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August: Sommerpause

29.12.2008 | 07:32 Uhr |

Anders als im Vorjahr nutzt Apple den August diesmal nicht für die Vorstellung neuer Produkte. Warum auch, das iPhone verkauft sich wie geschnitten Brot und für das Weihnachtsgeschäft ist es definitiv zu früh. Zu früh kommt Bloomberg auch mit einem Artikel heraus, der nur im Fall der Fälle hätte erscheinen dürfen.

Chatten verboten
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Chatten verboten - Die iPhone-Tarife und das Kleingedruckte

Kunden von T-Mobile dürfen nicht alle Internet-Funktionen nutzen. Chat-Programme wie AIM oder Skype (kostenloser Download hier) funktionieren problemlos - sind aber verboten. Mit Voice over IP (VoIP) kann man viel Geld sparen. Gespräche laufen dabei über das Internet und sind billiger als über jedes Handy-Netz. Das funktioniert per WLAN problemlos, aber im Prinzip auch über UMTS. VoIP ist jedoch für die Mobilfunkbetreiber ein rotes Tuch. Die Investitionen in UMTS waren sehr hoch, über Gebühren wollen die Netzbetreiber diese refinanzieren. Schlimmer noch: Internettelefonie könnten bei der Nutzung im Handynetz ein sehr hohes Datentransfervolumen verursachen, das die Auslastung des Mobilfunknetzes stark erhöht. Anbieter wie Sipgate oder Skype wirken deshalb für die Mobilfunkbetreiber wie eine echte Bedrohung. Es gibt deshalb keinen Mobilfunkanbieter, der diese Technologien in seinen Mobilfunkverträgen erlaubt. So untersagen neben T-Mobile auch E-Plus, Vodafone und O2 ihren Mobilfunk-Kunden, VoIP und Instant Messaging zu nutzen.

iPhone-Kunden von T-Mobile verstoßen mit VoIP oder Chatten im Handynetz gegen ihren Benutzervertrag - Instant Messaging und VoIP sind kein Bestandteil der bereitgestellten Dienste. Auf der Homepage von T-Mobile verspricht der Mobilfunkanbieter einen "Internetzugang mit Datenflatrate". Dies wird jedoch durch eine kleine Fußnote gleich wieder eingeschränkt: "Die Nutzung von VoIP, Instant Messaging und IPVPN ist nicht Gegenstand des Vertrages". Nutzt man diese Dienste über ein WLAN, etwa das WLAN in einem Café, verstößt man unserer Einschätzung nach jedoch nicht gegen die Nutzungsbedingungen. Funktionieren Chat und VoIP aber auch über UMTS völlig problemlos, fällt der völlige Verzicht manchem Anwender wohl schwer.

Soll man auf seine IM-Kontakte verzichten, nur weil T-Mobile dies so festgelegt hat? Der Support von T-Mobile konnte uns auf diese Frage leider keine klare Antwort liefern, den von uns befragten Supportmitarbeitern war eine rechtliche Problematik auch nicht bekannt. So sei nach Meinung zweier Supportmitarbeiter die Einschränkung bei Messengern vor allem auf die fehlende Unterstützung durch die Telekom zurückzuführen. Wenn etwa das Chatten problemlos funktioniere, sei im Prinzip nichts gegen eine Nutzung einzuwenden. Restriktiver fiel die Antwort der Presseabteilung von T-Mobile aus: Laut Pressesprecher Alexander von Schmettow seien die iPhone-Verträge klar auf die Anwendungen Surfen, E-Mail und Datentransfer zugeschnitten. VoIP, Peer2Peer und Instant Messaging seien dagegen nicht enthalten da, "die Nutzung dieser Dienste die für diese Tarife vorgesehene Netzkapazität überschreitet und ein mögliches Risiko für das Netz von vornherein vermieden werden soll".

Dabei wäre gerade ein aktuelles iPhone gut für VoIP geeignet: Für gute Sprachqualität ist die Bandbreite von UMTS erforderlich, die ein iPhone der zweiten Generation bietet. Pro Gesprächsminute fallen bei Internettelefonie bis zu einem MB an Datenvolumen an, die 500 MB Datenvolumen des iPhone-Vertrages vom Typ S wären also theoretisch für mindestens 500 weitere kostenlose Gesprächsminuten gut.

Weniger verständlich als das Verbot von VoIP ist die Untersagung von Instant Messaging, das zu den Grundpfeilern des Internets gehört. Dass diese Kommunikationsart auch für iPhone-Besitzer von Bedeutung ist, zeigt der iTunes Store : Zwei der beliebtesten Programme im App Store sind die Chatprogramme AIM und Palringo Instant Messenger. iPhone-Besitzer können damit mit anderen Instant-Messaging-Nutzern Mitteilungen austauschen. AIM unterstützt auch Mobile Me und .Mac, Palringo weitere Protokolle. Die aktuellen Chat-Programme sind problemlos nutzbar, auch wenn sie aktuell noch nicht ganz ausgereift sind. Um über neue Nachrichten informiert zu werden, muss das Programm aktiv sein. Instant Messenger verursachen beim Textchat nur ein sehr geringes Datenaufkommen, sie sind aber bei Mobilfunkanbietern trotzdem nicht gern gesehen. Ein Grund dafür könnte sein, dass Instant Messenger auch immer öfter Bilder, Videos und Ton übertragen. So wird ja auch Skype zu den Messengern gezählt und ermöglicht, wie iChat AV kostenlose Video-Telefonate - dies wiederum verursacht sehr hohe Datenmengen und blockiert UMTS-Bandbreite. Das Unterdrücken von Chat-Protokollen ist aber kaum möglich. So sind ja bei Chats die Grenzen zu E-Mail und Surfen fließend. Gibt es doch sogar webbasiertes Chat-Clients, etwa von Google, die Chatten per Internetprotokoll ermöglichen.

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