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24 Mac-Jahre: 1995 – Start Me Up! Beam Me Up!

12.12.2007 | 00:00 Uhr |

Mit Musik geht alles besser. Aber die Milliarden schwere Werbekampagne mit Unterstützung der Rolling Stones macht Windows 95 nicht besser. Dennoch hat Apple den Kampf um die Vorherrschaft bei den Betriebssystemen längst gewonnen.

Macwelt-Adventskalender 2007, 12. Dezember
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iWoz, die Autobiographie des anderen Steve.
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Nein, John Sculley ist zwar wie sein Nach-nachfolger bei Apple Gil Amelio als Venture Capitalist im Geschäft, hat aber an der Gründung von Acquicor Technology nicht beigetragen. Steve Jobs ist sein eigenes Risikokapital und scheidet damit aus. Übrig bleibt also der zweite Apple-Gründer Steve „Woz“ Woznika. Und was glauben Sie? Genau – das ist die Lösung zur Frage von gestern.

Windows oder Mac? Heute geht beides – auf einer Maschine.
Vergrößern Windows oder Mac? Heute geht beides – auf einer Maschine.

Wir sind im Jahr 1995, der zwölften Station unserer Reise durch die Mac-Geschichte angelangt – Halbzeit. Nein, im Jahr 1995 ging es längst nicht mehr darum, ob denn nun Apple mit Motorola und IBM die überlegenen Rechner baut oder man mit einer Windows-Kiste besser fährt. Der Markt hat sich für ein eindeutiges „Sowohl-als-auch“ entscheiden, Macs sind freilich schon immer die besseren Rechner gewesen, das glauben wir als Macianer. Aber Microsoft hat mit Windows auf Intel- und AMD-Maschinen den Kampf um den Weltmarkt längst gewonnen. Hört man auf das Herz, muss man sich für einen Mac entscheiden, hört man auf den Verstand, soll es eine Wintel-Kiste sein, ist die gängige Meinung unter Experten im Jahr 1985. Aber wenn das Herz nicht einmal die höheren Ausgaben für Anschaffung und Unterhalt scheut – ja, als Mac-Anwender kauft man seine Software und tauscht sie nicht auf dem Uni-Campus – dann ist es zu spät für eine rationale Entscheidung. Oder ist alles Unfug, weil Herz und Hirn gleichermaßen für den Mac sprechen? Schließlich kommt es immer darauf an, was man mit dem Rechner anstellt.

Windows stellt man seit Oktober 1995 mit dem Start-Knopf in der Task-Leiste an. Und wieder aus. Schon komisch: Um einen Windows-PC herunter zu fahren, geht man auf „Start“. Okay, Mitte der Neunziger verstehen Mac-Einsteiger nicht auf Anhieb, dass man eine Diskette auf den Papierkorb ziehen muss, um sie auszuwerfen. Unter System 7.5 blieb der Papierkorb stets ein Papierkorb, heute ändert das Symbol rechts respektive unten im Dock seine Gestalt, wenn man ein Volume anfasst, um es auszuwerfen oder einen Brennordner auf ein optisches Medium bannen will.

Windows 95 ist nicht für den, sondern mit Papierkorb.
Vergrößern Windows 95 ist nicht für den, sondern mit Papierkorb.

Den Papierkorb kennt Windows erst seit jener Version Win 95, die mit Verspätung, aber noch rechtzeitig zum Jahresendgeschäft am 24. August in die Läden kommt. Früher traute man sich das innovative Apple-Feature nicht kopieren, der Rechtsstreit geht aber 1995 zugunsten Microsofts aus. Die gesparten Lizenzgebühren investierte man in eine Milliarden schwere Werbekampagne, allein für das Recht, mit dem Song „Start me up“ der Rolling Stones den „Start“-Knopf zu feiern, zahlte Redmond 12 Millionen US-Dollar an Mick Jagger und seine Kumpels.

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