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Alt gegen Neu – Macs vor 20 Jahren

21.09.2009 | 12:46 Uhr |

Die Macwelt wird 20 Jahre, der Mac ist schon 25 Jahre alt. Doch was hat sich in der Zeit wirklich getan? Wir lassen zwei über 20 Jahre alte Macs gegen das schnellste Macbook Pro von 2009 antreten. Die Ergebnisse überraschen

Schaut man sich die Zahlen an, müsste ein aktueller Mac zigtausend mal schneller sein, als der erste Macintosh von 1984. Allein von der Taktfrequenz her müsste ein aktuelles Macbook Pro mit 2,8 Gigahertz Takt etwa 350 mal schneller arbeiten, als der Macintosh Plus mit seinen acht Megahertz. Die Dual-Core-CPUs und weitere Optimierungen sind hier noch gar nicht eingerechnet.

Noch krasser ist der Unterschied bei der Ausstattung mit Arbeitsspeicher. Das Macbook Pro beinhaltet soviel Arbeitsspeicher wie 32 000 Exemplare des Ur-Mac.

Doch es geht noch weiter: Die Entwicklung der Massenspeicherkapazität ist nicht mehr zu toppen. Die Festplatte des Macbook Pro speichert heute mit ihren 500 Gigabyte sage und schreibe 125 000 mal soviel Daten, wie eine Diskette des ersten Mac. Dabei überträgt sie ihre Daten in etwa 3200 mal schneller.

Die Kontrahenten

Doch was bleibt von dieser enormen technischen Entwicklung in der Praxis übrig? Wir wollen das genau wissen, haben zwei über 20 Jahre alte Macs aus der Asservatenkammer geholt und lassen sie im Ring gegen den schnellsten Mobilrechner antreten, den Apple heute liefern kann.

Unser Mac Plus stammt aus dem Jahre 1987. Auch 22 Jahre später bootet er problemlos von Diskette.
Vergrößern Unser Mac Plus stammt aus dem Jahre 1987. Auch 22 Jahre später bootet er problemlos von Diskette.

In der einen Ecke sehen Sie den Macintosh Plus, mit integriertem Schwarz-Weiß-Monitor, einem Megabyte RAM und einer Acht-Megahertz-CPU von Motorola. Das Modell stammt aus dem Jahre 1987 und wurde speziell für den deutschen Markt mit lokalisierter Tastatur hergestellt. Die Tasten sind so stabil gebaut, dass man glaubt, vor einer Kugelkopf-Schreibmaschine zu sitzen. Die Geräusche, die sie beim Drücken von sich geben, klingen ähnlich.



Es ging auch ohne Festplatte: Booten von Diskette

Eine Festplatte sucht man vergebens. Lediglich ein Diskettenlaufwerk mit einer Kapazität von 800 Kilobyte steht dem Großvater zur Verfügung. Damit wir im Test nicht ständig Disketten wechseln müssen, statten wir das Gerät mit einem zweiten, externen Diskettenlaufwerk aus. Das Betriebssystem, System Version 6.0.8 bootet dabei vom internen Laufwerk, die Software für unsere Tests lädt der Mac Plus über eine weitere Diskette im externen Laufwerk. 1987 kostete dieser Mac in der Grundausstattung über 5000 Mark (2500 Euro).

Microsoft Word 3.0.1 ist auf unserem Mac Plus an seiner Leistungsgrenze. Beim Suchen/Ersetzen-Test sehen wir oft diese Meldung.
Vergrößern Microsoft Word 3.0.1 ist auf unserem Mac Plus an seiner Leistungsgrenze. Beim Suchen/Ersetzen-Test sehen wir oft diese Meldung.

Dem Mac Plus zur Seite steht ein ziemlich genau 20 Jahre alter Macintosh IIci. Dieser Rechner war seinerzeit einer der meist verkauften Computer im grafischen Gewerbe. Vor allem wegen der schnellen internen Farbgrafik und Erweiterbarkeit mit Nubus- und PDS-Karten hat er sich viele Freunde unter Layoutern und Grafikern gemacht.

Der Macintosh IIci greift auf eine Motorola-68030-CPU und einen separaten mathematischen Coprozessor (FPU) vom Typ Motorola 68882 zurück. Beide takten mit 25 Megahertz. Im Jahre 1989 war das absolutes High-End. Ab Werk kam der IIci damals mit einem Megabyte RAM, unser Testgerät ist darüber hinaus mit weiteren vier Megabyte Arbeitsspeicher ausgestattet. Ein wichtiges Detail: Der Macintosh IIci war – dank seines 32-Bit-cleanen ROMs – einer der ersten Macs der mehr als acht Megabyte RAM adressieren konnte. Die Obergrenze lag bei damals vollkommen utopischen 128 Megabyte. Die interne SCSI-Festplatte von Quantum fasst 40 Megabyte. Ein Größenvergleich: Allein Safari 4 belegt heute knapp 100 Megabyte – es würde nicht einmal auf zwei der Festplatten des Mac IIci passen. Auf der Platte installiert finden wir System 7.0.1. Der Preis dieses High-End-Mac-Systems aus dem Jahre 1989 lag in der Grundausstattung bei etwa 12 000 Mark (6000 Euro).

Auf der anderen Seite des Rings steht ein aktuelles Macbook Pro mit 15-Zoll-Bildschirm, Intel-Core-2-Duo-CPU mit 2,8 Gigahertz Taktfrequenz, vier Gigabyte RAM und 500 Gigabyte Festplattenkapazität. Installiert ist die aktuelle Version 10.5.8 von Mac-OS X Leopard. Den Mac bekommt man derzeit im Apple Store für 2100 Euro, also deutlich weniger als der Mac Plus damals bei seiner Vorstellung kostete.

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