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Die goldenen Zeiten vor der Krise

20.01.2009 | 08:42 Uhr |

Von einem umsichtigen Manager geleitet, gelingt dem Mac-Hersteller so manche Innovation. Mit den Jahren verzettelt sich Apple jedoch zusehends, die Konzentration auf das Wesentliche geht verloren und die Konkurrenz zieht vorbei. Ein unausgereiftes Produkt, das seiner Zeit voraus war, löst 1993 schließlich eine veritable Krise aus.

1989: Der tragbare Mac

Denkt man an das gestern erwähnte Next und Apple sieht man die ein oder andere Parallele zu den historischen Ereignissen 1989ff. Hie wie da kam wieder zusammen, was zusammen gehört, auch wenn es bis zur Wiedervereinigung der Jobs-Firmen noch bis 1996 dauerte. Vom größeren Fusionspartner zum kleineren floss ein nicht unerheblicher Geldbetrag und mittlerweile hat jemand aus dem einst kleineren Teil das Sagen im Laden. Gut, hier enden die Parallelen, Steve Jobs war zuvor schon "hüben", hat das Ruder nur kurz nach seiner Rückkehr von "drüben" übernommen und muss weder Koalitionspartner noch Wahlen fürchten...

In unserer Retrospektive der Mac-Geschichte sind wir im Jahr 1989 angekommen, in dem Apple Steve Jobs’ Jahre zuvor gehegten Traum von einem tragbaren Computer endlich wahr werden ließ. Streng genommen war schon der erste Mac ein Computer-To-Go, aber von der angestrebten Buchform (BookMac, Macbook) noch weit entfernt. Und wenn wir es weiter streng nehmen, kann man auch den 1989 vorgestellten Mac Portable nicht als Laptop bezeichnen, es sei denn, man verfügt über Oberschenkel aus Stahl. Das Maschinchen (siehe Abbildung links) wog sieben Kilogramm, etwa dreimal so viel wie ein heutiges 15-Zoll-Macbook-Pro. Der Grund waren die Bleisäurezellen, die Apple zur Energieversorgung eingebaut hatte. Klingt nicht nur finster, wog auch schwer, garantierte dem "Mac Luggable" aber Energie für zwölf Stunden. Moderne Macbooks halten deutlich kürzer durch, mit dem neuen 17-Zoll-Modell will Apple immerhin bis zu acht Stunden Akku-Laufzeit gewährleisten , solange man den Rechner nicht zu hart ran nimmt. Auf dem Markt durchgesetzt hat sich der Macintosh Portable trotz seiner echten Tastatur, des damals revolutionären Trackballs, des gestochen scharfen LC-Displays mit Aktivmatrix und der Leistungsfähigkeit des Mac SE nur zögerlich. Der Preis von fast 6.000 US-Dollar war ein nicht zu verachtendes Hindernis, dafür kriegt man heute drei Macbook Pro 15 Zoll in der Grundausstattung. Beim Preis pro Masse ist Apple also ungefähr konstant geblieben. Erst ein Nachfolgemodell von 1991 kam mit Hintergrundbeleuchtung des Bildschirms daher, zuvor war der tragbare Mac nur bei direktem Lichteinfall zu gebrauchen. Gleichwohl war Apple technisch der Konkurrenz voraus, mit den 1991 eingeführten Powerbooks legte Cupertino den Grundstock, von dem das Unternehmen heute noch zehrt. Denn mittlerweile verkauft die Industrie mehr tragbare Rechner als Desktops, nicht zuletzt wegen drahtloser Kommunikationsmöglichkeiten. Wer erstmals eine WLAN-Karte in ein Consumer-Notebook einbaute, brauchen wir hier nicht extra zu erwähnen. Wir erinnern uns alle noch an Phil Schillers Sprung von der Bühne während der Macworld Expo 1999 in New York, das drahtlos vernetzte iBook in den Händen. In den USA hält Apple mittlerweile einen Notebookmarktanteil von etwa 20 Prozent, Tendenz steigend.

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