Festplatten optimieren

Festplatten testen und verwalten mit Stellar Drive Toolbox 2.0

22.08.2012 | 14:09 Uhr | Stephan Wiesend

Festplattentool für Profis, das insgesamt dreizehn Funktionen wie Oberflächen-Scan, Defragmentierung und Klonen bietet.

Dreizehn Tools packt Stellar Data Recovery in das Programmpaket Stellar Drive Toolbox. Das eher für erfahrene Anwender geeignete Tool-Paket konkurriert mit Profi-Tools wie Tech Tool Pro und Drive Genius. Interessant ist es vor allem für herkömmliche Festplatten, über die Tauglichkeit für SSDs schweigt sich der Hersteller aus. Möglich ist mit der Toolbox unter anderem die Formatierung von Festplatten, die Verwaltung von Partitionen und das Reparieren von Dateisystem-Fehlern. Diese Funktionen bietet auch Apples Festplatten-Dienstprogramm, aber das Programmpaket kommt mit weiteren interessanten Funktionen. Sinnvoll ist etwa der Oberflächenscan, den nur wenige Mac-Tools unterstützen. Dabei wird nach fehlerhaften Sektoren gesucht – ein zuverlässiger Hinweis darauf, dass die Festplatte bald ausfallen wird. Der Test kann Stunden dauern, ist jedoch bei wichtigen Datenträgern sehr empfehlenswert. Nur für Profis interessant ist ein RAW-Editor. Einen gemischten Eindruck hinterlässt ein Aufräumprogramm, das beim Löschen von redundanten Daten und Systemdateien hilft.


Dieses Tool, das auch einzeln erhältlich ist, liste große Dateien und Duplikate auf, löscht Cache und Steuerdateien und entfernt auf Wunsch unsichtbare Dateien auf externen Datenträgern. Die Benutzerführung ist allerdings recht riskant, so bietet es etwa das schnelle Löschen aller großen Dateien an, was zum versehentlichen Löschen wichtiger Dateien führen kann. Ärgerlicherweise löst das Tool zudem eine erneute Indizierung der Festplatte mit Spotlight aus. Ein eigenes Programm zum sicheren Löschen von Daten ist ebenfalls integriert, dieses kann als Zusatzfunktion Surfspuren entfernen. Eine Funktion für die Defragmentierung darf nicht fehlen, für die Anwendung auf das Boot-Volume muss man aber zuerst eine bootfähige DVD erstellen. Ein Script erstellt hierzu aus Systemdateien ein bootfähiges DVD-Image. Unter OS X 10.8 funktioniert dies jedoch nicht, und eine Defragmentierung liefert nach unserer Erfahrung nur bei Festplatten, die mehrere Jahre intensiv im Einsatz sind, messbare Verbesserungen. Vier verschiedene Methoden sind wählbar, leider nennt das Tool den Grad der Defragmentierung nicht. Da eine komplette Defragmentierung zudem mehr als zehn Stunden dauern kann, empfiehlt sich als bessere Alternative das Löschen einer Festplatte und das Aufspielen eines Backups. Die Funktion zur Datenwiederherstellung halten wir zuerst für eine Datenrettungsfunktion, dahinter verbirgt sich aber eine Klon-Funktion. Die Toolbox bietet nämlich neben dem Erstellen einer Festplattenkopie die automatische Sicherung eines Systemabbilds, damit sich ein früherer Systemzustand wiederherstellen lässt. Das Klonen des Systems auf eine andere Festplatte ist mit dem Tool möglich, auf Wunsch sogar mit bootfähigem Mini-System für die einfache Wiederherstellung. Time Machine und Festplatten-Dienstprogramm eignen sich für diese Aufgabe aber ebenfalls. Datenverschlüsselung ist mit dem Programmpaket möglich, ebenso ein Test der Festplattenleistung. Letzterer liefert in unserem Test allerdings völlig unbrauchbare Werte und bescheinigt unseren eher lahmen Festplatten völlig überhöhte Datenraten von über 200 MB/s. Hier und auch bei der teils fehlerhaften Lokalisierung sollte der Hersteller nachbessern.
Fazit: Wertvoll ist der Oberflächenscan, die Defragmentierung kann bei einigen Platten ebenfalls Sinn machen. Viele der Aufgaben sind allerdings auch mit Bordmitteln lösbar, wegen einiger recht riskanter Bedienoptionen ist die Software nur für erfahrene Anwender zu empfehlen.


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