2010 im Jahresrückblick: Dezember
Dezember 2010: Der Löwe geht am Horizont auf
Ein Jahr geht schnell vorüber. Schon am 6. Januar will Apple das "Jahr des Löwen" einleiten. Während Mac-OS X 10.7 nicht vor Sommer kommen wird, startet schon einmal der App Store als Vorgeschmack auf das, was kommt. So könnte auch das neue Jahrzehnt eines für Apple werden, als CEO des vergangenen gilt Steve Jobs.
Mac App Store startet am 6. Januar
Die Erfolgsgeschichte des App Store will Apple nun auch mit einem Mac App Store fortschreiben, über den Entwickler ihre Apps für Mac-OS X anbieten können. Den Mac App Store hatte Apple als eine der zentralen Neuerungen für das kommende Mac-Betriebssystem Mac-OS X 10.7 Lion im Oktober angekündigt und seinen Start binnen 90 Tagen angekündigt. Apple schafft es sogar in etwas kürzerer Zeit und will das Angebot nun am 6. Januar 2011 in das Netz bringen. Im Mac App Store werden Mac-Anwender sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Mac-Apps finden, die laut Apple in die Kategorien Bildung, Spiele, Grafik & Design, Lifestyle, Produktivität und Dienstprogramme unterteilt sind. "Der App Store revolutionierte mobile Apps," zitiert die Presseerklärung den Apple-CEO Steve Jobs, "Wir hoffen dasselbe mit dem Mac App Store für PC-Apps zu schaffen indem wir das Finden und Kaufen von PC-Apps leicht und spaßig machen." Den Mac App Store will Apple den Nutzern von Mac-OS X 10.6 Snow Leopard am 6. Januar über die Softwareaktualisierung bereit stellen.
Wie im App Store finden Softwarekäufer Bestenlisten, bestehend aus Empfehlungen des Verkaufsteams und von Anwendern, und können Software selbst bewerten und beurteilen. Einmal gekaufte Apps kann man auf all seinen Macs verwenden, Updates stellt der Mac App Store in der bekannten Weise bereit. Dies erleichtere es, seine Software auf dem aktuellen Stand zu halten, verspricht Apple. Entwicklern bietet Apple das gleiche Geschäftsmodell wie im App Store an, 70 Prozent der Erlöse erhält der Entwickler, der Rest geht an Apple. Im Gegensatz zum App Store sind kostenlose Demos von kostenpflichtigen Apps nicht erlaubt, ebenso fehlt der In-App-Kauf.
Apple hat bereits Anfang Dezember auf seiner Webseite für Entwickler einige Regeln zum Einsenden der neuen Apps klargestellt.
Entwickler sollen für den Einsatz von Kontroll-Elementen in ihren Programmen sich an Apples Richtlinien für Benutzeroberflächen halten. Apple bietet als Teil der Mac-OS X Aqua-Oberfläche eine Reihe von Standard-Bedienungselementen mit empfehlenswerten Farben, Transparenz-Optionen und Animationen. Entwickler dürfen jedoch laut Apple auch gerne zu eigenen Kreationen greifen, solange sie die Richtlinien befolgen.
Apple weist auf der Webseite noch einmal ausdrücklich daraufhin, dass alle Programme auf das Apple-Dateisystem korrekt zugreifen sollen. Ziel ist es, dem Anwender über alle Programme hinweg eine möglichst intuitive Bedienoberfläche zu bieten und Apple will keine Apps sehen, die ihre Datenbank im Dokumente-Ordner des Anwenders ablegen oder die Library des Benutzers mit einer Vielzahl von kryptischen Dateien füllen. Sicherheitshalber stellt Apple auch diese Richtlinien für die Nutzung des Datei-Systems auf seiner Webseite für Entwickler zur Verfügung.
Mit Einführung des neuen Angebotes wird Apple auch eine etablierte Seite aus dem Netz nehmen, nämlich die mit Mac-OS X Software Downloads. Entwickler, die bisher mit ihren Programmen dort vertreten waren, müssen sich nun im Mac App Store anmelden oder sich einen neuen Distributionskanal suchen.
Schon bald soll der App Store einen alten Bekannten Apples zur Konkurrenz haben: Der Betreiber des Cydia-Stores Jay Freedman hat angekündigt, eine Alternative zum Mac App Store kurz nach dessen Start etablieren zu wollen. Cydia bietet Apps für per Jailbreak entsperrte iPhones, iPads und iPod Touch, laut Freedman kann jedes zehnte iOS-Gerät so auf das Angebot zugreifen, derzeit rund zehn Millionen Stück. Das Angebot umfasst 30.000 Titel, darunter zahlreiche Apps, die den Freigabeprozess des App Store nicht überstanden haben.
In den von Apple vorgenommenen Einschränkungen wie dem Verzicht auf In-App-Käufe und dem Verboit von Demos sieht Freedman die Chance für das alternative Mac-App-Angebot von Cydia.
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