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24 Mac-Jahre: 1990 – Plan Be

07.12.2007 | 00:00 Uhr |

Kaum zu glauben, den ersten Mac gibt es auch im siebten Jahr nach seiner Premiere noch, als Mac Plus. Im Oktober löst ihn jedoch der Mac Classic ab, kurz zuvor geht Steve Jobs’ Nachfolger als Entwicklungschef von Bord. Jean-Louis Gassée wäre aber gerne wiedergekommen.

Macwelt-Adventskalender 2007, 7. Dezember
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Time-Warner-CEO Richard Parsons tritt Ende des Jahres von seinem Posten als CEO zurück, sein Nachfolger wird der bisherige COO Jeffrey Bewkes. Obwohl Parsons seinerzeit direkt in den Merger mit AOL verhandelte, CEO war damals Gerald Levin, der Ende 2001 in den Ruhestand ging und Parsons das Ruder überließ. Immerhin löffelte er die Suppe aus, die er sich selbst eingebrockt hatte: AOL ist aus dem gemeinsamen Unternehmen getilgt.

Von roten Zahlen noch weit entfernt
Vergrößern Von roten Zahlen noch weit entfernt

Wir betreten an diesem Freitag fröhlich die 90er Jahre, die für Apple so gut begannen, ehe Mitte des Jahrzehnts die Firma beinahe Bankrott ging um zur Jahrtausendwende hin sich prächtig zu erholen. Beginnen wir mit dem Jahr 1990, dem mittlerweile siebten Mac-Jahr: Apples Gewinn nähert sich der 500-Millionen-Dollar-Grenze, bis zum Ende des Kalenderjahres sollte Apple insgesamt 4,65 Millionen Macs abgesetzt haben. John Sculley hatte ganze Arbeit geleistet, in den frühen 90ern wurde die Produktpalette aber unübersichtlich. Der noch unumstrittene CEO wollte Apple auf drei Säulen stellen und in den Märkten für Heimanwender, Unternehmen und Bildungseinrichtungen gleichermaßen vertreten sein. Gleiche Produkte sollten unter unterschiedlichen Namen auf verschiedene Marktsegmente gelangen, Apples Ausgaben für Marketing und Produktion in Folge dramatisch steigen.

Macintosh IIfx (links) und Mac LC
Vergrößern Macintosh IIfx (links) und Mac LC

Die neuen Produkte des Jahres 1990 waren noch halbwegs übersichtlich und besetzten die extremen Positionen in der Produktpalette: Während der Mac IIfx mit einem Einstiegspreis von 9.870 US-Dollar der teuerste Mac aller Zeiten ist, erfand Apple mit dem Mac LC (Low Cost) auch den Computer in der Pizzaschachtel. Wir erinnern uns an 1989: Das erste Mac Portable war noch ein klobiges Gerät, der LC hingegen setzte neue Maßstäbe für einen Desktop-Computer. Die Pizzaschachtelform zog Apple noch mehrmals für die Gestaltung eines seiner Rechner heran, etwa für die Modelle der 6100-er Reihe, oder etwas dicker für den beigen G3-Desktop und etwas länger für den Xserve.

Mac Classic
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Der wahre Low-Cost-Mac des Jahres 1990 enttäuschte jedoch: Apple legte den ersten Mac einfach neu auf, als Mac Classic. Bis in den Oktober 1990 war der originale Mac als Modell „Mac Plus“ mit seinem 3,5-Zoll-Floppy-Drive und dem bis auf 4 MB erweiterbaren Speicher auf dem Markt. Als Nachfolger kam der Mac Classic mit dem von Apple „Superdrive“ genannten 1,4-Zoll-Diskettenlaufwerk ein. Die Kundschaft empfand den mit einem 8-MHz-Prozessor ausgerüsteten Mac Classic aber als recht langsam. Das Zeitalter der All-In-Rechner neigte sich dem Ende entgegen, die geschlossenen Performa-Kisten konnten nicht mehr so recht begeistern. Erst 1998 sollte das wahre Comeback des klassischen Mac-Konzepts anstehen.

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