Test: LED-Beamer

Von Christian Möller (25.01.2010)

Auflösung

Langsame Reaktionszeit ist bei DPL-Projektoren kein Problem. Der Benq GP1 schaltet innerhalb von 0,6 Millisekunden von schwarz auf weiß.
Langsame Reaktionszeit ist bei DPL-Projektoren kein Problem. Der Benq GP1 schaltet innerhalb von 0,6 Millisekunden von schwarz auf weiß.
Die ultraportablen Geräte im Test stellen 800 mal 600 Bildpunkte dar. Das reicht, um normales SD-Video in guter Qualität abzubilden, für den Einsatz am Mac ist es jedoch zu wenig. Viele Programme brauchen eine höhere Auflösung, damit man sämtliche Bedienelemente erreicht. Abhilfe schafft das Downscaling. Hierbei wird dem Mac eine höhere Auflösung vorgetäuscht, als der Projektor darstellen kann. Der Beamer skaliert das Bild dann auf seine native Auflösung herunter. Zwar geht damit einiges an Bildschärfe und Bildinformation verloren, doch kann man so die meisten Mac-Programme bedienen. Dies ist unter anderem dann wichtig, wenn man den Beamer kalibrieren will. Die Kalibrierprogramme sowohl von X-Rite als auch von Basiccolor setzen mindestens 1.024 mal 768 Punkte voraus.

Alle Geräte bieten Downscaling an. Der Aiptek T30 schafft es sogar, die HD-Auflösung 720i auf seine native Auflösung von 640 mal 480 Punkten per S-Video-Anschluss herunterzubrechen. Allerdings erscheint das Bild dann extrem verzerrt.

Eine Besonderheit stellen wir beim LG HS200G fest. Sobald er eine höhere Auflösung herunterskaliert, verändert sich die Farbdarstellung deutlich. Besonders in den Schatten reißt die Darstellung dann extrem ab. Man sollte dieses Gerät daher möglichst in der nativen Auflösung von 800 mal 600 Punkte am Mac betreiben, dann stimmen die Farben.

Farbumfang

In puncto Farbumfang zeigen sich die aktuellen Beamer mit DLP/LED-Technik ausgesprochen großräumig. Das Modell von LG (weißer Körper) übertrifft sogar einen guten LCD-Monitor (farbiger Körper).
In puncto Farbumfang zeigen sich die aktuellen Beamer mit DLP/LED-Technik ausgesprochen großräumig. Das Modell von LG (weißer Körper) übertrifft sogar einen guten LCD-Monitor (farbiger Körper).
Der Farbumfang von Projektoren kann nach wie vor nicht mit dem von guten LCD-Monitoren mithalten, das zumindest war bislang so. Doch unsere Messungen mit den LED-Beamern zeigt ein anders Bild. Gegenüber herkömmlichen Projektoren ist der Farbraum der DLP/LED-Modelle deutlich größer und reicht sogar an den guter Bildschirme heran. Daran erkennt man, wieviel Potenzial in der LED-Technik liegt. Sollte sich die Helligkeit der Leuchtdioden in Zukunft weiter steigern lassen, besteht kein Zweifel daran, dass LED-Projektoren die herkömmlichen Glühlampen komplett ablösen werden. Den größten Farbumfang messen wir beim LG HS200G.

Allerdings liegen die mobilen LED-Projektoren, die mit der LCoS-Technik arbeiten in puncto Farbumfang noch weit zurück. Dies erkennt man nicht nur messtechnisch sondern auch subjektiv. Die Farben wirken übersättigt und reißen in den Lichtern und Schatten frühzeitig ab. Das fällt besonders auf, wenn man beispielsweise ein iPhone oder einen iPod anschließt.

Technik: DLP/LED gegen LCoS

Die hier getesteten Projektoren arbeiten nach zwei vollkommen verschiedenen technischen Verfahren.

- DLP/LED: Diese Projektoren arbeiten zunächst wie herkömmliche DLP-Projektoren. Hierbei sorgen mikroskopisch kleine, klappbare Spiegel für die Umlenkung des Lichts auf die Leinwand. Die Farbe entsteht durch ein rotierendes Farbrad durch das das Licht geleitet wird. Das Licht stammt in diesem Fall von einer oder mehreren LEDs.

- LCoS: die Abkürzung steht für Liquid Crystal on Silicon. Anders als bei herkömmlichen LCD-Projektoren wird hier das Licht nicht durch die LCD-Zellen hindurchgeführt, sondern reflektiert. Dadurch lassen sich die LCD-Zellen direkt auf einem Chip fertigen und von ihm ansteuern. Extrem kleine bildgebende Einheiten sind dadurch möglich.

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