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Juli: Jobs krank, Apple gesund, Börse besorgt

28.12.2008 | 07:35 Uhr |

Warum es zur Finanzkrise kommen konnte, lässt sich womöglich aus den Reaktionen der Börse auf Apples Geschäftsergebnisse schließen: Auf zurückhaltende Erwartungen trotz Rekordumsätzen und gewinnen reagiert Wall Street mit Liebesentzug. Als dramatischer für den Kurs der Apple-Aktie erweisen sich aber Spekulationen über den Gesundheitszustand von Steve Jobs.

Steve Jobs: Ein dünner Mann in der Öffentlichkeit
Vergrößern Steve Jobs: Ein dünner Mann in der Öffentlichkeit

Jobs dementiert Gerüchte über Krebserkrankung

Steve Jobs
Vergrößern Steve Jobs

Die Sorgen um Steve Jobs’ Gesundheit nehmen im Sommer überhand. Insbesondere sein Aussehen während der WWDC-Keynote lässt vieel Beobachter befürchten, der Krebs sei beim Apple-CEO zurückgekehrt. In einem ungewöhnlichen Schritt dementiert der Apple-Chef die Spekulationen jedoch höchstpersönlich. Der als verschwiegen und bisweilen auch arrogant geltende Gründer des iPhone - und iPod - Herstellers wählt dafür den ungewöhnlichen Weg über einen Journalisten der "New York Times", der zudem auch noch keine Details nennen durfte

Immerhin darf der Reporter Joe Nocera nach einem Telefonat mit Jobs preisgeben, dass der Apple-Chef zwar etwas deutlich Ernsteres als eine gewöhnliche Viruserkrankung hatte, wie Apple zunächst beschwichtige. Die Erkrankung sei jedoch nicht lebensbedrohlich, von einer Rückkehr der 2004 operierten Krebserkrankung könne keine Rede sein. Er habe auch nichts gehört, was bisherigen Berichten der "New York Times" widersprochen habe, schreibt Nocera als weiteren Hinweis. Die Zeitung hatte in der Woche zuvor berichtet, dass Jobs sich einer Operation unterzogen und an Verdauungsproblemen gelitten habe.

Da der 53-Jährige als treibende Kraft hinter vielen Apple-Innovationen gilt, belasteten die Gerüchte den Aktienkurs und lösten in Amerika auch eine Diskussion darüber aus, wann ein Firmenchef die Öffentlichkeit über seinen Gesundheitszustand informieren muss. Jobs hatte 2004 Mitarbeiter und Aktionäre über seine Erkrankung an Bauchspeicheldrüsen-Krebs erst nach erfolgreicher operativer Behandlung unterrichtet.

Sogar Apple-Finanzchef Peter Oppenheimer hatte noch Öl ins Feuer gegossen: In der Telefon-Konferenz nach Vorlage der Quartalszahlen antwortete er auf eine Frage nach Jobs' Gesundheit, der Konzernchef liebe Apple und wolle das Unternehmen nicht verlassen. Und "Steves Gesundheit ist seine Privatangelegenheit".

Nach Darstellung von Joe Nocera rief Jobs ihn wenige Tage später an und erklärte sich bereit, Informationen über seinen Gesundheitszustand zu geben, wenn diese geheim blieben. Nocera zufolge begann sein Gesprächspartner die Unterhaltung mit folgendem Satz: "Sie denken, ich bin ein arroganter (herausgelassener Kraftausdruck), der glaubt, dass er über dem Gesetz steht, und ich denke, Sie sind ein Schleim-Eimer, bei dem die meisten Fakten nicht stimmen."

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