Test: Navi-Systeme |
Tomtom und Navigon bieten als Marktführer bei den Navigationssystemen nun reine Softwarelösungen für iPhone 3G und 3GS. Wir testen, ob sie sich als Ersatz eines herkömmlichen Navis eignen und welches Programm das beste ist.
Von Volker Riebartsch (09.11.2009)
Navigationssysteme für das Auto - kurz Navis genannt – gibt es schon lange. Vor Jahren noch ein kostspieliges Werkzeug für Vertreter oder Technik-Freaks mit gut ausgestattetem Geldbeutel, sind Geräte mit Kartenmaterial für Deutschland, Österreich und die Schweiz heute schon für etwa 100 Euro zu haben. Je nach zusätzlichen Karten und Displaygröße sind bis zu 250 Euro zu berappen. Die Topmodelle kommen in den meisten Fällen von Navigon oder Tomtom, die Marktführer haben jetzt beide ein Software-Navi fürs iPhone im Angebot.
Neben Tomtom und Navigon gibt es inzwischen weitere Navigationssysteme für das iPhone. Der Löwenanteil des Marktes wird sicher zwischen den beiden Marktführern aufgeteilt. Vielleicht stößt Falk später noch dazu, das Unternehmen hat eine iPhone-Lösung angekündigt. Für Benutzer, die unterwegs nur ohne Kosten für Datenverbindung Umgebungskarten benötigen, gibt es ein kostenloses Tool.
Navigationssysteme bestehen im Wesentlichen aus einem GPS-Empfänger, einem Prozessor zur Verarbeitung der Daten, einem internen oder externen Speichermodul, Stromversorgung und Kartenmaterial. Dazu kommt natürlich die Software, die für Routenplanung, Warnung vor Staus, Radarfallen und so weiter zuständig ist. iPhone 3G und 3GS verfügen über fast alle Hardwarebestandteile eines GPS. Beim Prozessor setzt Apple übrigens auf den Prozessortyp, der auch bei Navigons Geräten zum Einsatz kommt, allerdings nutzt Apple einen wesentlich moderneren Chip.
Allerdings war es nicht Tomtom, sondern Konkurrent Navigon, der die erste Lösung im App Store anbot. Während Tomtom mittlerweile seine erste Version auch im App Store anbietet, stellte Navigon bereits zwei kostenlose Updates mit zusätzlichen Funktionen zur Verfügung.
Wir haben "echte" Navigationsgeräte beider Hersteller und die iPhone-Lösungen an iPhone 3G und iPhone 3GS getestet, hier jeweils die Europaversionen. Die iPhones waren in einer Standard-iPhone-Halterung an der Frontscheibe des PKW untergebracht und wurden per 12-Volt-Anschluss mit Strom aus dem Zigarettenanzünder versorgt.
Den Vergleich der Funktionen und Benutzeroberfläche finden Sie in folgender Bildergalerie:
Navigon bietet im App Store vier verschiedene Versionen, Tomtom drei unterschiedliche an. Wie bei vielen "echten" Navi-Geräten unterscheiden sich die Versionen beim im Lieferumfang enthaltenen Kartenmaterial. Unter der Bezeichnung DACH bieten beide ihre Lösung mit Karten für Deutschland, Österreich und die Schweiz an, Tomtom verlangt bei Redaktionsschluss 70, Navigon verlangt ebenfalls 70 Euro. Die Versionen Navigon Europa beziehungsweise Tomtom Westeuropa kosten beide 100 Euro, allerdings bietet Navigon Kartenmaterial von deutlich mehr Ländern. Auch für Nordamerika und Kanada haben beide Anbieter je eine Version im Angebot, Navigon Nordamerika (USA und Kanada) kostet 70 Euro, Tomtom Nordamerika und Kanada 80 Euro. Für 63 Euro offeriert Navigon darüber hinaus eine Variante für Australien.
Beide Lösungen benötigen reichlich Speicherplatz auf dem iPhone, die von uns getesteten Europaversionen benötigen 1,44 Gigabyte (Tomtom Version 1.0) beziehungsweise 1,79 Gigabyte (Navigon Version 1.2). Die beiden DACH-Varianten benötigen 380 (Tomtom) beziehungsweise 500 Megabyte (Navigon).
Die Benutzeroberfläche beider Systeme ist durchdacht und gut an das iPhone angepasst. Die Tomtom-Lösung kommt etwas bunter daher, Navigon setzt auf elegantes Schwarz. Navigons Startscreen sieht etwas aufgeräumter und mehr iPhone-like aus, mit Hauptfunktionen als große Buttons und weiteren Funktionen unten in der Programmzeile.
Wer bereits ein Navigationsgerät eines der beiden Hersteller benutzt, wird sich bei der entsprechenden iPhone-Version schnell zurechtfinden, Optik und Terminologie sind weitgehend identisch mit den jeweiligen Komplettgeräten. Wer noch nie ein Navigationsgerät benutzt hat, muss sich bei beiden Systemen einfuchsen, was allerdings recht intuitiv funktioniert.
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