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10 Jahre iPhone: Wir gratulieren!

12.01.2017 | 10:21 Uhr |

Zehn Jahre ist es nun her, dass Steve Jobs das originale iPhone erstmals öffentlich aus der Hosentasche zog. Die damals bescheidenen Ziele hat die Branche verlacht - heute lacht niemand mehr über Apple.

In vielerlei Hinsicht wird 2017 ein entscheidendes Jahr, gewiss auch für Apple. Insbesondere der Mac giert nach Innovationen, das iPad könnte einen soliden und durchdachten Neustart gebrauchen, das nächste Großprojekt sollte auch allmählich mal um die Ecke biegen. Ganz schön viel verlangt für so ein Jahr, das ja auch nur 365 Tage zu bieten hat.

Dreimal feiern - oder noch öfter

Auf seinen Lorbeeren ausruhen darf sich Apple allenfalls an einigen dieser Tage. Am Montag war ein solcher, an dem man nicht nur nach vorne schauen sollte, sondern gern auch mal zurückblicken durfte. Denn um 9.41 Uhr Pacific time, also 18.41 Uhr MEZ, war es exakt zehn Jahre her, dass das iPhone das Licht der Öffentlichkeit erblickte. Genauer gesagt, einer von mehreren Prototypen, die Apple für die Keynote zum Auftakt der Macworld Expo in San Francisco gebaut hatte. Schaut man sich heute die Aufzeichnung der Veranstaltung an, auf der Steve Jobs nach gut zwanzig Minuten mit einleitenden Worten das eine Gerät aus der Tasche zog, das deren drei in sich vereinen sollte ("Ein iPod mit Breitbild-Touchscreen! Ein Telefon! Ein bahnbrechendes Internet-Device!"), kann man sich kaum vorstellen, dass die Ingenieure hinter der Bühne Blut und Wasser geschwitzt hatten, ob denn nun auch alles in der Präsentation so funktionieren würde, wie es geplant war. Zur Not standen noch einige Ersatzgeräte bereit und man war angeblich sogar bereit, den ein oder anderen Show-Teil wie etwa das Scrollen durch die Mails oder die Anrufliste oder das legendäre erste öffentliche Telefonat zu faken. Das Demogerät versah aber tadellos seinen Dienst und Apple konnte sein Versprechen, das iPhone noch in der ersten Jahreshälfte 2007 in den Handel zu bringen, auch tatsächlich halten.

Das ist ja das Schöne am Jubiläumsjahr des iPhone, wir können den Geburtstag gleich dreimal feiern. Heute, am 29. Juni – dem Erstverkaufstag in den USA – und sogar am 9. November: Im Jahr 2007 dauerte es bis zu jenem Freitag im Herbst, um in Europa, also erst einmal in Frankreich, Großbritannien und Deutschland, das iPhone an die Kunden zu bringen. Man munkelt ja, dass Apple vorhabe, eine vierte Geburtstagsfeier anzusetzen, mit der Vorstellung eines Jubiläumsmodells "iPhone 10" oder "iPhone X" oder einfach einem iPhone 8 Anniversary Edition. Wann das sein wird, weiß man vermutlich noch nicht einmal in Cupertino. Lassen wir uns doch einfach vom Jahr 2017 ein wenig überraschen. Derweil blicken wir ein wenig in die Vergangenheit zurück. Beginnen wir mit der Vorgeschichte und die darum rankenden Legenden.

Oktober 2001: Der iPod

Am 23. Oktober werde Apple ein "elektronisches Gerät" vorstellen, das "kein Mac" sei, erging kurz nach der 9/11-Katastrophe die Einladung an die Presse. Spekulationen um eine Neuauflage des Personal Digital Assistent Newton lösten sich in Schall auf, denn der iPod war die Lösung für das digitale Zeitalter der Musik.

iPod, 2001
Vergrößern iPod, 2001
© Apple

Auf dem eleganten Gerät ließen sich nicht nur im Handumdrehen bis zu 1000 Titel speichern, sondern sie auch einfach wieder auffinden und abspielen. Zunächst nur für die Nische der Apple-Nutzer gedacht, nahm der iPod erst so richtig Fahrt auf, als Apple ihm für die Windows-Welt noch eine USB-Schnittstelle spendierte und mit iPod Mini und später mit iPod Nano und iPod Shuffle auch noch bezahlbare Geräte herausbrachte. Der digitale Musikladen iTunes (Music) Store tat sein Übriges, um all die Konkurrenz alt aussehen zu lassen. Der iPod war das "Must have"-Gerät des frühen dritten Jahrtausends. Von einer Neuauflage des Newton sprach bald keiner mehr.

Fadell über iPod, Touchscreen und Industriespionage

Je mehr Leute man fragt, wo sie am 9. Januar 2007ff waren und was sie da dachten und machten, umso mehr interessante Begebenheiten rund um das iPhone erfährt man. Nun hat der BBC gegenüber auch Tony Fadell geplaudert , der seinerzeit bei Apple die Entwicklung des iPod leitete und nicht von ungefähr entscheidenden Einfluss auf das iPhone hatte. Denn es war Apples grundsätzliche Entscheidung, den iPod zu etwas größerem, flexibleren und mobileren auszubauen, anstatt wie etwa Microsoft zu versuchen, den Computer auf Handy-Größe zu schrumpfen. Fadell erzählt ausführlich über die heftigen Streitereien, die Befürworter einer Tastaturlösung à la Blackberry vor allem mit Steve Jobs hatten, der den Multitouch-Bildschirm aus der Entwicklung des Touchscreen-Mac befürwortete – letztlich Recht bekam und behielt. Bei einer anderen Jobs-Doktrin habe ihn das Team aber gewissermaßen hintergangen und von Anfang an berücksichtigt, dass man iPhone und später iPad sehr wohl auch mit einem Stylus würde bedienen können. Aber laut Fadell hatte dieses kleine Hintergehen schon einen Präzedenzfall, denn auch für den iPod hätten die Ingenieure von Anfang an auch die Verbindung mit Windows berücksichtigt. Bei einer anderen Geschichte muss Fadell ein wenig unkonkret bleiben, denn er wirft der Konkurrenz nicht weniger als Industriespionage vor. Fadell und Team hätten sich im Vorfeld bei auf Mobilfunk spezialisierten Herstellern unter deren Fittichen umgesehen, um von ihnen zu lernen. Bei einem Besuch in Malmö sei während des Abendessens aber das Auto der Ingenieure ausgeraubt worden, mit allen Unterlagen und Prototypen: "Die wussten, dass wir an einem Handy arbeiten." Laut Fadell habe die Reise nach Schweden aber dennoch mehr wertvolle Erkenntnisse für Apple gebracht, als Industriespione von der Abordnung aus Cupertino hätten erfahren können.

Seltener Blick: Es hätte bei der iPhone-Entwicklung alles anders kommen können - aber die Befürworter einer echten Tastatur konnten sich nicht gegen Steve Jobs durchsetzen. Aber auch später im Prozess hatte es noch Wegkreuzungen gegeben, bei denen Apple anders hätte abbiegen können. So zeigt ein Video im Blog Sonnydickson.com zwei frühe Prototypen des Touch-iPhone in Aktion. Die Form der Geräte ähnelt bereits der finalen Fassung, ist aber noch ein wenig rauher und der Homebutton funktioniert noch nicht. Interessant ist aber der Blick auf die beiden unterschiedlichen Ansätze der Software. Während ein von Tony Fadell geleitetes Team auf das etablierte iPod OS setzte und es auf den Touchbildschirm übertrug, erarbeitete die Mannschaft um Scott Forstall ein echtes Multitouch-System, das direkt auf Eingaben der Finger reagierte und kein imitiertes Scroll-Rad mehr benötigte. Wie wir heute wissen, hat sich der zweite Ansatz durchgesetzt. In einem Interview mit The Verge hat Tony Fadell indes klargestellt, dass hier keine konkurrierenden Teams gegeneinander angetreten wären, sondern eine Reihe von Ideen kursierten. Alle Beteiligten hätten an allen Techniken gleichermaßen gearbeitet. Im Video sei eine Portierung einer auf dem Mac erstellten Simulation zu sehen und noch kein echtes Betriebssystem, ordnet Fadell zudem die Bilder ein. Die Idee eines virtuellen Clickwheels mit Touchscreen habe sich nicht durchsetzen können und auch das Konzept eines iPod-Phone – kleiner Bildschrim, echtes Clickwheel für die Bedienung – sei an einer Banalität gescheitert: Mit dem Rad habe man nicht wirklich Telefonnummern wählen können.

2002 bis 2006: Der Nabel der digitalen Welt

Wozu auch ein neuer Newton, wer denn unbedingt einen PDA herumschleppen musste und sich nicht mit dem Notebook zufrieden gab, der konnte ja eines von einem Dritten kaufen. Anschließen und abgleichen mit dem Mac ließen sich diese Palms und Tungstens ohne Weiteres, ebenso wie die immer populärer werdenden Digitalkameras, Audiogeräte wie der iPod und weitere Gadgets. Der Mac sollte als Zentrale für den Fuhrpark gelten, als "digital hub". Apple verstand sich auch als Softwarehersteller, im Sommer 2002 gönnte man bei einer Macworld Expo gar Sony Ericsson einen Teil der Show, um zu zeigen, dass der Mac auch mit Handys kann. Wer braucht da schon ein eigenes Apple-Telefon? Apple selbst, denn mit der von Motorola im Herbst 2005 bereit gestellten Lösung des "iTunes-Handys" Rokr konnte nun wirklich niemand zufrieden sein. Angeblich gab dieser Flop den letzten Ausschlag für Apple, die Entwicklung des Smartphones voran zu treiben. Schon seit etwa 2003 hatte Apple an einem Tablet-Computer gebaut, die dafür entwickelten Lösungen sollten sich als ideal für ein Telefon erweisen. Und für einen iPod mit Touchscreen. Und ein revolutionäres Internetgerät. All in auf das iPhone.

9. Januar 2007: Bescheidene Ziele

Das erste iPhone konnte noch gar nicht viel. Die Kamera war lächerlich schlecht und konnte keine Videos aufzeichnen. GPS- und UMTS-Chips fehlten, Apple fürchtete womöglich zurecht, dass die damals verfügbaren Prozessoren den Akku zu schnell leer saugen würden - einen Tag lang sollte die Batterie schon halten. Eine weitere Einschränkung begründete Apple mit der Sicherheit des Systems: Dritthersteller mussten auf Web-Apps zurückgreifen, um ihre Lösungen auf das iPhone zu bekommen. Native Apps durften nur Apple und ausgewählte Partner wie Google bereit stellen. Man könne nur so das beste Nutzererlebnis garantieren, wenn keine Dritten dazwischen pfuschen.

Das originale iPhone von 2007
Vergrößern Das originale iPhone von 2007
© Apple

Apple hatte dabei aber die Rechnung ohne die "Pfuscher" gemacht und musste schon bald feststellen, dass mithilfe von Knacksoftware, die den vielsagenden Kategorienamen "Jailbreak" erhielt, sich sehr wohl allerlei Programm auf das iPhone installieren ließen. Apple reagierte bereits im März 2008 mit der Ankündigung, man werde ein SDK (Software Development Kit) vorstellen, mit iPhone-OS 2 werde man über den iTunes Store künftig Programme auf die Smartphones der Nutzer verteilen können. Das am 9. Januar formulierte Ziel, man wolle etwa zehn Prozent des Mobilfunkmarktes erobern und gut zehn Millionen Geräte im Jahr verkaufen, verfehlte Apple noch. Der Grund dafür war unter anderem, dass das iPhone ab Juni 2007 nur in den USA erhältlich war, Deutschland, Frankreich und Großbritannien kamen erst im November hinzu. 10 Millionen iPhones im Jahr... Heute verkauft Apple selbst in schlechten Quartalen mehr als 10 Millionen Stück im Monat.

Die iPhone-Verkäufe seit 2007 bis heute. Insgesamt waren es bis Ende September 2016 schon knapp über eine Milliarde.
Vergrößern Die iPhone-Verkäufe seit 2007 bis heute. Insgesamt waren es bis Ende September 2016 schon knapp über eine Milliarde.

Schiller und Cook über zehn Jahre iPhone

Ausführlich über die Geschichte des iPhone und seine Zukunft äußerte sich im Gespräch mit Backchannel Apples Marketing-Chef Phil Schiller. Noch in fünfzig Jahren werden die Leute demnach zurückblicken und erkennen, welche Innovationen Apple über die Jahre und Jahrzehnte implementiert haben wird. Wir werden gegebenenfalls im Januar 2067 darauf zurück kommen...

Einen interessanten Einblick in die Historie der iPhone-Software gibt Schiller aber in dem Interview. Denn bei Apple habe es sehr wohl Diskussionen darüber gegeben, ob denn das iPhone nicht von Anfang an einen offenen Ansatz wie der Mac verfolgen und Software von Dritten zulassen sollte. Schlussendlich habe man sich aber für ein geschlossenes System à la iPod entschieden, da man fürchtete, anderweitig nicht rechtzeitig mit der Entwicklung fertig zu werden. Es sei aber klar gewesen, dass man das iPhone früher oder später öffnen werde - was dann mit der zweiten Generation iPhone 3G mit iPhone-OS 2.0 und der Einführung des App Store auch geschah.

Zum zehnten Geburtstag hat sich auch Apple-CEO Tim Cook geäußert. "Das iPhone nimmt einen bedeutenden Stellenwert im Leben unserer Kunden ein, und heute definiert es mehr denn je die Art und Weise, wie wir kommunizieren, uns unterhalten lassen, arbeiten und leben," erklärt Cook laut Macworld . Das iPhone habe den Standard für mobiles Computing schon in seiner ersten Dekade gesetzt – Apple habe aber gerade erst angefangen, das Beste komme noch.

2008: Das iPhone bekommt 3G und GPS

iPhone 3G, 2008
Vergrößern iPhone 3G, 2008
© Apple

Im Sommer 2008 öffnete Apple sein Erfolgsmodell nicht nur für Entwickler, sondern rüstete das Telefon auch mit unerlässlicher Hardware nach. So trug die zweite Generation iPhone 3G die eine wichtige Innovation schon im Namen, die andere war der GPS-Chip, der die Ortungsdienste nun wirklich zuverlässig machte. Bisher musste man sich an den Standorten öffentlich bekannter WLANs orientieren. Apple und seine Nutzer hatten die Erfahrung gemacht, dass der Akku abends immer noch voll genug war und man den ein oder anderen Verbraucher mehr einbauen könnte. Zumal die Chips insgesamt von Jahr zu Jahr effektiver wurden.

2009: Tik-Tok

iPhone 3GS, 2009
Vergrößern iPhone 3GS, 2009
© Apple

War das iPhone 3G womöglich das erste richtig ausgereifte iPhone, setzte Apple fortan auf einen Zweijahresrhythmus bei der Entwicklung. Denn die Ausgabe von 2009, das iPhone 3GS, war äußerlich gegebnüber dem 3G unverändert, hatte es aber in sich. Ein schnellerer Prozessor (daher das "S" für "speed"), eine bessere Kamera, die nun auch Videos mit akzeptablen Frameraten aufnehmen konnte und drei Gyroskope, die die Lage des iPhone im Raum wesentlich besser messen - nicht unwichtig für Spiele. Im Jahresrhythmus verbesserte Apple zudem noch das Betriebssystem, das ab 2009 tatsächlich sich auf Copy-and-paste verstand.

2010: iPad und neue Form

iPhone 4, 2010
Vergrößern iPhone 4, 2010
© Apple

Am 27. Januar 2010 präsentierte Apple schließlich das Gerät, das in der Entwicklung angeblich zuerst da war: Der Tablet-Computer iPad. Frühere Versuche, den tragbaren Computer auf Berührungen reagieren zu lassen, waren vor allem an der Software gescheitert, erst Apples radikaler Ansatz, der auf Hilfsgeräte wie Eingabestifte verzichten ließ, brachte den Durchbruch. Das iPhone war mittlerweile zum massiv kopierten Millionenseller geworden, das iPad legte zwar einen noch besseren Start hin, lässt aber seit bald drei Jahren massiv nach - Laptops bleiben weiter vital und lassen sich nicht verdrängen. Für das iPhone des Jahrgangs 2010 hat sich Apple etwas besonderes ausgedacht: Der Rücken ist wie die Vorderseite aus Glas, zusammen werden die Bauteile mit einem Stahlband, das auch als Antenne fungiert. Wenn man das aber falsch anfasst, bricht die Verbindung ab... Auch ein anderes Designproblem hat Apple sich mit dem iPhone 4 eingefangen: Eine weiße Rückseite will den Ingenieuren lange nicht zur Zufriedenheit von Steve Jobs gelingen, das weiße iPhone 4 kommt mit einen dreiviertel Jahr Verspätung. In der Zwischenzeit war das 4er aber auch in einer Variante für den konkurrierenden 3G-Standard CDMA erschienen, was der Verbreitung des Telefons mehr als dienlich war. Die Software, die so auch auf dem iPad läuft, heißt nun iOS 4.

2011: Das iPhone lernt sprechen

iPhone 4S, 2011
Vergrößern iPhone 4S, 2011
© Apple

Wenige Monate vor seinem Tod in Oktober konnte Steve Jobs auf der Entwicklermesse WWDC noch die neue Softarestrategie präsentieren. Der "digital hub" war endgültig Geschichte, iCloud sollte die Klammer für Daten auf Geräten unterschiedlichster Bauart sein. So lässt sich seit iOS 5 auch das iPhone ohne Verbindung zu iTunes einrichten und betreiben, Mac und PC werden nur zu anderen Zugangsgeräten für die eigenen Daten. Das "S" in der Generation von 2011 steht nicht nur für "Speed", sondern auch für Siri: Das iPhone lernt sprechen und zuhören. Äußerlich bleibt es wieder unverändert, die schon mit dem CDMA-Modell des Vorgängers umgesetzten Änderungen an der Antenne mal ausgenommen.

2012: Vier Zoll müssen sein

iPhone 5, 2012
Vergrößern iPhone 5, 2012
© Apple

Vor der Samrtphone-Revolution waren Handys immer kleiner und kompakter geworden, wer sich zum Beispiel an das Nokia 8210 erinnert, der weiß noch, wie klein die Tasten wurden. Auf dem Bildschirm musste man ja kaum etwas sehen. Jetzt wird die Anzeige aber immer wichtiger, die Bildschirmgrößen steigen. Mit ihnen aber auch der Energieverbrauch, aber immerhin kann man in größere Smartphones auch größere Akkus einbauen. Apples immer umfangreicher werdende Konkurrenz hat das Größenwachstum angestoßen, Cupertino zieht nach. Zunächst mit einer kleinen Änderung: Das iPhone 5 wird etwas länger, die Bildschirmdiagonale wächst von 3,5 auf 4 Zoll.

2013: Fingerabdruck und Apple Pay

iPhone 5S, 2013
Vergrößern iPhone 5S, 2013
© Apple

Wieder ein ungerades Jahr, wieder bekommt der bewährte Formfaktor neue Technik spendiert. Wie üblich ist die Kamera im Fokus der Entwicklung, doch bekommt das iPhone 5S mit dem Fingerabdruckscanner und der Touch ID eine neue Sicherheitsfunktion. Mit Auflegen eines zuvor registrierten Fingers ist das Telefon schnell entsperrt, es gibt keine Ausrede mehr für den Verzicht auf eine PIN. Die Daten kommen in einen eigenen Prozessorbereich, der Secure Enclave, in der iCloud wird nichts gespeichert. Als nützlich erweist sich die neue Methode zur Authentifizierung auch für das drahtlose Bezahlen. Apple Pay hat es seit 2013 zwar auch außerhalb der USA in alle Welt geschafft, bis dato aber noch nicht nach Deutschland. Das könnte durchaus im Jahr 2017 der Fall sein.

iPhone 5C, 2013
Vergrößern iPhone 5C, 2013
© Apple

Für Einsteiger konzipiert Apple das iPhone 5C, das nichts weiter ist als alte Technik im neuen Plastikgehäuse. Genaue Verkaufszahlen nennt Apple nicht, da aber das Experiment mit dem Plastikbomber zum etwas günstigeren Preis keine Fortsetzung fand, darf man davon ausgehen, dass das iPhone 5C kein großer Erfolg war.

2014: Größe zählt doch

iPhone 6 und 6 Plus, 2014
Vergrößern iPhone 6 und 6 Plus, 2014
© Apple

Der Trend zu größeren Smartphones hält an, vor allem in Asien verkaufen sich die Geräte besser, je größer der Bildschirm ist. Apple kann sich dem nicht entziehen und bringt mit dem iPhone 6 die nächste Vergrößerung auf 4,7 Zoll. Damit aber nicht genug, das iPhone 6 Plus mit seinem 5,5-Zoll-Bildschirm genügt vielen Leuten offenbar schon völlig, um auf iPad (Mini) und/oder Notebook zu verzichten. Zumindest lassen die Verkaufszahlen von iPad einerseits (rückläufig) und iPhone andererseits darauf schließen: Mit der 6er-Generation erreicht Apple den vorläufigen Höhepunkt.

2015: Nicht viel Neues in der S-Klasse

iPhone 6S und 6S Plus, 2015
Vergrößern iPhone 6S und 6S Plus, 2015
© Apple

Das iPhone 6S (Plus) sehe zwar genau so aus wie das Modell von 2014, aber eigentlich ändere sich ja alles, wird Apple nicht müde zu betonen. Vor allem bei der Kamera erzielt der Hersteller weitere Fortschritte, das 7000er-Aluminium ist bei annähernd gleichem Gewicht noch viel stabiler als vorher. Dennoch gehen die Verkaufszahlen nach einem letzten leichten Anstieg im Weihnachtsgeschäft erstmals zurück, die S-Klasse kann zu wenige Neukunden und Wechsler überzeugen. Diese warten lieber auf das iPhone 7

2016: Der neue Rhythmus

iPhone 7 mit AirPods, 2016
Vergrößern iPhone 7 mit AirPods, 2016
© Apple

Und das ist für viele Kommentatoren auf den ersten Blick eine Enttäuschung. Es sieht nämlich fast genau so aus wie die beiden Vorgängermodelle, am ehesten erkennt man es noch an der fehlenden Kopfhörerbuchse. Doch die Technik hat es in sich, erneut verbessert Apple die Kamera enorm, der zusätzliche Farbumfang schlägt sich auch in einem neuen Display nieder. Das Plus-Modell kommt mit Dualkamera und somit erstmals mit einem optischen Zoom, wenn auch nur zweifach.

iPhone SE, Frühjahr 2016
Vergrößern iPhone SE, Frühjahr 2016
© Apple

Aus dem mutmaßlichen Fiasko mit dem iPhone 5C hat Apple gelernt, das im Frühjahr 2016 vorgestellte iPhone SE hat zwar ein Vierzollgehäuse von gestern, aber die Technik von heute eingebaut. Ende Januar wird Apple die Zahlen für das erste Quartal 2016/17 veröffentlichen, erste Indizien weisen aber darauf hin, dass der Abwärtstrend bei den Verkäufen zumindest gestoppt ist. Wenn mit dem iPhone 8 - so es denn so heißen wird - irgendwann im Laufe des Jahres 2017 das Jubiläumsmodell erscheint, sollte nach Ansicht der meisten Marktbeobachter die Kurve auch wieder nach oben zeigen. Nicht zuletzt die vielen Käufer des 6er-Modells haben dann gewiss Anlass für ein Upgrade.

Presseschau: Was zum Jubiläum woanders geschrieben steht

Nun ja, die Headline der Süddeutschen Zeitung ist ein wenig, sagen wir mal, klickoptimiert. In der gedruckten Wochenendausgabe der SZ vom 7./8. Januar 2017 war sie ein wenig dezenter gehalten, die Kollegen erklären aber recht gut, warum gerade Apple mit dem iPhone den Mobilfunkmarkt komplett neu aufrollen konnte. Der Markt war dafür reif, hinsichtlich des Mobilfunknetzes und der verfügbaren Komponenten und anders als ein Startup hatte Apple auch die Kapazitäten und die Erfahrungen für die dafür notwendige Software. Hinzu kam, dass Microsoft zu jener Zeit anscheinend einen langen und tiefen Winterschlaf eingelegt hatte und Nokia mit der Verwaltung seine eigenen Erfolges mehr als ausgelastet war - am Ende taten sich die beiden auch noch zusammen. So kam es, dass der Neuling im Markt das Mobiltelefon neu erfand und keines der etablierten Unternehmen der Branche.

Unsere Kollegen der Computerwoche waren und sind Apple Produkten gegenüber stets ein wenig kritisch eingestellt, so glaubte einen Flur weiter in unserem Medienhaus kaum jemand an den Erfolg des Geräts. Heute ziehen Jürgen Hill und Florian Meier aber eine Zwischenbilanz voller Respekt. Ja, das iPhone hat gewissermaßen eine Revolution im Mobilfunkmarkt ausgelöst und ja, auch der Titel der Macwelt-Ausgabe 3/2007 "Der Mega-Hammer von Apple: iPhone" war nicht irgendeiner "Handy-Hysterie" geschuldet, sondern traf trotz der etwas lautstarken Worte gewiss ins Schwarze. Wir gehen heute noch rüber und fragen die Kollegen, ob sie nicht doch mal unsere Glaskugel benutzen wollen...

Ein wenig unterschätzt hatte Mashable-Autor Lance Ulanoff die Ankündigung des iPhone. Damals für das PC Mag tätig, war Ulanoff und seinen Kollegen zwar bekannt, dass Apple Mobilfunkpläne hege, schickten aber keinen Korrespondenten nach San Francisoc zur Macworld Expo. Erst einmal zurecht, meint man, denn würde das iPhone wirklich sich gegen die etablierten Business-Geräte von Blackberry oder Nokia durchsetzen? Schließlich war es teuer, nur bei einem Provider AT&T) erhältlich und hatte keine Tastatur. Dann aber bekam Ulanoff eines in die Hand und plötzlich war alles ganz anders: "Als ich es endlich in die Hand bekam, schien sich die Erde zu bewegen." Das iPhone übertraf alle Erwartungen und war nicht nur schön und intuitiv zu bedienen, sondern erwies sich smarter als jedes andere zuvor berührte Smartphone - die Welt der Computertelefone sollte nie wieder so sei wie zuvor. Da fielen die paar Vertipperer auf der virtuellen Tastatur nicht mehr ins Gewicht.

Wie das iPhone die Geschäftswelt verändert hat, darauf legt der Rückblick von ZDnet besonderen Wert. Erst mit dem iPhone und den bald verfügbaren Apps wurde das Business wirklich mobil. Die Grenzen zwischen Privat- und Firmennutzung verschwammen zudem, unter dem Stichwort "Bring Your Own Device" wollten immer mehr ihre iPhones auch in der Firma nutzen - und für sie wichtige Daten und Dokumente stets griffbereit haben.

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