Hohe Auflösung nicht mehr sinnvoll
Längst sind Kompaktkameras kleine Schmuckstücke, die mit ihren großen Displays beeindrucken. Doch die Gehäuseform ist bereits an der Schmerzgrenze der Bedienbarkeit und die zwölf Megapixel auflösenden Bildsensoren haben die Grenze des technisch Sinnvollen überschritten
Von Markus Schelhorn (01.02.2008)
Ein zu hochauflösender Bildsensor schadet der Abbildungsqualität, wie unsere Labortests mit dem DC-Tau-Testverfahren belegen. Denn schon längst können die Optiken der Kameras die hohe Auflösung nicht mit ausreichend Bildinformationen versorgen, ein schlechter Wirkungsgrad vor allem am Bildrand ist die Folge. Zudem messen wir ein höheres Bildrauschen. Dieses Manko versuchen die Kameras durch eine aufwendigere Nachbearbeitung auszugleichen. Das schlägt sich nicht selten negativ auf die Geschwindigkeit nieder. Um zu zeigen, warum solch hochauflösende Bildsensoren in Kompaktkameras technisch nicht sinnvoll sind, beschäftigen wir uns erst mit den Messergebnissen der Kameras und gehen dann auf den Praxiseinsatz und die Funktionen der einzelnen Modelle ein.
Doch nun zur Auflösungsmessung unserer Testkandidaten. Den geringsten Abfall der Auflösung zum Bildrand hin messen wir bei der Canon Digital Ixus 960 IS. Allerdings ist der Wert in der Bildmitte vergleichsweise niedrig, so dass die Kamera im Mittel keinen höheren Wirkungsgrad erreicht, als die anderen Modelle.
Das insgesamt beste Ergebnis schafft die Fujifilm Finepix F50fd bei unserer Auflösungsmessung. Zwar fällt bei der kurzen Brennweite die Auflösung zum Bildrand hin von rund 95 Prozent auf etwa 55 Prozent stark ab. Dagegen zeigt die Kamera bei mittlerer bis langer Brennweite eine sehr gute Auflösung.
Auch die Sony DSC-W200 überzeugt nicht. Ihre Auflösung fällt zum Bildrand hin bei kurzer und mittlerer Brennweite stark ab. Ein kurioses Phänomen stellen wir bei der langen Brennweite sowie bei der Casio EX-Z1200 in mittlerer und langer Brennweite fest: Die Auflösung ist nicht wie üblich in der Bildmitte, sondern auf halben Weg zum Bildrand hin am stärksten ausgeprägt. Ursache hierzu ist ein schlecht zentriertes Objektiv.
Bei der kurzen Brennweite messen wir bei der Nikon Coolpix S700 in der Bildmitte eine Auflösung von über 100 Prozent. Ursache ist eine Überschärfung des Bildes, der man durch eine Verringerung des Schärfegrads in der Kamera entgegen wirken kann. Deutlich ist der starke Verlust der Auflösung zum Bildrand hin, das über alle Brennweiten auftritt und bei mittlerer Brennweite am stärksten ist.
Besonders bei kurzer Brennweite macht sich bei der Olympus FE-300 eine schlechte Auflösung bemerkbar. Während die Auflösung in der Bildmitte noch gut ist, fällt sie zum Bildrand hin extrem ab. Vertretbar ist die Auflösung in mittlerer und hoher Brennweite. Bei kurzer Brennweite messen wir dagegen bei der Samsung NV 20 noch akzeptable Werte, doch auch hier fällt zum Bildrand hin die Auflösung stark ab. Bei mittlerer und langer Brennweite ist bereits in der Bildmitte die Auflösung mäßig, sie kann sich aber bis zum Rand recht gut halten und sinkt erst am äußersten Bildrand stark ab.
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