Test: Midi-Controller und Videosoftware |
Mit Block präsentiert Livid Instruments einen faszinierenden Midi-Controller. Die Videosoftware Cell DNA zeigt das breite Einsatzspektrum des Geräts
Von Thomas Pelkmann (14.07.2010)
Dem Gerät mit den Maßen 26 x 26 x 3,8 cm sieht man die Handarbeit im besten Sinne an, denn es ist tadellos verarbeitet: die Knöpfe aus Gummi sind gut spielbar, die Fader angenehm leicht, aber nicht leichtgängig. Treiber benötigt man für Block nicht; das Gerät ist nach dem Einstöpseln über USB sofort spielbereit. Eine separate Stromversorgung ist nicht nötig, da sich Block den Strom über die USB-Schnittstelle holt.
Die Programmierung über den Editor ist denkbar einfach: Man aktiviert ein Steuerelement, stellt den Kontrolltyp ein und vergibt einen Wert, zum Beispiel die Controller-Nummer. Vom Editor aus lassen sich die LEDs der 8x8-Matrix mit Bildern, Buchstaben und Videos animieren. Allerdings erlaubt die grobe Rasterung nur eine Auflösung von 8x8 Pixel. Man kann unterschiedliche Animationen in Pattern ablegen. Diese werden jedoch nur im Editor gespeichert, nicht im Gerät, sind also ohne die Software nicht lauffähig. Schade!
Für den Sequenzer Ableton Live ist der Controller ein idealer Partner. Die 64 Knöpfe lassen sich leicht zum Ein-, Aus- und Weiterschalten einzelner Clips verwenden. Die Dreh- und Schieberegler können dabei die Lautstärke einzelner Kanäle regeln oder die Transportfunktionen von Live übernehmen.
Das harmonische Zusammenspiel von Block und Live dokumentiert ein quelloffener Step-Sequenzer von der Webseite von Livid Instruments. Er lässt sich als Effekt in jede einzelne Spur einschleifen und über Block steuern. Die Tonhöhe der einzelnen Schritte muss allerdings in Live angepasst werden.
Gut für Live-Performances: Über das ebenfalls als Open Source-Programm erhältliche Livid Lights sendet der Host die Midi-Daten an den Controller zurück, um die LEDs im Takt des Sequenzers leuchten zu lassen.
Block steuert alle Programme, die Midi-Daten verarbeiten können. Dazu gehört auch eine Reihe von Video-Anwendungen, zum Beispiel Cell DNA. Das Programm gehört bei Ohm 64 zum Lieferumfang, bei Block nicht.
Cell DNA steuert verschiedene Video- und Audioquellen. Das kann ebenso eine Live-Kamera sein wie Videoclips und Musik von der Festplatte. Dabei zeigt sich das Programm sehr formatfreudig: Es spielt alle gängigen Video- und Audio-Typen ohne Murren ab. Allerdings kann Cell DANN nur eine Live-Kamera steuern.Für die 51 Effekte von Cell DNA, die von dezent bis brachial alles abdecken, was man sich für Video-Darbietungen wünscht, reichen die Knöpfe und Regler von Block nicht. Das Programm gleicht dieses Manko über 32 Presets aus, die man von Block aus weiterschalten kann. Damit lässt sich dann die ganze Effektpalette komfortabel und umfassend bedienen. Leider reagiert Cell DNA mitunter behäbig oder erst beim zweiten Mal auf Regler-Änderungen bei Block. Dies sollte der Hersteller beim nächsten Update auf jeden Fall beheben.
Block ist ein idealer Partner für Liveperformances und andere Kreativspiele. Er ist von ansprechendem Äußeren, lässt sich leicht bedienen und unterstützt mit seinem Konzept eine ganz neue Art von Musik und Videokunst. Allerdings sollte man erwähnen, dass Block nichts kann, was man mit modernen MIDI-Keyboard-Controllern nicht auch hinbekommt - außer leuchten.
Midi-Controller für Liveperformances mit guter Anbindung an das Videosteuerprogramm Cell DNA
Living Instruments
Preis: € 285, CHF 420; Cell DNA für Besitzer von Block: € 55, CHF 80
Note: 1,3 sehr gut
Erscheinungsbild (30%): 1,1
Funktionalität (30%): 1,3
Programmierbarkeit (10%): 1,5
Kreatives Potential (30%): 1,2
Vorzüge: Sehr ansprechendes Äußeres unter vorbildlicher Verarbeitung von nachhaltigen Rohstoffen, idealer Partner für Ableton Live und Cell DNA
Nachteile: LED-Presets nur im Editor, nicht live verwendbar, CellDNA reagiert mitunter behäbig auf Block, nur eine Live-Kamera in CellDNA
Alternative: Monome, Novation Launch-Pad
Ab Mac-OS X 10.2, ab 800 MHz G4-Prozessor
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