Von Peter Müller - 15.12.2007, 00:00

24 Mac-Jahre: 1998 – Hello again

Nein, Steve Jobs war nicht der Vater des Mac. Und das iMac-Projekt hatte schon Gil Amelio vor Steve Jobs Rückkehr auf den Weg gebracht. Jobs gebührt aber die Ehre, nicht nur den Ur-Mac genial vermarktet zu haben, sondern auch dessen legitimen Nachfolger, den 1998 herausgekommenen iMac.
Ende der Neunziger lieferten sich der Amerikaner Steve Fossett und der Brite Richard Branson ein spannendes Rennen um die erste Non-Stop-Weltumrundung mit dem Ballon. Gelungen war dieses Unterfangen schließlich dem Schweizer Bertrand Piccard, zusammen mit Brian Jones. Fossett, seit dem 3. September verschollen, gelang jedoch 2005 der erste Alleinflug um die Welt, nicht mit dem Ballon, sondern mit einem Spezialflugzeug. Richard Branson schließlich, Chef des Medienunternehmens Virgin, dessen Online-Musikstore gegen iTunes heuer aufgegeben hat, ist der Abenteurer aus dem „Think-Different“-Film.
Das Abenteuer Apple hat für Steve Jobs neu begonnen, erste Erfolge stellten sich rasch ein. Die im November 1997 gestarteten Power Macs G3 verkauften sich anständig, für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres konnte Apple sogar wieder ein Plus ausweisen. Dies hatte Steve Jobs am Ende seiner Keynote zur Macworld Expo San Francisco 1998 bemerkt, eingeleitet mit den mittlerweile legendären Worten: „But there’s one more thing.“ Apple mache wieder Gewinn, die am 14. Januar veröffentlichte Bilanz wies ein Plus von 47 Millionen US-Dollar aus. Die Keynote selbst am 6. Januar war eine der weniger spannenden. Kaum ein Wort zu Rhapsody, Jobs kündigte lediglich an, das System sei in der Mache und im Zeitplan. Stattdessen präsentierte der Interims-CEO Mac-OS 8.1 und Quicktime 3.0 und ließ Microsoft Office 98 für den Mac vorführen – die Vereinbarung mit Microsoft trug Früchte. Um die Jahreswende 97/98 spekulierten die Medien um eine Kooperation Apples mit Oracle, die gar über den Deal mit Microsoft hinausgehen sollte. Sogar von einem gemeinsam entwickelten Netzcomputer war die Rede. Apple hatte aber andere Pläne.
Die Details zu Rhapsody holte Steve Jobs im Mai auf der Entwicklerkonferenz WWDC nach. Anstatt einen Verkaufstermin innerhalb der nächsten Monate zu nennen, stellte Jobs aber einen vollkommen neuen Fahrplan auf: Rhapsody ist tot, es lebe Mac-OS X, nicht vor 1999. Und da war dann noch eine Sache.
Mac-OS X unterscheidet sich von Rhapsody im Wesentlichen durch die Carbon-Umgebung, die es erlaubt, alte Mac-Software in der neuen Umgebung laufen zu lassen und die neue grafische Oberfläche, die auf PDF aufsetzt. Mac-OS X lief – zumindest offiziell – auch nicht wie Rhapsody auf Intel-Prozessoren, die „Yellow Box“ oder ehemals Openstep/Nextstep wollte Apple zusätzlich für Mac-OS 9 und Windows anbieten. Dazu kam es aber nie. Im Herbst 1998 hätte Rhapsody in den Handel kommen sollen, um die Wartezeit auf Mac-OS X zu verkürzen, das nun für Ende 1999 angekündigt war. Rhapsody sollte als Serverbetriebssystem nebenher existieren und 1999 seinen Betrieb einstellen. Unter dem ursprünglichen Namen sah es aber ohnehin nie die Ladentheke, als Mac-OS X Server führte es ab 1999 aber die neuen Technologien im alten Kleid vor. Für Endverbraucher war das System nicht geeignet, Apple führte die Entwicklung des klassischen Systems fort. Die Strategie, mit Rhapsody ein System auszuliefern, das auf PPC- und x86-Prozessoren gleichermaßen laufen sollte, wich einer neuen: Mac-OS X sollte nur auf Motorolas G3-Chips laufen. Diese Ansage sollte noch sieben weitere Jahre lang gelten.
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