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24 Mac-Jahre: 1992 – System 7.1, Windows 3.1, Nextstep 3.0

09.12.2007 | 00:00 Uhr |

Schock am Abend des 6. Juni 2005, zumindest für einige Hardcore-Macianer: Steve Jobs kündigt an, Macs in Zukunft mit Intel-Prozessoren anzubieten. Das Betriebssystem für Intel-Macs stand schon bereit, genau genommen seit 1992, als sich Apple im Kampf der Betriebssysteme verhedderte.

Macwelt-Adventskalender 2007, 9. Dezember
Vergrößern Macwelt-Adventskalender 2007, 9. Dezember
John Lennon
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Colin Chapman lebt nicht mehr. Der geniale britische Ingenieur und Gründer des Formel-1-Teams Lotus starb 1982 an einem Herzinfarkt. Graham Chapman lebt auch nicht mehr. Der Monthy-Python-Schauspieler („Brian“) starb 1989 an Krebs. John Lennon lebt leider auch nicht mehr. Denn ihn erschoss am 8. Dezember 1980 ein gewisser Mark David Chapman. Wir kommen nicht umhin, jedes Jahr im Rahmen unseres Adventskalenders daran zu erinnern…

Befassen wir uns zunächst mit fröhlicheren Dingen. 1992 werden die Dänen aus dem Strandkorb heraus Fußball-Europameister, der Münchener Flughafen zieht raus aus der Stadt, Koblenz wird 200 Jahre alt und die UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung zeigt, dass sich Ökologie und Ökonomie keineswegs ausschließen. Weniger schön im Jahr 1992: Der Balkan-Krieg zwischen Serben, Kroaten und Bosniern eskaliert, die Illustrierte Quick stellt ihren Betrieb ein, der Münchener Flughafen macht sich im Erdinger Moos breit und Willy Brandt stirbt 78-jährig. Und wo war Apple 1992?

Alles in allem noch in ruhigem Fahrwasser, wenngleich das Unternehmen eine entscheidende Schlacht im Krieg gegen Microsoft verlor. Wie wir bereits in unserer Geschichte vom 5. Dezember über das Jahr 1988 erwähnt hatten, stellte die Justiz 1992 fest, dass die meisten Eigenschaften von Windows der Lizenzvereinbarung von 1985 entsprachen. Microsoft bringt im gleichen Jahr mit Windows 3.1 auch den ersten ernstzunehmenden Konkurrenten des Mac-Betriebssystems auf den Markt, die Versuche davor konnte man getrost als Übungen betrachten. Der Weg zur Dominanz war eingeschlagen, Apple konnte wenig dagegen ausrichten. Immerhin: Das 1992 auf den Markt gekommene System 7.1 beherrschte Multithreading und war technisch der Konkurrenz aus Redmond noch voraus. Das große Plus: Anstatt das Rad jedes Mal neu zu erfinden, blieb Apple mit seinem System rückwärtskompatibel. Microsoft zeigte sich in der Hinsicht weniger sentimental oder einfach nur ökonomischer ausgerichtet: Mit jedem Windows-Update sind auch noch heute Investitionen in Software und Hardware unabdingbar.

Die Einsicht, dass die Zeit des klassischen System abgelaufen und es Zeit für den Befreiungsschlag war, musste in Apples Führungsetage nach dem Windows-Urteil aber noch zwei Jahre lang reifen. Außerhalb Apples werkelten die potentiellen Apple-Retter bereits an ihren Betriebssystemen, Jean-Louis Gassée mit Be an Be OS und Steve Jobs mit Next an Nextstep.

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