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16 drängende Fragen: Gene Munster sucht nach Antworten

03.11.2006 | 15:24 Uhr |

Der PiperJaffray-Analyst Gene Munster hat gestern in einem Bericht an Kunden 16 Fragen rund um Apples Entwicklung zusammengestellt - und versucht, Antworten darauf zu geben. Anlegern rät er weiterhin zum Kauf der Aktie, deren Zielkurs er für die nächsten zwölf Monate bei 99 US-Dollar sieht. AppleInsider gibt alle 16 Fragen und Antworten wieder, zu zukünftigen Entwicklungen des Mac- und iPod-Herstellers, zu Chancen und neuen Geschäftsmodellen.

Gene Munster
Vergrößern Gene Munster

Munster hält sich mit wagemutigen Spekulationen weitgehend zurück und braut seine Zukunftsaussichten vornehmlich aus gegebenen Fakten zusammen. Über Apples iTV weiß er, dass es im ersten Quartal 2007 erscheinen soll. In Anwendungen fürs Wohnzimmer sieht er neben denen für Bürotisch (Macs) und Hosentasche (iPods) einen dritten Wachstumsmotor für die Firma aus Cupertino. Zudem stehe der digitale Medienhub zwischen den bestehenden Produktlinien und werde sie nicht nur weiter zusammenwachsen lassen, sondern sich auch positiv auf iPod- und Mac-Verkäufe auswirken. Innerhalb der nächsten sechs Monate erwartet Munster mit dem iPhone zudem einen vierten Wachstumsmotor in Apples Portfolio - ganz ohne Phantasie will ihm sein Bericht eben doch nicht gelingen.

Frohe Weihnachten für den mittleren Geldbeutel

Um das laufende Quartal, in das das Weihnachtsgeschäft fällt, macht man sich beim Finanzdienstleiser PiperJaffray keine Sorgen: Laut Munster brauche Apple nicht unbedingt ein neues Festplatten-basiertes iPod-Modell, um im Weihnachtsgeschäft erneut aufzutrumpfen. Um den Jahreswechsel herum seien vor allem ASP (average selling price)-Produkte im mittleren Preissegment gefragt, von denen Apple mit dem neuen iPod shuffle und dem neuen Nano zwei neue vorgestellt habe - sie seien die beliebteren Geschenke.

Für Firmen nur bedingt geeignet

60 Prozent aller Macs waren im letzten Quartal MacBooks oder MacBook Pros. Die erhöhte Nachfrage nach tragbaren Computern sei ein Indiz dafür, dass Apple mit dem Wechsel auf Intel-Prozessoren den richtigen Weg gewählt habe: Das Verhältnis von Leistung und Leistungsaufnahme werde immer wichtiger. Insgesamt sei der weltweite Marktanteil von Apples Computern laut IDC um 0,3 Prozentpunkte von 2,5 auf 2,8 Prozent gestiegen. Auf Grund von Cupertinos Geheimniskrämerei um neue Produkte seien Macs in Firmen allerdings weiterhin nur bedingt interessant - sie können nicht abschätzen, wie zukunftssicher ihre Investitionen sind. Apples Fokus werde sich aber auch in Zukunft weiter auf den Consumer-Markt, den Bildungsmarkt und den Markt für kreative Anwender konzentrieren.

Vista keine Bedrohung

Laut Munsters Einschätzungen stellt Microsofts kommendes Betriebssystem Vista keine Bedrohung für Apples Wachstum dar. Es werde mit Boot Camp und Leopard auch auf Macs laufen - allerdings nur wahlweise, denn eine Virtualisierungsumgebung werde Apple in Leopard nicht anbieten. Eine groß angelegte Marketingkampagne werde versuchen, Anwender statt von Vista von Mac OS X 10.5 zu überzeugen.

Apple Stores und neue Vertriebskanäle

Weiterhin beschäftigt sich Munster ausführlich mit der Zukunft der Apple Stores. Mit iTV würden dort nächstes Jahr auch Fernseher einziehen, allerdings nur zu Demonstrationszwecken. Im Fokus der Stores blieben die Macs. Auf zukünftige europäische Apple-Store geht der Finanzexperte nicht ein. In den USA allerdings würden sich bald weitere Vertriebskanäle öffnen: Die Handelskette Best Buy mit 824 Läden und Circuit City mit 624 Läden könnten bald alle Apple-Produkte verkaufen - bislang bieten innerhalb eines Testlaufs insgesamt nur 60 Geschäfte der zwei Anbieter Macs an. iPods gibt es in den USA im Moment an 40.000 Stellen zu kaufen, Macs an 7.000.

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