich dort jedoch nur englische, französische und spanische Zeitschriften, unter anderem die US-amerikanische und die spanische Macworld.
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