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1. Dezember – AIDS-Tag bei Apple mit Product Red

01.12.2016 | 07:16 Uhr |

Heute ist einer der wenigen Tage im Jahr, an denen das Apfel-Logo an den Apple-Geschäften nicht weiß, sondern rot leuchtet.

Es ist exakt 25 Jahre und eine Woche her, da verstummte in London eine der großartigsten Stimmen, welche die Pop-Musik je hervor gebracht hatte. Wobei die Einschränkung nur relativ ist und die Unterteilung in U- und E-Musik längst nicht mehr zeitgemäß - Freddie Mercury war schließlich ein großartiger Sänger, der sich durchaus auch auf Opernbühnen zuhause fühlte. Die "Bohemian Rhapsody" oder das Duett "Barcelona" mit der Diva Montserrat Caballé sind nur zwei Belege dafür. Nur einen Tag vor seinem Tod im Jahr 1991 erst hatte Freddie Mercury öffentlich eingeräumt, was alle Menschen in seinem Umfeld längst wussten und was der Musikfreund längst hätte ahnen können: Das Todesurteil AIDS hatte ihn ereilt. Plötzlich klang die für den Film "Highlander" aufgenommene Schmachthymne "Who wants to live forever" ganz anders, ebenso die letzten Queen-Singles "The Show Must Go On" und "These Are the Days of Our Lives". Posthum erst erschienen Mercurys Schlussfolgerung: "Too Much Love Will Kill You" - erst in einer Version von Brian May veröffentlicht, später erst dann das Queen-Original, kurz vor Mercury Tod am Genfer See aufgenommen. Klang fast so, als gäbe er sich selbst die Schuld an seinem frühen Tod, als hätte sein intensiv gelebtes Leben eben nun mal diese Konsequenz gehabt. Das ist aber Unfug und wir hoffen, dass Freddie das selbst am Schluss so gesehen hat: An AIDS trägt der Infizierte keine Schuld.

Die Infektion ist längst auch kein Todesurteil mehr, man denke nur an den Basketballer Earvin "Magic" Johnson, der von seiner Infektion nur wenige Wochen vor Mercurys Tod die Öffentlichkeit unterrichte, in Barcelona mit dem Dreamteam noch Gold gewann und auch heute noch lebt. Der Weg zu einer Therapie, welche die Viren wirkungsvoll an der Vermehrung hindert, war aber lang und teuer, leisten kann sich den Medikamenten-Mix bisher nur die sogenannte "Erste Welt" - vor allem südlich der Sahara ist eine HIV-Infektion nach wie vor ein Todesurteil und AIDS ein gigantisches gesellschaftliches Problem.

Zehn Jahre Product(RED)

Zum heutigen Welt-AIDS-Tag weist Apple auf die Tragödie hin und erklärt, wie das Unternehmen seinen Teil dazu beiträgt, Geld für Medikamente einzusammeln. Seit zehn Jahren arbeitet Apple mit dem Global Fund zusammen, der sich vor allem um die vergessenen Infizierten in Afrika kümmert - das Product(RED) ist dessen bekannteste Quelle für Spenden. Von jedem derart ausgezeichneten Gerät (bei Apple etwa iPods und Hüllen) geht ein Teil des Umsatzes an die Charity-Organisation, dessen bekanntestes Gesicht der irische Sänger Paul "Bono" Hewson ist.

Die Wogen rund um den Einkaufsfreitag haben sich geglättet, so kann man sich um wirklich wichtige Dinge kümmern. In das Portfolio nimmt Apple vier weitere Product(RED) auf: Ein BatteryCase für das iPhone 7, ein Case für das iPhone SE , der Beats Solo3 Wireless On-Ear Kopfhörer und der mobile Lautsprecher Pill+ sind ab sofort in den Stores als Product(RED) zu haben. Hinzu kommt im iTunes Store das exklusive Weihnachtsalbum "Don't Waste Your Wishes" der Killers (das man sogar mit massiver Schellenallergie anhören kann) - vom Kaufpreis führt Apple einen Anteil an den Global Fund ab, anzunehmen ist, dass auch die für die Killers verrechneten Streaming-Erlöse in die Rechnung mit eingehen.  In den USA und den anderen Ländern, in denen das möglich ist, kommt auch noch für jede via Apple Pay getätigte Transaktion im Apple Store ein US-Dollar mit in den Spendentopf, die Bank of America legt einen weiteren Dollar dazu, das Volumen ist aber auf jeweils eine Million US-Dollar beschränkt. Und wer sich dieser Tage die Zeit mit einem iOS-Spiel vertreiben will, kann darauf achten, ob der Titel der Wahl vielleicht auch bis einschließlich 6. Dezember als Product(red) angeboten ist, insgesamt 20 Spiele von Angry Birds 2 bis Yatzee with Buddies sind dabei.

In den vergangenen Jahren hatte Apple bereits ähnliche Aktionen durchgeführt und dabei mehrere Millionen US-Dollar für den Global Fund eingesammelt, 2014 war der Welt-AIDS-Tag jedoch mit dem Cyber Monday zusammen gefallen - und vielleicht die Intention etwas untergegangen. Heuer ist das anders.

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