08.08.2012, 14:00

Stephan Wiesend

Mac vor Malware schützen

Mac absichern mit McAfee Total Protection 2012

Antivirensoftware, die eine Firewall bietet, unbekannte Programme blockt und Lizenzen für Mac, PC und Android beinhaltet.
Einen Virenscanner für OS X hat McAfee schon seit Jahren im Angebot, früher richtete sich dieses Angebot aber nur an Firmen. Auch Heimanwender oder Selbstständige sind jetzt als Kunden interessant, so beinhaltet das Angebot Total Protection 2012 einen Virenscanner für Macs. Bei dieser Softwarelösung erwirbt man für 85 Euro eine Art Rundumversorgung für mehrere Geräte. Nach einer Registrierung beim Hersteller kann man nicht nur ein Sicherheitspaket für Macs und einen Windows-PC installieren, sondern auch Antivirenlösungen für Android-Mobilgeräte, Blackberry-Geräte sowie Symbian-Handys. Die verschiedenen Pakete verwaltet und installiert man über einen Webaccount. Interessant ist das Paket etwa für Nutzer eines Mac und eines PCs.

Virenschutz im Paket

Die nicht zuletzt für Bootcamp-Nutzer interessante Windows-Lösung entspricht dem Produkt Total Protection und bietet ein Paket aus Firewall, Virenscanner und Webfilter. In Vergleichstests der PC-WELT erzielte die PC-Version des Virenscanners allerdings nur einen mittleren Platz. Mehrere Module beinhaltet auch das Softwarepaket für den Mac: Grundlage bildet ein Virenscanner, zusätzlich installiert das Tool eine Firewall, Webschutz und einen Anwendungsfilter. Das Paket entspricht dem Programm McAfee Internet Security für den Mac, das auch einzeln für 60 Euro zu haben ist. Das wichtigste Modul, der Virenscanner, hinterlässt in unserem Test einen gemischten Eindruck. Der Funktionsumfang ist gut, er besteht aus einem Hintergrundscanner und einem manuellen Scanner. Der Hintergrundscanner ist im Alltag kaum spürbar, allenfalls bei Dateioperationen. So dauert das Kopieren eines Ordners mit sehr vielen Dateien ohne Hintergrundwächter 160 Sekunden, mit Wächter dagegen 280 Sekunden. Auf Wunsch kann man den Hintergrundscanner auch deaktivieren und nur den manuellen Scanner nutzen, etwa um zeitgesteuert Ordner zu prüfen oder gelegentlich verdächtige Dateien zu prüfen. Gute Ergebnisse erzielt der Scanner bei Mac-Malware, sogar alte Mac-Schadsoftware kann das Tool zuverlässig erkennen. Weniger gut sind die Ergebnisse bei Windows-Malware. Bei unserer nicht repräsentativen Stichprobe erkennt der Scanner nur knapp 60 Prozent der Windows-Malware, Konkurrenten wie Kaspersky und Nod32 sind da deutlich zuverlässiger. Offensichtlich verwendet McAfee bei der Mac-Version einen viel schwächeren Scanner als bei seinem PC-Virenscanner: Dieser kann in unserer Gegenprobe nämlich über 90 Prozent der gleichen Schadsoftware identifizieren. Beim Erkennen von Windows-Malware müssen die Nutzer der Mac-Version offensichtlich Abstriche machen.

Warnungen vor gefährlichen Websites

Zusätzlich zu dem Virenscanner installiert das Tool die Erweiterung Site Advisor für Safari und Firefox. Site Advisor integriert eine zusätzliche Leiste im Browser und signalisiert mit Ampelfarben, ob eine Webseite ungefährlich ist oder etwa als Phishing-Seite bekannt ist. Auch bei Google-Suchergebnissen blendet die Erweiterung Warnhinweise ein. Zum Sicherheitspaket gehört außerdem eine Firewall, die ein- und ausgehende Netzverbindungen überwacht. Hier kann man Netzzugriffe auf vertrauenswürdige Netzwerke beschränken sowie Datenverbindungen auf vertrauenswürdige Geräte. Ein Tarnmodus, etwa für öffentliche WLANs, ist aktivierbar. Unter OS X ist der Sinn dieser Firewall allerdings zweifelhaft, da das System bereits eine eigene Firewall mit ähnlichen Funktionen besitzt. Ungewöhnlich ist das ebenfalls hier aktivierbare Modul Anwendungsschutz, eine weitere Sicherheitsfunktion. Um vor Malware zu schützen, kann man damit alle nicht von Apple signierten Anwendungen blocken – eine Lösung, die an Gatekeeper erinnert. Auf Wunsch blockt das Tool alternativ nur die Netzzugriffe dieser Programme – ein guter Schutz vor Spionprogrammen. Konfigurieren lassen sich diese zusätzlichen Funktionen über die Voreinstellungen des Programms. Für Heimanwender sind diese Schutzfunktionen allerdings meist nicht notwendig und sorgen im Alltag für häufige Behinderungen. Trotz gestiegener Bedrohung durch Malware ist ein Virenscanner mit Wächterprogramm für Privatanwender nach unserer Einschätzung nicht erforderlich. Leider verursachen vor allem die Hintergrundscanner einer Antivirensoftware oft mehr Probleme, als sie Schutz bieten: So können sie etwa Time-Machine-Backups stören. Die zusätzlichen Schutzfunktionen wie Firewall und Anwendungsschutz sind eher für gefährdete Firmenangehörige von Interesse, nicht für Heimanwender.

Empfehlung

Hat man ein hohes Sicherheitsbedürfnis und nutzt neben seinem Mac auch einen Windows-Rechner, ist die Total Protection Suite eine brauchbare Komplettlösung. Interessant ist der Scanner etwa für Firmen-Macs mit älteren Mac-Systemen. Ein Manko ist aber die mittelmäßige Erkennung von Windows-Malware und der relativ hohe Preis. Für Heimanwender ist ein Virenscanner nach unserer Meinung jedoch nicht erforderlich, durch OS X 10.8 hat sich die Sicherheit des Systems zudem weiter verbessert.

Sicherheitssoftware, die mehrere Geräte unterstützt und auch vor Phishing und Netzzugriffen schützt
McAfee
Preis: € 85 (Jahreslizenz)
Note: 2,0 gut
Leistung (50%)    2,5
Ausstattung (30%)    1,5
Bedienung (10%)    2,0
Lokalisierung (10%)    1,0
Vorzüge:  Komfortable Oberfläche, guter Funktionsumfang
Nachteile: Mäßige Erkennung von Windows-Malware, Firewall und Anwendungsschutz nur bei älteren Systemen notwendig
Alternativen: Kaspersky, Sophos Anti-Virus
Ab OS X 10.5
www.mcafee.com
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