Ungewöhnliche WLAN-Hardware |
Mit Macbook, iPhone oder iPod Touch ist der Internet-Besuch selbstverständlich. Aus Frankreich kommt ein weiterer Protagonist – ein Kaninchen und ein magischer Kunststoffspiegel, die etwa eine neue E-Mail vorlesen.
Von Sonja Angerer (03.08.2009)
Frankreich gilt als Mutterland der Revolution. Das französische Unternehmen Violet bastelt seit 2003 am "Internet der Dinge", bestehend aus Gegenständen, die über ein Funknetz (WLAN) und RFID-Chips "intelligent" reagieren. Violet nennt die Basisgeräte "Mir:ror" und "Nabaz:tag" (der besseren Lesbarkeit halber lassen wir im folgenden Text die Doppelpunkte in den Namen weg). Mirror und Nabaztag lassen sich am Mac konfigurieren und so für eine ganze Reihe vergnüglicher und praktischer Funktionen nutzen.
RFID ist die Abkürzung für Radio Frequency Identification, oder auf Deutsch: "Identifizierung mit Hilfe von elektromagnetischen Wellen."
Ein RFID-System besteht aus einem Transponder, der bei den weit verbreiteten passiven Modellen ohne eigene Stromversorgung auskommt. Das zugehörige Lesegerät erzeugt ein elektromagnetisches Hochfrequenzfeld von geringer Größe und liest so die Transponder-Kennung aus. Die Anfänge der Technik reichen bis zum zweiten Weltkrieg zurück. Die ersten Systeme wurden genutzt, um gegnerische Panzer und Flugzeuge von eigenen zu unterscheiden. Die ersten auf breiterer Front kommerziell nutzbaren Anwendungen kamen Ende der Siebziger, zunächst für die Kennzeichnung von Nutzvieh. Heute werden vermisste Tiere mit unter die Haut gesetzten RFID-Chips über Datenbanken wie Tasso identifiziert. Auch viele Maut- und Logistiksysteme setzen RFID ein. Aktive Transponder mit eigener Stromversorgung können eine Reichweite von bis zu 100 Metern haben, passive funktionieren maximal im Zentimeterabstand zum Lesegerät. Auch in allen seit 1. November 2005 beantragten deutschen Reisepässen ist ein Transponder mit biometrischen Daten integriert. Der Einsatz ist aus Datenschutzgründen höchst umstritten.
Die Installation des Mirrors ist denkbar einfach: Die neueste Software für Mac-OS X lädt man von der Webseite http://my.violet.net/mir ror/choose_mirware. Nach deren Installation schließt man das Lesegerät an einen USB-Port an und verbindet den Mac mit dem Internet. Die Software des Mirrors verbindet sich mit den Internet-Seiten von Violet: Dort muss man ein Konto "My Violet" einrichten. Voraussetzung dafür ist lediglich eine gültige E-Mail-Adresse.
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