981775

24 Mac-Jahre: 1993 – Der Newton führt zu Sculleys Sturz

10.12.2007 | 00:00 Uhr |

Klausner Technologies, dessen Patente einst Apple für den Newton lizenzierte, hat kürzlich gegen die iPhone-Funktion Visual Voicemail geklagt. Quer durch alle Zeiten der Apple-Historie taucht also der gescheiterte Taschencomputer immer wieder auf.

Macwelt-Adventskalender 2007, 10. Dezember
Vergrößern Macwelt-Adventskalender 2007, 10. Dezember
Willy Brandt auf dem Zwei-Mark-Stück
Vergrößern Willy Brandt auf dem Zwei-Mark-Stück

Erich Ollenhauer, SPD-Vorsitzender von 1952 bis zu seinem Tod 1963 hieß wirklich so und Kurt Funk war Herbert Wehners Kampfname im Moskauer Exil. Willy Brandt hingegen wurde als Herbert Ernst Karl Frahm geboren.

Der Newton, teilweise heute noch im Einsatz
Vergrößern Der Newton, teilweise heute noch im Einsatz

Namen sind Schall und Rauch, der Newton ist es auch. Apple, das sich als Initiator der PC-Revolution bezeichnet, darf sich mit Fug und Recht als der Erfinder des Taschencomputers feiern lassen. Den von Apple mit dem PDA (Personal Digital Assistant) geschaffenen Markt besetzten aber rasch andere Anbieter, Palm sei beispielhaft genannt. Ironie der Geschichte: Palm seinerseits hat nie so recht den Absprung vom PDA- zum Smartphonehersteller geschafft und droht in der Versenkung zu verschwinden, während Nokia als neuer Platzhirsch den Markt beherrscht. Wobei nicht auszuschließen ist, dass das Smartphone der Zukunft in den USA seit dem 29. Juni 2007 zu kaufen ist und auf den Namen „iPhone“ hört. Ein Kreis würde sich schließen…

Sculley muss im Herbst 1993 den von ihm meist erfolgreich geführten Konzern verlassen, nachdem er im Sommer schon auf Druck des Aufsichtsrates seinen Geschäftsführerposten an den gebürtigen Berliner Michael Spindler abgetreten hatte. Nach dem bisherigen Rekordgewinn von über 500 Millionen US-Dollar im Jahr zuvor stürzt Apples Überschuss 1993 auf unter 100 Millionen US-Dollar ab. Das Unternehmen schliddert in Krise, vor allem weil die Produktpalette extrem unübersichtlich geworden war. Kaum ein Kunde im Home-, Business- und Educationbereich verstand all die Typen von Performas, Quadras und Centris. Nicht von ungefähr betonte Jobs nach seiner Rückkehr die einfache Produktmatrix: Für Consumer und Profis gab es je ein Desktop- und ein mobiles Modell mit Ausstattungsvarianten, mittlerweile sind Apple einige Erweiterungen der Linie wie Mac Mini und Xserve gelungen ohne das klare Angebot zu trüben.

Der finale Stolperstein von John Sculley war aber der schon erwähnte Newton, den der von Technik wenig verstehende CEO sich als Herzensprojekt verschrieben hatte. Wie einst Jobs zu den Mac-Entwicklern stieß und sie – nicht jeden freiwillig – unter seine Fittiche nahm, erklärte Jahre später Sculley den Newton zur Chefsache, als ihn das Zwischenergebnis einer einst vom Gassée-Protegé Steve Sakoman begeisterte.

0 Kommentare zu diesem Artikel
981775