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24 Mac-Jahre: 2004 – Ein großartiges Mac-Jahr, für den iPod

21.12.2007 | 00:00 Uhr |

Im Januar kommt der iPod Mini, ab Juli steht der Tiger auf dem Sprung und im Herbst fällt die Schreibtischlampe. 2004 ist ein großartiges Jahr für Apple, in allerhöchste Gefahr gerät jedoch sein CEO. Es ist aber alles noch einmal gut gegangen.

Macwelt-Adventskalender 2007, 21. Dezember
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Apple Lossless klingt auf High-End-Anlagen besser als komprimierte Formate
Vergrößern Apple Lossless klingt auf High-End-Anlagen besser als komprimierte Formate

War einfach, gestern, gell? Natürlich handelt es sich bei Apples verlustfreiem Format nicht um Dolby Surround 5.1, sondern um Apple Lossless. Das Super Audio Format (SAF) gibt es nicht, allenfalls spricht man von SACD. Die Super Audio CD (SACD), eine spezielle Variante der DVD, hat sich auf dem Markt bisher nicht durchgesetzt.

Manche Alben muss man von vorne bis hinten durchhören und den Shuffle-Modus ausschalten
Vergrößern Manche Alben muss man von vorne bis hinten durchhören und den Shuffle-Modus ausschalten

Nichts weniger als die Art und Weise wie Leute Musik hören, habe man mit dem iPod revolutioniert, erzählt Apple seit etwa 2004 jedem, der das hören möchte. Die CD kann man zwar nicht für tot erklären, aber sie rieche schon ein bisschen übel, von der SACD oder der DVD-Audio gar nicht zu sprechen. Immer beliebter wird die Zufallsfunktion des iPod, bei 5.000 Songs auf der Platte kann man sich auch stets überraschen lassen, was denn als nächstes kommt. Das Album hat nicht ausgedient, aber einzelne Songs verkaufen sich im iTunes Store besser als die Gesamtwerke. Was auch den Grund hat, dass gerade auf Alben von kommerziellen Interpreten aus den Hitparaden, den Castingshows und den Klatschspalten allenfalls ein oder zwei Songs was taugen und der Rest einfach nur erbärmlich ist. Alben, bei denen sich das Hören vom ersten bis zum letzten Takt lohnt, gehen auch im iTunes Store über den Ladentresen, seit Juni 2004 auch in Deutschland, Frankreich und England. Einige Künstler und Labels verweigern sich weiter hartnäckig dem neuen Vertriebsweg, Metallica und die Red Hot Chili Peppers gaben ihre Musik nach Widerstand erst 2006 für den Download frei. Die Beatles noch gar nicht, nur die vier Pilzköpfe oder deren Erben erlauben im Laufe des Jahres 2007 den Verkauf ihrer Solo-Alben. Der iTunes Store mit seinem simplen Preismodell ist sicher nicht für jede Art von Musik geeignet, der Rapper Jay-Z verbat sich 2007 etwa, sein Konzeptalbum zum Film „American Gangster“ via Download zu verkaufen, es wirke nur als Gesamtes, aber nicht in Einzelteilen. Sicher ist es irritierend, wenn der Shuffle-Modus des iPod mitten im Übergang zwischen zwei zusammengehörigen Stücken zu etwas völlig anderem springt, aber jedes neue Medium verlangt nach neuen Darstellungsformen und Aufbereitungen.

There is one more thing!
Vergrößern There is one more thing!

War bis Ende 2003 der iPod noch ein Gut für besser verdienende Technik- und Musikfreunde, wurde er 2004 zum Massengut. Apple-CEO Steve Jobs hatte das gerade begonnene Jahr, welches auf „Das Jahr des Notebook“ folgte, zu einem „großartigen Mac-Jahr“ ausgerufen. Doch das „one more thing“ der Keynote zur Macworld Expo wusste den Markt deutlich mehr zu begeistern als all die „großartigen Mac-Produkte“ die Apple angeblich noch in der Pipeline hatte. Der größte Fehler des iPod Mini: Er war im ersten Halbjahr 2004 verdammt schwer zu bekommen.

Der Kassenknüller iPod sorgt für tiefschwarze Zahlen
Vergrößern Der Kassenknüller iPod sorgt für tiefschwarze Zahlen

In bunten Farben und mit Microdrive ausgestattet, bot der iPod Mini 4 GB an Kapazität – genug für die 1.000 Songs des Ur-iPods, jetzt eben in AAC kodiert. Ein billiges Vergnügen war der Mini dennoch nicht, mit 250 US-Dollar kostete er nur 50 US-Dollar weniger als ein iPod 3G mit 15 GB Kapazität. War es aber nun Absicht oder Zufall, dass der iPod Mini anfangs so schlecht zu bekommen war, half nur, die Begehrlichkeit nach dem schicken Player ins Unermessliche zu steigern. Statt im Februar oder März war der iPod Mini erst im Juli in Europa erhältlich, spät, aber früh genug: Zusammen mit dem iPod 4G, der nicht mehr auf die vom Scrollrad entfernten Bedienlelemente verfügte, sondern wie der iPod Mini Scrollen und Klicken auf das Click-Wheel übertrug, war der Mini der Renner der Weihnachtssaison. Von Oktober bis Dezember verkaufte Apple 4,58 Millionen iPods, mehr als sechsmla so viele wie im Vorjahr. Kein Wunder, dass der Mac-Hersteller das erste Quartal des Geschäftsjahres 2004/2005 als das beste aller Zeiten feiern konnte, mit einem Umsatz von 3,5 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 295 Millionen US-Dollar. Der Trend ging allmählich zum Zweitpod: Während der mit Festplatte im Wohnzimmer in einem Soundsystem seine Dienste leistet, gibt sich der Mini als Begleiter für Freizeit, Sport und Spiel. Dank Microdrive wesentlich unempfindlicher gegen Erschütterungen, eignet sich der iPod Mini bestens zum Sport. Und dank der Farbe, die als Statement daherkommt, auch zum Gesehenwerden.

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