Von Peter Müller - 21.01.2009, 08:54

1994 bis 1998

Dunkle Jahre - Glänzende Wiederkehr

Mitte der Neunziger war Apple beinahe am Ende. Die Betriebssystemstrategie ein Fiasko, die Produktpalette unübersichtlich, die Unternehmensführung launisch. Mit der Rückkehr von Steve Jobs und dem Comeback des klassischen Mac als iMac drehte sich der Wind.

1994 - Apple will sich vermählen

Umsatz und Gewinn steigen im Jahr 1994 wieder, bevor Apple in den Jahren 1996 und 1997 schwere Verlusten einfahren sollte. Im Jahr 1998 dann die von einigen nicht mehr für möglich gehaltene Wende: Der zu Apple zurück gekehrte Steve Jobs präsentierte mit iMac und Betriebssystemstrategie für Mac-OS X die entscheidenden Faktoren für das Comeback des Mac-Herstellers. Den Rat Michael Dells "den Laden zu schließen und den Aktionären ihr Geld zurück geben", konnten die derart adressierten Anleger getrost in den Wind schießen.
1994 aber sucht Apple nach einem starken Kooperations- oder gar Fusionspartner, ernsthafte Gespräche hatte es seit Ende der Achtziger mit Sun, Eastman Kodak und AT&T gegeben. Allein macht es nicht mehr lange Sinn, meint der CEO Mike Spindler, der im 1993 den Posten von John Sculley übernommen hat. Wie jeder neue Besen kehrt er erst einmal kräftig, entlässt große Teile der Belegschaft, senkt die Kosten für Forschung und Entwicklung, verbessert die Profitabilität und steigert den Aktienkurs: Apple war aufgehübscht für eine potentielle Übernahme. Eifrig aber erfolglos macht sich Spindler auf die Suche. Das war besser so, denn Apple hätte in einem fusionierten Konzern definitiv aufgehört, Apple zu sein.
Einen scheinbar logischen neuen Mutterkonzern hatte Apple mit IBM gefunden. Aus dem einstigen Todfeind war ein Partner geworden, zusammen arbeiteten Apple und IBM an den neuen RISC-Prozessoren, die als PowerPCs und ab dem 14. März 1994 als Kern des Power Mac auf den Markt kamen. Apple und IBM bastelten zudem an einem neuen Betriebssystem, das unter dem Codenamen "Pink" firmierte und nie das finale Stadium erreichte. IBM bleib fünf Power-Mac-Generationen lang Chip-Lieferant Apples, mal zusammen mit Motorola, dessen 68k-Chips der Power Mac ablöste, mal alleine, wie zuletzt mit dem G5. Mutter Apples wurde IBM aber nicht.
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