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19. Dezember: iBook

19.12.2013 | 00:00 Uhr |

Wi-Fi-Pionier und gleichzeitig als Klodeckel veralbert. Das iBook ist neben dem iMac Apples zweiter großer Neuanfang

Es war der 21. Juli 1999, Macworld Expo in New York. Steve Jobs demonstrierte, Webseiten auf dem neuen iBook aufzurufen. In der Zuschauermenge tobte frenetischer Jubel. Denn Jobs konnte das Notebook beim Surfen hochheben und mit sich herumtragen. In der Rückschau wirken solche Sensationen oft sehr banal. Hier ist es Airport, Apples Name für Wi-Fi, das die Zuschauer in Staunen versetzte. Internet ohne Kabel! Kurz darauf sprang Phil Schiller in eine neue Ära. Buchstäblich, denn um die neue Drahtlos-Welt zu demonstrieren, hüpfte der Marketingchef während der Keynote aus etwa vier Metern auf eine Luftmatratze. In der Hand hielt er dabei das neue iBook, Apples erstes Notebook für die Massen.
 
 

Antwort vom 18. Dezember

Der Erstverkaufstag des iPad in den USA war der 3. April 2010, der Karsamstag. In Deutschland gab es das iPad Wi-Fi erst Ende Mai zu kaufen. Für den 1. April 2010 hatten wir übrigens das iPad Photo „erfunden“ – Kameras hat das iPad tatsächlich erst mit seiner zweiten Generation ein Jahr später bekommen.

 
Das iBook kostete zum Start 1600 US-Dollar – in Deutschland knapp 3900 Mark. Dafür gab es einen G3-Prozessor mit 300 MHz und 32 Megabyte Arbeitsspeicher. Die umjubelte Airport-Fähigkeit kostete extra: 100 US-Dollar zum Selbstnachrüsten. Neben Wi-Fi hatte das bunte Notebook USB, Ethernet und ein 56k-Modem. Keinen Monitoranschluss, dafür 800 mal 600 Pixel, die sich auf zwölf Zoll Diagonale verteilten. Keinen Slot für Erweiterungskarten. „An das Fehlen eines Diskettenlaufwerks hat man sich ja mittlerweile bereits gewöhnt“, seufzte die Macwelt in der Ausgabe 9/1999 zum neuen iBook.

 
Einfach, statt erweiterbar
 
Schon damals verzichtete Apple auf Erweiterung – zu Gunsten von Design, Akkulaufzeit und Schlichtheit. „Wie beim iMac folgt Apple beim iBook ganz offenkundig der Vorstellung, dass die Zielgruppe, für die der mobile Rechner konzipiert wurde, nicht daran interessiert ist, das gute Stück irgendwann zu erweitern“ schimpft die Macwelt darüber. Dieser Satz ist heute so aktuell wie damals, er würde auch jetzt noch zu einem Macbook Pro Retina passen.

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Wie schon der iMac ein Jahr zuvor war das iBook der zweite große Vorreiter von Apples Neuanfang. Es trug die Handschrift von Jony Ive und des kurz zuvor zurückgekehrten Steve Jobs’: Einfach und schick sollten die Apple-Produkte der Zukunft sein. Doch das bonbonfarbene Gehäuse in Tangerine und Blueberry rief nicht nur Begeisterung hervor. Das Clamshell-Design („Muschel“) heißt bei vielen Anwendern fortan nur noch „Klodeckel“.
 
Mit Wi-Fi, sechs Stunden Akkulaufzeit und – zumindest in den USA – günstigem Preis war das iBook in der Rückschau das erste moderne Notebook. Die damals neue Formsprache und der Ansatz, nicht einfach einen Desktop-Rechner flacher und mit KlappDisplay zu bauen, gelten noch heute. Gleichzeitig zeigt das klobige, über drei Kilo schwere iBook mit seinem leuchtschwachen 12-Zoll-Bildschirm im Nachhinein, wie sehr sich die mobile Technik bis heute weiter entwickelt hat.

 
Vom Erfolg erledigt
 
Im Laufe der Jahre wird das iBook zur Einstiegsdroge in die Welt der Apple-Computer. In den 2000er Jahren leuchten immer mehr weiße Äpfel in den Hörsälen und Büros weltweit. Besonders die ikonenhafte zweite Designvariante (ab 2001) in Weiß wird stilbildend und hält sich in immer wieder leicht veränderter Form bis ins Jahr 2011 – dann unter dem neuen Intel-Namen Macbook. Der Wechsel vom Power PC zu Intel-Chips begräbt den Namen iBook. Apple ist mit seinen Notebooks längst so erfolgreich, dass das Unternehmen weit mehr Mobil- als Desktop-Rechner verkauft. Macbook Air, Pro und die Retina-Modelle haben einen Plastik-Laptop obsolet gemacht.
 
„iBooks“ benutzt Apple heute nur noch als Namen für digitale Bücher und die passende App dazu. Viele jüngere Nutzer haben den Namen vielleicht nie in einem anderen Zusammenhang gehört – erfahrene Nutzer denken bei der Erwähnung von iBooks immer noch zuerst an den „Klodeckel“.
 
 
 
Die Frage:
 
Im September 2000 kam die zweite Variation des iBook mit Firewire und in welchen Farben?
 
a.     Tangerine, Blueberry
b.     Indigo, Keylime, Graphite
c.     Indigo, Ruby, Sage, Snow White, Graphite
 
Wer die Antwort weiß, kann sich bis 19. Dezember um 23.59 Uhr in unser Gewinnspielformular eintragen und ist in der Verlosung für den heutigen Preis.
 
 

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