918726

10 Teraflops im Eigenbau

23.01.2004 | 10:22 Uhr |

Ein 'billiger Eigenbau-Cluster' auf der Basis von Apple G5-Rechnern hat es auf Anhieb auf den dritten Platz der Supercomputer-Top500-Rangliste geschafft. Ein gründlicher Blick auf Apples Einstieg in das Supercomputing.

von Uwe Harms und Albert Lauchner

Ein Eigenbau-Cluster aus Apple G5-Desktop-Rechnern ist die große Überraschung der aktuellen Top500-Liste. Diese 22. Version der Liste der Superlative wurde im November 2003 auf der Supercomputer-Konferenz in Phoenix, USA, vorgestellt. Auf dem dritten Platz befindet sich dort der "X" von der Terascale Computing Facility des Virginia Polytechnic Institute. Der aus Standard-Apple-Computern zusammengesetzte Cluster übersprang auf Anhieb als dritter Rechner überhaupt die 10-TFlop/s-Hürde. In ersten Tests erreichte er 10,28 TFlop/s (Billionen Rechenoperationen pro Sekunde), die Spitzenleistung beträgt sogar 17,6 TFlop/s.

Das Cluster besteht aus 1100 Apple G5-Systemen - sprich Knoten. Jeder Knoten verfügt über zwei IBM PowerPC970-Prozessoren, die mit 2 GHz getaktet sind. Weiterhin ist jeder Knoten mit 4 GByte Hauptspeicher und einer 160-GByte-Serial- ATA-Festplatte ausgestattet. Insgesamt kann der Cluster somit auf 4,4 TByte RAM und 176 TByte externen Speicher zugreifen.

Für einen Apfel und ein Ei

Die Kommunikation der Knoten läuft ebenfalls über preisgünstige Standard-Hardware in Form von Mellanox InfiniBand-Komponenten und einem Cisco Gigabit-Ethernet. Erste Applikationen arbeiten schon seit Herbst 2003 im Testbetrieb auf dem Supercluster, im Januar 2004 soll er mit dem Produktivbetrieb starten.

Self-made: Die aktuelle Top500-Liste führt immer noch NECs Earth Simulator an. Die Überraschung folgt auf Platz drei mit einem Eigenbau. (Quelle www.top500.org)
Vergrößern Self-made: Die aktuelle Top500-Liste führt immer noch NECs Earth Simulator an. Die Überraschung folgt auf Platz drei mit einem Eigenbau. (Quelle www.top500.org)
© 2015

Die Hardware-Kosten des Eigenbau-Clusters belaufen sich auf lediglich 5,2 Millionen US-Dollar für Rechner, Speicher, Vernetzung und Verkabelung. Zusätzlich gab die Universität noch zwei Millionen für das Gebäude, eine Million für das Luftkühlungssystem und eine Million für die unabhängige Stromversorgung aus. Somit liegen die Gesamtkosten unter 10 Millionen US-Dollar.
Vergleicht man diese Zahl mit den 215 Millionen US-Dollar für den nur unwesentlich schnelleren ASCI Q (Platz 2) und den 350 Millionen US-Dollar für den Earth Simulator (Platz 1) wird klar, für welches Aufsehen der "X" in der Branche sorgt.

0 Kommentare zu diesem Artikel
918726