Test: Firefox 3.6 |
Von Ingo Böhme (02.02.2010)
Wie Google Chrome verfügt auch Firefox über einen privaten Modus. Über die Tastenkombinationen [Umschalt-Befehl-P] schränkt der Browser seine Datensammelwut ein und hinterlässt keinerlei Spuren nachdem man das Programm wieder schließt. Insofern ist es insbesondere an fremden Rechnern - etwa in einem Internetscafé - eine gute Funktion, um nicht unbewusst als gläserner Surfer dazustehen.
Während Viren und andere digitale Angreifer beim Mac eher selten sind, ist Phishing auf allen Plattformen ein Thema. Hier werden Bank- oder eBay-Seiten nachgebaut und gutgläubige Besucher dazu aufgefordert, ihre Kontoinformationen einzugeben. Über den in Firefox integrierten Google-Service "Safe Browsing", weist der Browser darauf hin, wenn eine Seite bei Google als unsicher gemeldet ist.
Ebenfalls als Sicherheitsfeature verkauft Firefox die automatische Überwachung von Browser-Plug-ins. Veraltete Flash-, Shockwave- oder Quicktime-Module sind häufig Einfallstore für schädliche Software. Mit der Version 3.6 überprüft Firefox in Kombination mit dem Internet-Service "Plugincheck", welche Module nicht mehr auf dem neuesten Stand sind und warnt vor alten Versionen.In den Anfängen war Firefox der schnellste Browser. Mittlerweile liegt Firefox weit hinter Safari und Googles Chrome zurück. Trotzdem macht sich der Geschwindigkeitszuwachs im Vergleich zur Version 3.5.5 im Macwelt-Test mit mehr als 25 Prozent Steigerung bemerkbar. Dies wird durch eine neue und komplett überarbeitete Rendering-Engine erreicht, die seit Version 3.6 Bestandteil des Browsers ist.
Neben dem Aufbau der Seite hakt es insbesondere beim Programmstart. Hier wird der Vorteil des Systems zur Geschwindigkeitsbremse. Durch die zahlreichen Erweiterungen, die beim Start geladen werden müssen, kann es schon einmal bis zu einer halben Minute dauern, bis der Browser samt Webseite auf dem Schirm erscheint. Insbesondere wenn Online-Dienste, wie Wettervorhersage oder Community-Spiele in der Statuszeile die gewünschten Informationen darstellen sollen, hängt es stark von der Leistung der Internet-Verbindung ab, wie schnell der Browser die gewünschte Seite darstellt. Die gefühlte Verzögerungen ist beim Firefox nach wie vor mehr als nervig. Dies trifft insbesondere bei Systemen mit geringen Ressourcen, vor allem beim Hauptspeicher zu. Hier langt Firefox kräftig hin.
Echte Neuerungen bringt die Version 3.6 nicht mit. Das beschränkt sich auf kleine Modifikationen, etwa bei eingebetteten Videos, bei denen über das Kontextmenü Vorschau und Vollbildmodus aktiviert werden können, wenn der entsprechende Tag im Quelltext gesetzt wurde. In Aktion kann man dies beispielsweise unter www.archive.org sehen. Ob andere Webseiten, außer speziell für den Firefox präparierte, auf diesen Zug aufspringen, bleibt zweifelhaft.
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