Open Street Map

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Das Tool MapCompare der Geofabrik erlaubt es, die OSM-Karte (links) direkt mit z.B. Google Maps (rechts) zu vergleichen.

Open Street Map

Open Street Map: Karten für alle

Mit Open Street Map gibt es eine kostenlose und für alle frei nutzbare Landkarte. Die Idee gleicht der von Wikipedia, die Karte stellen viele freiwillige Helfern zusammen.

Von Julian Reischl (02.10.2009)

Als der Unternehmer Jimmy Wales im Januar 2001 die freie Enzyklopädie Wikipedia gründete, wurde er milde belächelt. Schon früher waren Online-Wissensdatenbanken gescheitert, wieso sollte Wales mit dieser Idee nun plötzlich Erfolg haben? Das Wörtchen Wiki sollte den Ausschlag geben: Es kommt aus dem Hawaiischen, bedeutet schnell und steht für ein Content-Management-System, an dessen Inhalten jeder ganz einfach im Browser Änderungen vornehmen kann. Die Nutzer selbst sollten enzyklopädische Artikel verfassen, das Wissen der Welt niederschreiben.

Was als wilde Idee begann, gewann schnell an Dynamik: Keine zehn Jahre später stellte Microsoft sein ambitioniertes Nachschlagewerk Encarta ein, und die Herausgeber der Brockhaus Enzyklopädie gaben bekannt, dass die 21. Druckausgabe von 2006 die letzte gewesen sein würde. Zum jetzigen Zeitpunkt umfasst Wikipedia über zehn Millionen Artikel und ist in 230 Sprachen zu lesen. Ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht. Das gleiche kann sich nun bei der Weltkarte wiederholen, das entsprechende Pendant zu Wikipedia heißt Open Street Map.

Hintergrund

Open Street Map

Auf den ersten Blick scheint Open Street Map ein Kartendienst wie Google Maps, Map Quest oder Bing Maps zu sein. Lediglich der kleine Hinweis "Die freie Wiki-Weltkarte" zeigt, dass Open Street Map sich von anderen Online-Landkarten unterscheidet. Denn Open Street Map, auch kurz OSM genannt, ist frei zugänglich, frei editierbar und frei weiterverwendbar. Im Grunde logisch, denn auf die Welt kann es ja eigentlich kein Copyright geben.

OSM lebt allein durch ein Heer von Freiwilligen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Welt detailliert zu erfassen. Zentrales Element ist eine Datenbank, in der nicht nur Straßenverläufe und Namen verzeichnet sind, sondern jedwede Information, die irgendjemand an irgendeiner Stelle des Planeten einmal für speichernswert empfunden hat, vom Briefkasten bis zur Feuerwache.

Der Zugang zur OSM-Datenbank steht jedermann offen. Es ist nicht nur erlaubt, sondern gewünscht, das Kartenmaterial weiterzuverwenden. Wer beispielsweise auf seiner Webseite einen Kartenausschnitt einer der anderen Anbieter benutzt, oder auch eine analoge Karte einfach einscannt, bewegt sich bereits in einer juristischen Grauzone. Das OSM-Projekt ermutigt dahingegen jedermann, die Daten und Karten zu nutzen, auch kommerziell. Eine Vielzahl von Apps und Programmen zeigen, wie aktiv und lebendig die OSM-Community ist.

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