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Mai: Zehn Jahre danach

26.12.2008 | 07:31 Uhr |

Im Mai wartet die Mac-Szene gespannt auf Apples Entwicklerkonferenz WWDC, die im Juni Neuheiten zum iPhone bringen soll. Ansonsten ist rund um die Pfingstferien wenig los, sieht man einmal von der Premiere von Xpress8 ab. Zeit, sich ein wenig an den Mai 1998 zu erinnern.

Zehn Jahre: iMac und Mac-OS X feiern Jubiläum

Vor zehn Jahren hat ein Apple-Rechner eine komplette Industrie umgekrempelt. Dass der seinerzeit angeschlagene Konzern aber heute so erfolgreich ist wie nie, liegt nicht nur an der Hardware. Auch Mac-OS X feiert im Mai sein zehnjähriges.

Anfang Mai 1998 - Helmut Kohl war Bundeskanzler und der 1. FC Kaiserslautern gerade Deutscher Fußballmeister geworden. Ein US-amerikanischer Computerhersteller stand kurz vor der Pleite und präsentierte eine neue Software- und Hardwarestrategie. Zehn Jahre später hat der Pfälzer Politiker nach Abwahl und Spendenaffäre viel von seiner Reputation verloren, der Pfälzer Fußballclub vermeidet nach sportlichen Kapriolen und finanziellem Chaos gerade noch so den Absturz in die dritte Liga, während sich Apple längst in die erste Liga der Hersteller von Computer- und Unterhaltungselektronik emporgeschwungen hat - nicht zuletzt dank iMac und Mac-OS X , die vor zehn Jahren das Licht das Welt erblickten.

Nicht ganz anderthalb Jahre nach seiner Rückkehr zu Apple und neun Monate nach Demission des CEO Gil Amelio eröffnete Steve Jobs in San Jose die weltweite Entwicklerkonferenz WWDC in San Jose mit zwei wichtigen Ankündigungen. Erstens: Das Betriebssystem der neuen Generation war neu auf den Weg gebracht und würde "Mac-OS X" heißen, die bisherigen Anstrengungen in Richtung "Rhapsody" als Nachfolger des altgedienten Mac-OS 8 hätten sich als Sackgasse erwiesen. Zweitens: Der All-in-One-Rechner, der als Desktop für jedermann konzipiert ist, sich aber mit einer Hand greifen und transportieren lässt, ist zurück. "Hello again!" begrüßte das Bondi-blaue Überraschungsei iMac in Anlehnung an seinen Urahn Mac Classic das Publikum auf seinem Monitor.

Nach Jahren unübersichtlicher Strategien und Produktdiversifikationen wollte Apple zur Klarheit zurückkehren, die das Unternehmen Mitte der Achtziger auszeichnete. Bewusst erinnerte der Rechner an den Ur-Macintosh und an Steve Jobs’ Credo: "Traue nie einem Rechner, den du nicht hochheben kannst". Streng genommen schmückte sich Jobs, der seinerzeit offiziell nur als Berater für Apple tätig war, erneut mit fremden Federn: Den Ur-Mac hatte Anfang der Achtziger Jef Raskin konzipiert, das iMac-Projekt hatte Gil Amelio angestoßen, während er gleichzeitig den schwer angeschlagenen Computer-Hersteller zu sanieren versuchte.

Jobs’ Marketingtalent und seiner Entscheidung, bei der Gestaltung des iMac dem jungen britischen Designer Jonathan Ive freie Hand zu lassen, führten aber schließlich zum Erfolg. "Sorry, no beige!" war genau der Ansatz, nach dem der von hässlichen, grauen und beigen Kisten gesättigte Markt verlangte: Vom Erstverkaufstag 15. August (in Deutschland 5. September) bis Jahresende verkaufte Apple 800.000 Bondi Blues . Bis Frühjahr 2001 gingen insgesamt fünf Millionen iMacs über die Ladentische.

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