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1. Dezember: Power Mac G4 Cube

01.12.2013 | 00:00 Uhr |

Beginnen wir unseren Streifzug durch Apples Geschichte mit einem legendären Produkt, das genial floppte: Power Mac G4 Cube

Apples Design-Rechner Power Mac G4 Cube ist einer der besten jemals hergestellten Rechner, aber zugleich einer der größten Misserfolge Apples. Der im Juni 2000 vorgestellte Computer im Würfeldesign erhält viel positives Medien-Echo und gewinnt viele Designpreise, wird aber bereits nach einem Jahr Produktion eingestellt. Apple entlässt sogar die gesamte Entwicklungsabteilung.
 

Ein revolutionäres Konzept hatte der Cube ohne Zweifel, kommerziell war er aber ein Misserfolg.
Vergrößern Ein revolutionäres Konzept hatte der Cube ohne Zweifel, kommerziell war er aber ein Misserfolg.
© Apple

An der Präsentation liegt es nicht: Steve Jobs lässt bei der Keynote keinen Zweifel aufkommen , dass der neue Cube der coolste Computer aller Zeiten ist. Er soll die Leistung des Power-Mac mit der Eleganz und niedrigen Lautstärke des iMac kombinieren: „Wir haben den Supercomputer geschrumpft!“. Doch bald nach der Keynote fragen sich die Fachleute, für welche Zielgruppe der Cube eigentlich gedacht ist. Grafiker und Video-Editoren kaufen wohl eher einen Power-Mac G4, für Privatanwender ist er mit 4.449 Mark eindeutig zu teuer, schließlich benötigt man noch einen Monitor dazu. Und das zum Cube passende neue 15-Zoll-TFT-Display Apple kostet stolze 2.599 Mark.


Revolutionär ist aber das Design. Statt einen Einschaltknopf zu drücken, genügt es, den sanft leuchtenden Sensor auf der Oberseite zart zu berühren, eine DVD oder CD steckt man in einem Schlitz in der Oberseite – was viele Beobachter an einen Toaster erinnert. Aber die Technik war nicht konsequent umgesetzt: Der Cube konnte anfangs CDs und DVDs nur lesen, aber nicht brennen.

Ein zum Cube passender Monitor kostete stolze 2600 Mark.
Vergrößern Ein zum Cube passender Monitor kostete stolze 2600 Mark.
© Apple

 
Eigentlich besteht der Cube aus zwei Teilen: Dem eigentlichen Rechner im 7-Zoll-Würfel und einem durchsichtigen Gehäuse aus Acrylglas. Dieses Acrylglas ist allerdings anfällig für kleine Risse, was sich in den Medien schnell verbreitet und so Käufer abschreckt. Man kann den Rechner mittels eines versenkten Handgriffs aus dem Gehäuse ziehen und hat dann Zugriff auf Festplatte, Arbeitsspeicher und Grafikkarte – der Mac Pro von 2013 nimmt dieses Konzept in einem neuem Formfaktor wieder auf. Aufwendig ist das neuartige Kühlsystem: Eine Art „Kamin“ für die Ableitung der Warmluft macht einen lauten Lüfter überflüssig. Apple hatte mit dem Apple III schon einmal einen lüfterlosen Rechner entwickelt, damit aber Schiffbruch erlitten. Die Technik funktioniert diesmal, für den neuen Mac Pro gibt es also Hoffnung. Gleichzeitig führt Apple den ACD-Monitoranschluss ein, der das Kabelwirrwarr reduziert. Das hat zur Folge, dass der Monitor vom Rechner mit Strom versorgt werden muss. Eine technische Schwäche, die bald wieder zur Abschaffung von ACD führt. Wie beim iMac kann sich Apple nicht zwischen DVD-Laufwerk und CD-Brenner entscheiden, das erste Modell bietet ein DVD-Laufwerk, spätere Modelle einen CD-Brenner. Ein DVD-Brenner kostet noch um die 2000 Euro – ohne externes Gehäuse. Trotz hohem Preis und schlechter Erweiterungsfähigkeit weckt der Rechner viele Begehrlichkeiten. Die meisten Interessenten entscheiden sich am Ende aber doch für einen iMac oder Power Mac. Manchem Chef ist der teure Rechner einfach nicht vermittelbar, vor allem wenn man für 500 Mark weniger einen soliden Power Mac G4 bekommt. Der einzige Vorteil des Cube ist die niedrige Lautstärke, dies ist aber für professionelle Anwender offensichtlich nicht entscheidend.

 

Ein tolles Feature des Cube ist die einfache Trennung von Rechnerkern und Gehäuse.
Vergrößern Ein tolles Feature des Cube ist die einfache Trennung von Rechnerkern und Gehäuse.
© iFixit

 
Schon bald war Apple mit den niedrigen Absatzzahlen unzufrieden, auch die kaum verbesserte Nachfolgegeneration mit CD-Brenner statt DVD-Laufwerk war nicht gerade ein Renner. Schließlich stellte Apple die Produktion ein und musste von einer Händlerkette sogar für mehrere Millionen US-Dollar unverkaufte Cubes zurücknehmen. Ungewöhnlich: Wie in Medienberichten durchsickerte, entließ Apple das komplette Entwicklerteam mit 25 Mitarbeitern.
Verschwendet waren die Erfahrungen mit dem Cube aber nicht. Im Jahr 2005 bringt Apple mit dem Mac Mini den nächsten starken Kleinen heraus – und so manche erkennen im neuen Mac Pro einen späten Nachfolger in Zylinderform.
 
Die heutige Frage dreht sich um den Apple III, der auch schon ohne Lüfter auskommen musste. Da die Hitzeabfuhr nicht so gut konstruiert war wie später im Cube, verbogen sich nach geraumer Zeit einige Bauteile im Inneren. Was hat Apple zur Problemlösung geraten?
 

  1. Den Rechner anheben und aus zehn Zentimetern fallen lassen, die lockeren Bauteile geraten so wieder fest in ihre Sockel

  2. Ausschalten, abwarten und Kaffee trinken. Wenn der kühl genug ist, wird es der Apple III auch wieder sein

  3. Den bei Apple für 6,66 US-Dollar erhältlichen Cool-Pack aus dem Eisfach nehmen und auf den Rechner legen.

 
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