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2. Dezember: iMac G4

02.12.2013 | 00:01 Uhr |

Der iMac G4 läutet das Ende der Kathodenstrahlröhre in der IT ein. So richtig hat sich Apple aber 2002 noch nicht getraut – das Ergebnis ist dennoch erstaunlich.

Steve Jobs muss an jenem 7. Januar 2002 ernsthaft sauer gewesen sein. Schon seit den letzten Tagen des Jahres 2001 hatte Apple auf seiner Website durch Andeutungen über einen neuen iMac hohe Erwartungen an die Macworld Expo in San Francisco geschürt. Die Zeit des Röhrenmonitors ging zu Ende und dass der neue All-in-one mit einem TFT-Monitor aufwarten würde, war Konsens in der Szene. Zuhauf waren Renderings im noch jungen Internet unterwegs, die alle etwas gemeinsam hatten: Der darauf fantasierte iMac sah vor allem wie ein Flachbildschirm aus, der sich in diesen Jahren immer mehr in den Büros der Welt durchsetzte. Die Fantasie der Renderer war beschränkt und anders als heute sickerten von Zulieferern keine unscharfen Fotos neuer Gehäuse oder Platinen durch. So konnte Apple selbstbewusst auf seine Website schreiben und damit ohne Nennung des Produktnamens den neuen iMac meinen: „Beyond rumorsites. Way beyond“.
 

Antwort vom 1. Dezember

Kein Witz: Apple hat Nutzern überhitzter Apple III in der Tat geraten, die Geräte leicht anzuheben und wieder fallen zu lassen, um mit der Erschütterung verklemmte Bauteile wieder voneinander zu lösen. Kaffee trinken war natürlich auch eine Lösung, das hatte Apple aber nicht empfohlen. Und den Cool-Pack für 6,66 US-Dollar hat es natürlich nie gegeben. Der Apple III war alles in allem ein gewaltiger Flop, aber legendär ob dieser Geschichte…

Die Macworld Expo ließ Apple vom Veranstalter IDG World Expo extra um einen Tag, den nämlichen Montag verlängern. Es gebe ja den Messebesuchern so viel zu zeigen und zu erzählen, dass man nicht mehr bis zum üblichen Dienstag in der ersten kompletten Kalenderwoche des neues Jahres mit der Keynote warten könne – und dann das. Der kanadische Ableger des Time Magazine hatte schon am Sonntag, den 6. Januar, versehentlich das Titelbild ihrer jüngsten Ausgabe online gestellt – auf dem Steve Jobs stolz mit einem neuen Rechner zu sehen war, der, der, ja was? Der eine „Halbkugel mit Flachbildschirm“ war – wie wir recht ausgeschlafen in unserem Morgenmagazin am Tag der Keynote berichteten. Zwar entfernte Time das Bild schon bald – es machte jedoch so weit die Runde, dass für viele die Überraschung weg war.  Offenbar war nun aber auch, warum Apple die Keynote vorverlegte – das Time Magazine sollte am Dienstag erscheinen. Time musste für den technischen oder administrativen Fehler bezahlen – in Form von Naturalien, denn eilig ließ Apple unter jeden Sitz im Auditorium des Moscone Centers ein Exemplar der Zeitschrift kleben.

Schneekönigin, Sonnenblume, Schreibtischlampe: Die Halbkugel mit Flachbildschirm „aka“ (also known as) iMac G4 hatte viele Kosenamen.))
Vergrößern Schneekönigin, Sonnenblume, Schreibtischlampe: Die Halbkugel mit Flachbildschirm „aka“ (also known as) iMac G4 hatte viele Kosenamen.))
© Apple

Let every component be true to itself  
Die Enthüllung des iMac G4 war aber auch für diejenigen spannend, die bereits ahnten oder wussten, worauf der Präsentator hinauswollte. Ein neuer iMac war überfällig, räumte er ein, der G3-Chip überholt und der Röhrenmonitor von gestern. Warum Apple aber nicht eher einen TFT-iMac anbieten konnte, war Jobs eine längere Erläuterung wert. Die ersten Designs sahen so aus wie die Ende 2001 kursierenden Renderings, ein Flachbildschirm, hinter dem die Komponenten wie Laufwerk, Hauptplatine, Festplatte und alles Weitere untergebracht waren. Allein: Es gefiel Steve Jobs nicht. Die Rede war von technischen Bedenken, würden ein Massenspeicher und ein CD-Brenner auch dann klaglos funktionieren, wenn sie nicht horizontal eingebaut wären, sondern vertikal oder gar gekippt? Jobs nahm seinen Chefdesigner für die Hardware, Jonathan Ive, zu einem der berüchtigten langen Spaziergänge mit und erklärte ihm seine Vision: „Lass doch jedes Bauteil so sein, wie es nun mal ist. Eine Festplatte ist eine Festplatte, ein Bildschirm ein Bildschirm. Keine Kompromisse.“ Ive kam schließlich auf die Idee, den Rechner mit all seinen Komponenten in ein halbkugelförmiges Gehäuse zu stecken und das Display an einen schwenkbaren Arm zu montieren, der so haarklein austariert war, dass er sich in alle Richtungen drehen und kippen ließ und die Position dabei hielt. Ein Meisterwerk der Feinmechanik! Und im Inneren ein Designscherz: Die runde Hauptplatine war nicht im üblichen Grün gehalten, sondern blau! Der Rest des Rechners war Formsache: G4-Prozessor, Superdrive, Festplatte, 15-Zoll-TFT. Für die April-Ausgabe der Macwelt kam unser staatlich geprüfter Scherzbold noch auf die Idee, seine eingeschränkten Photoshop-Kenntnisse zu einem Fake-Bild eines iMac G4 17 Zoll zu nutzen – wenige Wochen später stellte Apple tatsächlich den neuen Formfaktor vor. Bald darauf folgte sogar eine 20-Zoll-Version des iMac G4. Im September 2004 war dann aber Schluss mit der auch „Schreibtischlampe“ oder „Schneekönigin“ genannten Halbkugel mit Flachbildschirm. Der iMac G5 war im Wesentlichen ein Flachbildschirm mit einiger Computertechnik dahinter. Die auch klaglos im Vertikalen funktionierte.
 
Die Frage:
 
Ein Jahr vor dem iMac G4 hatte Apple auf der Macworld Expo in Tokio den Knuddel-iMac (mit Röhrenmonitor) mit einem CD-Brenner auf ein neues Niveau gehoben und ihm zwei seltsame Farbvarianten verpasst. Die eine nannte Apple „Flower Power“. Wie hieß die andere?
 
a.     Russian Green
b.     Carpathian Red
c.     Dalmatian Blue
 
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