Banking-Apps für das iPhone |
Durch die zunehmende Alltagstauglichkeit internetfähiger Mobiltelefone gewinnen mobile Bankanwendungen an Schwung. Wir stellen vier davon vor.
Von Rainer Wolff (07.09.2010)
Wir haben für diesen Test mit iControl, iOutBank Pro und S-Banking drei multibankfähige Online-Banking-Apps ausgewählt, mit denen man Bankgeschäfte bei verschiedenen Kreditinstituten abwickeln kann. Zusätzlich haben wir uns stellvertretend mit der ING-DiBa Mobile Banking App einen Vertreter der monobankfähigen Online-Banking-Apps angeschaut.
Herausgeber ist immer das entsprechende Kreditinstitut, welches die App exklusiv und in der Regel gratis für die eigene Kundschaft vertreibt. Andere Kreditinstitute lassen sich mit diesen Apps verständlicherweise nicht mit einbinden. Uns interessiert hierbei, ob sich die Investition in ein multibankfähiges App lohnt oder ob man stattdessen bei mehreren Bankverbindungen auf die bankeigenen Apps zurückgreifen sollte.
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Das multibankfähige iControl unterstützt neben HBCI-2.2/3.0-fähigen Bankkonten auch Paypal-Konten und DKB-Konten, jedoch nicht große Filialbanken wie die Commerzbank, SEB oder Targo Bank. Zahlungsaufträge kann man mittels iTAN, chipTAN comfort oder SmartTAN plus, aber auch mit den für das iPhone problematischen TAN-Verfahren wie mTAN oder smsTAN freigeben. Die App bietet nicht nur einfache Kontofunktionen wie Umsatzabfragen oder Überweisungen an, sondern ermöglicht auch die Verarbeitung von Daueraufträgen, Lastschriften oder EU-Standardüberweisungen. Erleichterung erhält man durch Vorlagen und ein Adressbuch mit Bankkontakten. Die abgerufenen Kontoumsätze kann man kategorisieren, um Auswertungen zur Finanzentwicklung zu erstellen. Zusätzlich erkennt man mit der Budgetfunktion, ob man sich noch in seinem finanziellen Rahmen bewegt. Die Anwendung importiert und exportiert Buchungen oder TAN-Listen mittels WLAN zwischen iPhone und Computer. Kontodaten, PIN und TAN werden verschlüsselt, zudem ist die Anwendung selbst durch ein Passwort geschützt. Die App ist einfach zu bedienen, dennoch wünscht man sich stellenweise etwas mehr Komfort.
iControl
Nahezu die Hälfte der Deutschen haben Angst vor kriminellen Übergriffen, wenn sie Bankgeschäfte im Internet erledigen. Für jeden fünften Kontoinhaber ist das sogar Grund genug, vollständig auf das Online Banking zu verzichten. Insofern ist es wichtig, dass die Online-Banking-Apps aus unserem Testfeld die verbesserten TAN-Verfahren wie iTAN, iTAN Plus, eTAN, eTAN Plus oder mTAN unterstützen. Doch das von Experten aus Sicherheitsgründen favorisierte mTAN-Verfahren verliert beim Mobile Banking seine Sicherungswirkung und kann im Schadensfall für den Bankkunden sogar zum teuren Bumerang werden (siehe Kasten: Sicherheitsfalle mTAN beim Mobile Banking).
Unabhängig davon müssen die Online-Banking-Apps auf dem iPhone für den Fall eines Verlustes zwingend mit einem Passwort gesichert werden, damit kein unbefugter Einblick in die Kontodaten nehmen kann. Darüber hinaus sollte man keine Bankpasswörter fest in der Anwendung hinterlegen, sondern bei jedem Bankzugriff, egal ob Kontostandsabfragen oder Überweisungsaufträge, explizit eingeben.
Nach Expertenbewertung gehört die mobile TAN-Technik (mTAN) zur Zeit zum sichersten Online-Banking-Standard, obwohl sie der großen Mehrheit der Bankkunden gar nicht bekannt ist. Denn seit Einführung der mTAN ist das Phishing-Risiko erheblich gesunken. Grund hierfür ist, dass die TANs direkt per SMS auf das Handy des Bankkunden geschickt werden. Dabei wird der übliche TAN-Block in ausgedruckter Form überflüssig und die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass die TANs in falsche Hände geraten. Phishing oder Trojaner sind chancenlos, weil mobile TANs ausschließlich für die jeweilige Zahlung gelten.
Gemäß der Vorgaben des Zentralen Kreditausschusses und des BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) ist beim Mobile Banking die Verwendung des mTAN-Verfahrens nur zulässig, sofern die Datenübertragung über zwei unterschiedliche Kanäle erfolgt. Bei der Auftragsabwicklung über ein mobiles Endgerät wie das iPhone wird jedoch nur ein Übertragungsweg für beide Kommunikationsstrecken benutzt, weshalb das Verfahren aus Sicht der Experten für mobile Endgeräte ungeeignet ist. Sollte ein Schadensfall eintreten, müssen Bankkunden damit rechnen, dass die Kreditinstitute auf Ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen verweisen und die Haftung komplett auf den Bankkunden verlagern.
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