In der letzten Wochenend-Ausgabe der Süddt. Ztg stellte ein Bericht den Waffennarren Cody Wilson vor, der aus einem 3D-Drucker eine schießfähige Kunststoff-Pistole herstellte, The Liberator genannt. In einem YouTube-Video führte er das Ding vor, wobei fliegende Bomberstaffeln der US-Luftwaffe eingeblendet wurden.

CW betreibt eine eigene Webseite, Defense Distributed genannt. Einige von diesen Seiten wurden vom "US Department of Defense Trade Controls" entfernt. Und weiter heißt es: "Until further notice, the United States government claims control of the information." D.h. im Klartext: Die Downloadseite der Bauanleitung der Plastikwaffe ist gesperrt.

Der 2. US-Verfassungszusatz (2nd amendment) garantiert Amerikanern das Recht auf Waffenbesitz. Konkret heißt das, die Macht über Leben und Tod, das Recht zum Töten auszuüben.

Dieses Freiheitsrecht bedeutet den Tod von ca. 30.000 US-Bürgern - davon ca. 60% Suizidfälle - Jahr für Jahr. Letzte Woche hat ein 5jähriger seine 3jährige Schwester mit einer Kinderfeuerwaffe erschossen - die neueste Marketingstrategie der Waffenlobby, Kinder schon früh mit Schusswaffen vertraut zu machen, um sie später als treue Kunden zu gewinnen.

Trotz dieser Tragödien pocht die US-Waffenlobby, die NRA (National Rifle Association), auf die uneingeschränkte Ausübung des Waffenbesitzrechts. Eines ihrer Argumente ist die Selbstverteidigung. Allerdings erwischt einen das Verbrechen stets unerwartet. Die Kinobesucher in Aurora, Colorado (12. Juli 2012), haben auch nicht damit gerechnet, dass ein Killer zuerst Tränengas einsetzt, um dann wie wild um sich zu schießen.