1011489

Die iZeit: Ende einer Ära

23.01.2009 | 08:04 Uhr |

Die letzten fünf Jahre markieren die erfolgreichsten in der Geschichte Apples. Der Mac verkauft sich so gut wie nie zuvor, daneben hat sich Apple zwei neue Standbeine geschaffen. Zum Jubiläum des Macintosh scheint jedoch eine Ära zu Ende zu gehen. Das "Computer" hat Apple Inc. schon aus seinem Namen gestrichen.

2004: Durchbruch für den iPod in einem großen Mac-Jahr

Manche Alben muss man von vorne bis hinten durchhören und den Shuffle-Modus ausschalten
Vergrößern Manche Alben muss man von vorne bis hinten durchhören und den Shuffle-Modus ausschalten

Nichts weniger als die Art und Weise wie Leute Musik hören, habe man mit dem iPod revolutioniert, erzählt Apple seit etwa 2004 jedem, der das hören möchte. Die CD kann man zwar nicht für tot erklären, aber sie rieche schon ein bisschen übel, von der SACD oder der DVD-Audio gar nicht zu sprechen. Immer beliebter wird die Zufallsfunktion des iPod, bei 5.000 Songs auf der Platte kann man sich auch stets überraschen lassen, was denn als nächstes kommt. Das Album hat nicht ausgedient, aber einzelne Songs verkaufen sich im iTunes Store besser als die Gesamtwerke. Was auch den Grund hat, dass gerade auf Alben von kommerziellen Interpreten aus den Hitparaden, den Castingshows und den Klatschspalten allenfalls ein oder zwei Songs was taugen und der Rest einfach nur erbärmlich ist. Alben, bei denen sich das Hören vom ersten bis zum letzten Takt lohnt, gehen auch im iTunes Store über den Ladentresen, seit Juni 2004 auch in Deutschland, Frankreich und England. Einige Künstler und Labels verweigern sich weiter hartnäckig dem neuen Vertriebsweg, Metallica und die Red Hot Chili Peppers gaben ihre Musik nach Widerstand erst 2006 für den Download frei. Die Beatles noch gar nicht, nur die vier Pilzköpfe oder deren Erben erlauben im Laufe des Jahres 2007 den Verkauf ihrer Solo-Alben. Der iTunes Store mit seinem simplen Preismodell ist sicher nicht für jede Art von Musik geeignet, der Rapper Jay-Z verbat sich 2007 etwa, sein Konzeptalbum zum Film "American Gangster" via Download zu verkaufen, es wirke nur als Gesamtes, aber nicht in Einzelteilen. Sicher ist es irritierend, wenn der Shuffle-Modus des iPod mitten im Übergang zwischen zwei zusammengehörigen Stücken zu etwas völlig anderem springt, aber jedes neue Medium verlangt nach neuen Darstellungsformen und Aufbereitungen.

War bis Ende 2003 der iPod noch ein Spielzeug für besser verdienende Technik- und Musikfreunde, wurde er 2004 zum Massengut. Apple-CEO Steve Jobs hatte das gerade begonnene Jahr, welches auf "Das Jahr des Notebook" folgte, zu einem "großartigen Mac-Jahr" ausgerufen. Doch das "one more thing" der Keynote zur Macworld Expo wusste den Markt deutlich mehr zu begeistern als all die "großartigen Mac-Produkte" die Apple angeblich noch in der Pipeline hatte. Der größte Fehler des iPod Mini: Er war im ersten Halbjahr 2004 verdammt schwer zu bekommen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1011489