Von Peter Müller - 06.12.2007, 00:00

24 Mac-Jahre: 1989 – Die Leichtigkeit des Seins

Es wächst zusammen, was zusammengehört. Und wenn es nicht passt, muss man sich wieder trennen. 1989 verliert Apple einen Partner, erfindet aber seine Zukunft. Obwohl Technikfreunde erst einmal viel zu (er)tragen hatten. Willkommen in der Welt der Portables!
Die Mitte der Siebziger oder davor Geborenen haben es gestern sofort gewusst: Ihren 40sten Geburtstag feierte die DDR am 7. Oktober 1989. Am 18. Oktober trat der Staatsratsvorsitzende Erich Honecker von allen Ämtern zurück, der Verfall des Staates war nicht mehr zu stoppen. Den Todesstoß verpasste das Politbüromitglied Günther Schabowski am 9. November dem Arbeiter- und Bauernstaat aber eher unabsichtlich mit einer wirren Presseerklärung. Den 41sten Republikgeburtstag hat die DDR nicht mehr erlebt…
Denkt man an Next und Apple sieht man die ein oder andere Parallele zu den historischen Ereignissen 1989ff. Hie wie da kam wieder zusammen, was zusammen gehört, auch wenn es bis zur Wiedervereinigung der Jobs-Firmen noch bis 1996 dauerte. Vom größeren Fusionspartner zum kleineren floss ein nicht unerheblicher Geldbetrag und mittlerweile hat jemand aus dem einst kleineren Teil das Sagen im Laden. Gut, hier enden die Parallelen dann doch, Steve Jobs hat das Ruder nur kurz nach seiner Rückkehr übernommen und muss weder Koalitionspartner noch Wahlen fürchten...
Wir sind im Jahr 1989 angekommen, in dem Apple Steve Jobs’ Traum von einem tragbaren Computer endlich wahr werden ließ. Streng genommen war schon der erste Mac ein Computer-To-Go, aber von der angestrebten Buchform noch weit entfernt. Und wenn wir es weiter streng nehmen, kann man auch den Mac Portable nicht als Laptop bezeichnen, es sei denn, man verfügt über Oberschenkel aus Stahl. Das Maschinchen (siehe Abbildung links) wog sieben Kilogramm, etwa dreimal so viel wie ein heutiges 15-Zoll-Macbook-Pro. Der Grund waren die Bleisäurezellen, die Apple zur Energieversorgung eingebaut hatte. Klingt nicht nur finster, wog auch schwer, garantierte dem „Mac Luggable“ aber Energie für zwölf Stunden. Wenn man heute liest, dass nach dem Update auf Mac-OS X 10.5 Leopard manche Macbooks nur noch zwei Stunden durchhalten, mag man das kaum glauben. Auf dem Markt durchgesetzt hat sich der Macintosh Portable trotz seiner echten Tastatur, des damals revolutionären Trackballs, des gestochen scharfen LC-Displays mit Aktivmatrix und der Leistungsfähigkeit des Mac SE dennoch nur zögerlich. Der Preis von fast 6.000 US-Dollar war ein nicht zu verachtendes Hindernis, dafür kriegt man heute drei Macbook Pro 15 Zoll in der Grundausstattung. Beim Preis pro Masse ist Apple also konstant geblieben. Erst ein Nachfolgemodell von 1991 kam mit Hintergrundbeleuchtung des Bildschirms daher, zuvor war der tragbare Mac nur bei direktem Lichteinfall zu gebrauchen. Gleichwohl war Apple technisch der Konkurrenz voraus, mit den 1991 eingeführten Powerbooks legte Cupertino den Grundstock, von dem das Unternehmen heute noch zehrt. Denn mittlerweile verkauft die Industrie mehr tragbare Rechner als Desktops, nicht zuletzt wegen drahtloser Kommunikationsmöglichkeiten. Wer erstmals eine WLAN-Karte in ein Consumer-Notebook einbaute, brauchen wir hier nicht extra zu erwähnen. Wir erinnern uns alle noch an Steve Jobs’ Sprung von der Bühne während der Macworld Expo 1999 in New York, das drahtlos vernetzte iBook in den Händen. In den USA hält Apple mittlerweile einen Notebookmarktanteil von knapp unter 20 Prozent, Tendenz steigend. Wenn das so weitergeht, können wir von goldenen Zeiten träumen...
Das erfolgreiche Powerbook ließ Apple 1991 auf seine Kundschaft los, bis 1993 wurden mehr als eine Million Exemplare verkauft. Obwohl der Name es nahe legt, waren in den ersten Powerbooks keine Power-PC-Chips eingebaut. Diese kamen erst 1995 in Mobilrecher, das Powerbook 5300 schädigte Apples Ruf jedoch enorm. Unter hohem Erwartungsdruck entwickelt, waren die Laptops technisch unausgereift in den Handel gekommen. Als etliche Exemplare spontan Feuer fingen, war bei Apple Feuer unterm Dach und der Mac-Hersteller kurz vor der Pleite.
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