Von Peter Müller - 22.12.2007, 00:00

24 Mac-Jahre: 2005 – Zeit für den Wechsel

Der Tage geht – Johnny Walker kommt. Okay, es war anders: Apple gibt im Juni 2005 den Wechsel des Prozessorlieferanten bekannt. Einige freuen sich, andere sehen den Untergang Apples gekommen, im Endeffekt ist es aber egal, welches Herz im Mac schlägt, solange das Betriebssystem Mac-OS X heißt.
6. Juni 2005. Einige Fanatiker unter den Apple-Anwendern werden diesen Tag nie vergessen. Apple wechselt den Prozessorlieferanten und wandelt sich aus der Sicht der PPC-Fundamentalisten vom außergewöhnlichen Computerhersteller zum banalen PC-Kistenschieber. Aber: „It’s the Software, stupid“. Die macht immer noch den Unterschied aus, vom 29. April 2005 bis zum 25. Oktober 2007 verkauft Apple sein Betriebssystem in Version 10.4 unter dem Codenamen Tiger. Am 23. Februar 2005 stellte Apple übrigens neue iPod Minis vor, mit mehr Speicher, aber weniger Farben. Gut, einer Farbe weniger.
Hier sind schon mittendrin in der Geschichte des Jahres 2005, die mit der traditionellen Macworld-Expo-Keynote beginnt. Seit 2003 steigt nur noch eine Macworld Expo mit Apple, ein sichtlich genesener Steve Jobs eröffnete die Hausmesse im Januar 2005 in San Francisco, ohne das kommende Jahr unter ein besonderes Motto zu stellen. „Annus horribilis!“ nennen es PPC-Dogmatiker ohnehin im Rückblick. Dabei hatte es verheißungsvoll begonnen: Der von der Szene geforderte „Headless iMac“ betrat als Mac Mini die Bühne, ein Computer nach dem Motto BYOKYM: Bring your own keyboard and mouse. Vor allem Wechselwillige, im Apple-Jargon „Switcher“ Geheißene, soll der kompakte Rechner anlocken. Einfach mal den Mac ausprobieren und die vorhandene Peripherie nutzen, ohne sich groß vor einer Fehlinvestition zu fürchten, war der Ansatz. Als Alternative zu einem iMac lohnt sich der Mini kaum, denn mit einem kompletten Paket aus Rechner, Monitor und Eingabegeräten kommt er mindestens genau so teuer. Als Zweitrechner, etwa als Mediacenter im Wohnzimmer, leistet der Mac Mini aber gute Dienste. Mit dem Mini definiert Apple erneut einen Formfaktor: Kaum größer als ein Stapel CDs inspiriert er Festplattenhersteller, ihre externen Laufwerke mit einem passenden Gehäuse zu bauen. Mac-Mini-Festplatten garantieren für Apples Kleinsten nicht nur eine Speichererweiterung – der übliche Weg des Tausches der internen Festplatte ist beim Mac Mini nur mit viel Fummelei zu gehen – sondern auch mehr Schnittstellen: Denn mit Firewire- und USB-Anschlüssen ist der Mini eher spärlich ausgestattet.
Anstatt weiter auf Firewire als High-Speed-Datenbuss für Jedermann zu setzen, räumt Apple ein, dass sich USB 2.0 beim Verbraucher durchgesetzt hat. Nicht nur neue Rechner bekommen den flotteren Bus, die Vervollständigung der iPod-Familie setzt seit 2005 ausschließlich auf USB 2.0. Der iPod Shuffle überzeugt die letzten Kritiker und zeigt sich auf das Wesentliche reduziert: Ein Player, ein Anschluss, eine Bedienfeld, sonst nichts. Recht viel mehr als 200 Titel passen ohnehin nicht auf das 1-GB-Modell, warum sollte man dann auch noch ein Display einbauen, mit dessen Hilfe man einzelne Songs besser findet? Nein, der Shuffle ist der ideale iPod für unterwegs, zum Sport braucht es kein Display, da soll man sich besser auf die Straße konzentrieren. Wer dennoch die Einfachheit des Shuffle mit dem Komfort des großen iPod verbinden will, kann seit September 2005 auf den iPod Nano setzen, der den iPod Mini ablöst. Flash-Speicher statt Microdrive, dafür glänzende Oberfläche statt eine aus eloxiertem Aluminium. Apple korrigiert den Fehler der zweiten Entscheidung binnen Jahresfrist. Seitdem hört man keine Klagen mehr über verkratzte iPod Nanos.
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