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November: Streit um Papermaster

01.01.2009 | 07:20 Uhr |

Sind Apple und IBM Nun Konkurrenten oder nicht? Das ist die Kernfrage im arbeitsrechtlichen Streit um den neuen Chef der Hardwareentwicklung von iPod und iPhone Mark Papermaster, der im November bei Apple die Nachfolge von Tony Fadell hätte antreten sollen.

Tauziehen um neuen iPhone-Chef

Die iPod-Familie 2008
Vergrößern Die iPod-Familie 2008

Apple findet einen Nachfolger für die Hardwareentwicklung von iPod und iPhone. Auf Tony Fadell, der aus privaten Gründen kürzer treten will, soll Mark Papermaster folgen. Dessen bisheriger Arbeitgeber IBM will ihn jedoch nicht zur Konkurrenz wechseln lassen.

Das Arbeitsgericht gibt IBM in erster Instanz Recht: Das Wettbewerbsverbot, das Mark Papermaster in seinem Vertrag stehen hat, verhindert ein Jahr lang die Anstellung des bisherigen Vizepräsidenten für Prozessorentwicklung. Papermaster hätte als neuer Vizepräsident für Hardwareentwicklung von iPod und iPhone in die Fußstapfen von Tony Fadell treten sollen, der seinen Posten bei Apple Anfang November aufgibt. Fadell, der als "Vater des iPod" gilt, hatte die iPod-Abteilung seit Oktober 2005 als Nachfolger von Jon Rubinstein geleitet und will dem CEO Steve Jobs als Berater erhalten bleiben.

Papermaster will sich dem Verbot IBMs nicht beugen und hat seinen ehemaligen Arbeitgeber verklagt. Der Chip-Spezialist führt dabei eine zweigeteilte Argumentation. Formaljuristisch gelte das nach den Gesetzen des Staates New York verfasste Wettbewerbsverbot weder an seinem bisherigen Arbeitsplatz in Texas noch an seiner zukünftigen Wirkungsstätte in Kalifornien. In der Sache will Papermaster beweisen, dass der Elektronikhersteller Apple keine Konkurrenz zu, Serverspezialisten IBM darstelle. Eine einjährige Sperre sei in der sich schnell wandelnden Industrie zudem überzogen.

IBM sieht das anders und fürchtet laut Gerichtsunterlagen insbesondere, dass Papermaster seinem neuen Arbeitgeber Geheimnisse über die neue Speichertechnologie Racetrack verraten könne, berichtet Times Online. Bei Racetrack handele es sich um eine Technik, die Daten auf Quantenebene speichert und ausliest und dabei den Spin von Elektronen benutzt. Derartiger Speicher ermögliche unter anderem iPod-ähnliche Geräte, die statt 40.000 Songs eine halbe Million Songs speichern könnten und dabei kaum Energie verbrauchten. Das juristische Tauziehen um Papermaster hält an, IBM hat mittlerweile drei Millionen US-Dollar an Sicherheit hinterlegt, die es im Falle einer Niederlage Papermaster als Entschädigung zahlen müsste.

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