Videokonverter und Mastering-Tool

 
Encore ist in der Version CS4 sehr übersichtlich, wobei die Handhabung noch immer etwas sperrig und bisweilen sehr instabil ist.

Videokonverter und Mastering-Tool

Test: Adobe Media Encoder CS4 und Encore CS4

Adobes Antwort auf den Compressor von Apple heißt Media Encoder. Das sehr schlanke, einfach zu bedienende Programm erlaubt das Komprimieren oder Transcodieren von Videodateien in unterschiedliche Formate wie Bluray MPEG-2, H.264 oder in MXF für P2, unter anderem für Encore, das DVD-Mastering Programm der CS4-Kollektion.

Von Andreas Zerr (11.03.2009)

Encore ist in der Version CS4 sehr übersichtlich, wobei die Handhabung noch immer etwas sperrig und bisweilen sehr instabil ist.
Encore ist in der Version CS4 sehr übersichtlich, wobei die Handhabung noch immer etwas sperrig und bisweilen sehr instabil ist.
Der Media Encoder in der Version CS4 besteht eigentlich nur aus einem Fenster, in dem der Anwender die zu bearbeitenden Video-Dateien hinein legt, um anschließend das gewünschte Format und die dazu gehörigen Einstellungen zu wählen. Der Media Encoder gehört zur Klasse der Stapelkomprimierer und erlaubt sowohl das Abarbeiten mehrerer Filme zur Kompression in ein Format, als auch die Umrechnung eines Filmes in mehrere unterschiedliche Formate. Letzteres ist allerdings nicht ganz so komfortabel wie beispielsweise im Compressor, wo man neue Einstellungen einfach auf das Asset in der Stapelliste zieht; im Media Encoder muss das Video zunächst dupliziert werden, bevor man ein neues Format wählt.

Während des Encodings zeigt der Encoder den Fortschritt und das aktuelle Bild an.
Während des Encodings zeigt der Encoder den Fortschritt und das aktuelle Bild an.
Sehr angenehm (und vor allem zeitsparend) ist die Tatsache, dass der Media Encoder nicht nur fertig gerenderte Filme importiert, sondern auch Sequenzen aus Premiere Pro CS4 oder Kompositionen aus After Effects Projekten. Hier funktioniert allerdings das bekannte Drag-and-Drop der Medien in das Stapelfenster nicht, sondern man wählt aus dem Ablage-Menü die Funktion "Öffnen", wobei man aus der gewählten AE-Datei eine einzelne Komposition definiert. Alternativ dazu unterstützt der Media Encoder auch so genannte Watch Folder, das heißt überwachte Ordner auf der Festplatte, die in regelmäßigen Abständen nach neuen Medien durchsucht werden, woraufhin der Kompressions-Prozess auch ohne Zutun des Anwenders gestartet wird.

Formatvielfalt

Die Auswahl der Formate und Codecs ist erwartungsgemäß vielfältig und umfasst Standards wie Quicktime, Standbildsequenzen, MPEG-Derivate und Audioformate. Außerdem unterstützt der Media Encoder das hauseigene Flash-Format sowie die Umrechnung von HD-Video in Bluray kompatibles MPEG-2 oder H.264 (der beliebtere Windows VC-1 wird leider noch immer nicht angeboten). Auch die Wahl der Kompressionsmethode ist mehr als ausreichend. So stehen dem Anwender neben dem Pro-RES-Codec auch Standards wie DV, HDV, IMX und XDCAM in SD und HD zur Verfügung. Leider nicht unterstützt werden Fremdformate wie Windows Media oder DiVX, trotzdem die entsprechenden Quicktime-Komponenten installiert sind.

Die Einstellungsmöglichkeiten des Media Encoders sind umfangreich und umfassen viele Formate. Ein Vorschau-Bild erleichtert die korrekte Einstellung.
Die Einstellungsmöglichkeiten des Media Encoders sind umfangreich und umfassen viele Formate. Ein Vorschau-Bild erleichtert die korrekte Einstellung.

Weitere Einstellungsmerkmale sind die Bildgröße, die Encoding-Qualität sowie die Frame-Rate, die sich den Vorgaben entsprechend pro Film verändern lässt. Etwas verwirrend sind Einstellungen wie die Halbbild-Dominanz, die standardmäßig auf "unteres Halbbild" steht, wobei kaum ein Format außer DV mit dieser Reihenfolge arbeitet. Hier muss man als Anwender auf der Hut sein und formatabhängig die Einstellung auf "Oberes Halbbild" oder "Progressiv" ändern. Eine relativ akkurate Bildvorschau mit unterschiedlichen Zoom-Leveln, Beschnitt-Funktion, Laufleiste für In- und Out-Punkte sowie einer Ausgabe-Preview erleichtern das Auffinden und spezifizieren der korrekten Einstellung auch für weniger geübte Anwender.

Sind alle Videos geladen und alle Einstellungen getätigt, reicht ein Klick auf die Schaltfläche "Warteschlange starten" um mit der Abarbeitung des Medienstapels zu beginnen. Der Media Encoder arbeitet je nach gewähltem Ein- und Ausgangsformat sowie der Rechnerleistung in angenehmer bis sehr gut Geschwindigkeit und zeigt während des Encodings sowohl den Fortschritt der Umrechnung als auch das aktuelle Bild in einer Vorschau an.

Film zu DVD zu Bluray zu Web

Bereits in der letzten Version hat Adobe mit Encore das gleichzeitige Publizieren von Medien als Standard-DVD, als Bluray DVD und als Flash-Präsentation vorgestellt; eine Funktion die zwar weitläufige Beachtung fand, jedoch, seien wir ehrlich, kaum genutzt wird. Mit Version Encore CS4 wurde dieser Workflow weiterhin verbessert und zum Beispiel durch ein Flussdiagramm erweitert, das dem Anwender einen verbesserten Überblick über sein Projekt geben soll, neuerdings über ein variables Zoom-Werkzeug verfügt und Bandnamen anzeigen kann. Ferner ist es möglich, sein DVD-Projekt über FireWire an einem externen Wiedergabe-Monitor anzuzeigen, um die Darstellung von Menüs und Schaltflächen besser prüfen zu können.

Der Media Encoder komprimiert nicht nur fertig Filme, sondern auch ungerenderte Kompositionen aus After Effects oder Premiere Sequenzen.
Der Media Encoder komprimiert nicht nur fertig Filme, sondern auch ungerenderte Kompositionen aus After Effects oder Premiere Sequenzen.
Im Vergleich zum Konkurrenten DVD Studio Pro ist Encore in der Lage, Projekte für Bluray DVDs mit den Codierungen MPEG-2 und H.264 zu erstellen. Seit der Version CS4 unterstützt Encore auch Dual Layer Medien mit 8,54 GB (Standard DVD) und 50 GB (Dual Layer Bluray).

Workflow-Optimierung

Legt man ein neues Projekt in Encore an, wählt man zunächst den Standard zwischen DVD und Blu-ray, sowie die gewünschte Größe und den Codec.
Legt man ein neues Projekt in Encore an, wählt man zunächst den Standard zwischen DVD und Blu-ray, sowie die gewünschte Größe und den Codec.
Mittels Adobes bekannter Dynamic Link-Technologie ist es nunmehr auch in Encore CS4 möglich, ungerenderte Kompositionen aus After Effects oder Sequenzen aus Premiere Pro Projekten zu übernehmen. Nicht nur dass in beiden Fällen die vorherige Berechnung entfällt, auch Änderungen, die man in After Effects oder Premiere durchführt, werden automatisch in Encore angezeigt. Des Weiteren unterstützt Encore auch den Dateibrowser Adobe Bridge nicht nur beim Suchen und Auffinden von Medien, sondern auch beim direkten Drag-and-Drop aus Bridge in ein Encore-Projekt.

Fertige Projekte kann der Anwender entweder als DVD erstellen, oder im Flash-Format exportieren.
Fertige Projekte kann der Anwender entweder als DVD erstellen, oder im Flash-Format exportieren.
In der Version CS4 hat Adobe auch die Handhabung von Untertiteln verbessert, welche sich mittlerweile exportieren und dadurch extern bearbeiten lassen können, um sie später erneut zu importieren. Ausserdem kann der Anwender in Encore Metadaten anzeigen und durchsuchen, die man vorher in OnLocation oder in Premiere angelegt hat.

Empfehlung

Da es sich beim Media Encoder um eine kostenlose Dreingabe von Adobe in der CS4-Video Kollektion handelt, gibt es eigentlich kaum etwas an dem Programm auszusetzen. Der Media Encoder ist einfach zu bedienen, liefert viele brauchbare Einstellungen und arbeitet Jobs (inklusive ungerenderter Kompositionen und Sequenzen) verlässlich und schnell ab, und liefert dabei ein sehr gutes Encoding-Ergebnis. Falsche, voreingestellte Halbbild-Dominanzen und fehlende Dritthersteller-Unterstützung sind hierbei sicherlich leicht zu verschmerzen. Durch die verbesserte Dynamic Link-Unterstützung von Encore spart der Anwender jede Menge Zeit, speziell wenn es darum geht, fehlerhafte Menüs zu korrigieren oder DVDs zu erstellen, deren Inhalt noch nicht endgültig festgelegt wurde. Auch kann die gleichzeitige Unterstützung von Bluray DVD und Flash durchaus praktisch sein, sollte man für diese Medienform produzieren wollen (DVD Studio Pro, wie gesagt, unterstützt Bluray noch nicht). Leider wirkt Encore auch in der CS4-Version noch immer recht sperrig und stürzte zumindest in unseren Tests recht häufig ab. Nichts desto trotz ist das Programm eine durchaus brauchbare Alternative zu DVD Studio Pro.

Media Encoder CS4

Einfacher und zuverlässiger Videokonverter mit guten Ergebnissen

Adobe

Preis: Bestandteil der Creative Suite 4 Production Premium sowie Master Collection

Note: 1,7 gut

Geschwindigkeit (25%): 1,2

Funktionsumfang (20%): 1,9

Qualität (30%): 1,6

Handhabung (25%): 2,0

Vorzüge: Schlank, schnell und einfach zu bedienen, Unterstützung von Bluray MPEG-2 und H.264 sowie Flash Video, berechnet auch ungerenderte After Effects- und Premiere-Pro-Projekte, Unterstützung von Watch-Foldern zur Automatisierung

Nachteile: Keine Unterstützung von Dritthersteller-Codecs für Quicktime, mitunter falsche Voreinstellungen bei Codecs

Alternativen: Apple Compressor (kostenlos im Final Cut Studio 2 Paket), Sorenson Squeeze

Flip4Mac Episode und Episode Pro, Main Concept Reference

Ab Mac-OS X 10.4.11, ab Intel-Multi-Core-Prozessor, ab 2 GB RAM und 10 GB freier Festplattenspeicher

www.adobe.de

Andreas Zerr

Feedback: markus.schelhorn@macwelt.de

Encore CS4

Brauchbare Alternative zu Apple DVD Studio Pro

Adobe

Preis: Bestandteil der Creative Suite 4 Production Premium sowie Master Collection

Note: 2,0 gut

Geschwindigkeit (20%): 1,5

Funktionsumfang (30%): 2,4

Qualität (20%): 1,8

Handhabung (30%): 2,2

Vorzüge: Bluray und Flash-Unterstützung, Dynamik Link für Import ungerenderter After Effects- und Premiere-Projekte, verbessertes Diagramm und Vorschau über Firewire, Metadaten und Text-Import

Nachteile: Sperrig in der Anwendung, wenig brauchbare Vorlagen, vergleichsweise instabil

Alternativen: Apple DVD Studio Pro, Toast Titanium 10

Ab Mac-OS X 10.4.11, ab Intel-Multi-Core-Prozessor, ab 2 GB RAM und 10 GB freier Festplattenspeicher

www.adobe.de

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