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24 Mac-Jahre: 2007 – Das Jahr des iPhone

24.12.2007 | 00:00 Uhr |

Ein Jahr geht schnell vorüber: Kaum hat Apple im Januar das iPhone vorgestellt, kommt es im Juni auch schon in den USA und im November in Europa auf den Markt. Zwischendrin renoviert Apple die iMacs und bringt Mac-OS X 10.5 Leopard heraus. Ja, is’ denn heut’ scho’ Weihnachten?

Macwelt-Adventskalender 2007, 24. Dezember
Vergrößern Macwelt-Adventskalender 2007, 24. Dezember
Haile Gebrselassie
Vergrößern Haile Gebrselassie

Ohne iPod-Unterstützung hat Haile Gebrselassie den Berlin-Marathon 2007 in neuer Weltrekordzeit gewonnen. Freilich ist der Weltrekord im Marathon stets inoffiziell, die Streckenprofile und die Rennbedingungen unterscheiden sich gewaltig. Sind die Strecken in New York und Boston etwa recht hügelig, geht es in Berlin und London eher flach dahin.

Wie schnell die Zeit vergeht: Tatsächlich, heute ist Weihnachten. Auf unserer Zeitreise durch 24 Mac-Jahre haben wir die Gegenwart erreicht. Hier werden wir aber nicht auf das Jahr 2007 zurückblicken, wir beschäftigen uns mit dem Jahr des iPhone ausführlich in einer zwölfteiligen Retrospektive, die wir heute starten und bis zum 6. Januar auf Macwelt.de laufen lassen. Wir werden sehen, es war nicht nur das Jahr des iPhone, das nach vielen Spekulationen im Januar 2007 als „Drei Geräte in Einem“ das Licht der Öffentlichkeit erblickte und seit dem 9. November auch tatsächlich in Deutschland zu haben ist. Apple brachte Mac-OS X 10.5 Leopard heraus und erneuerte heuer immer wieder seine Rechner. Dabei gab es die größten Veränderungen beim iMac. Die iPod-Familie von 2007 schließlich dürfte sich als die Begehrteste bisher erweisen, wir sind sicher, auch bei vielen von Ihnen liegt heute ein Touch, ein Classic, ein Nano oder ein Shuffle unter dem Baum. Aber weil es bis zur Bescherung noch so lang hin ist und der erste Teil unseres Jahresrückblicks erst um elf Uhr online geht, erzählen wir hier eine kleine Weihnachtsgeschichte. Die ist wirklich so passiert, ehrlich…

Weihnachten am 24. Februar

Im Institut hatten sie mich ausgelacht, dass ich heuer Weihnachten schon am 24. Februar feiern wollte. Für mich sollte es aber ein nachgeholtes Weihnachten werden, denn am 24. Dezember war ich noch mit meinen Messungen beschäftigt. Statt an den Feiertagen von einem Truthahnessen zum nächsten Eierpunschtrinken zu torkeln, beschäftigte ich mich mit der Auswertung der Daten. Ich hatte sieben Wochen später die Veröffentlichung, die von jedem Postdoc hier in Berkeley im ersten Jahr erwartet wurde, gerade noch vor dem geforderten Termin fertig bekommen. Erleichtert lud ich die Kollegen zu einem weihnachtlichen Umtrunk im Februar ein, der 24ste schien mir geeignet, eben genau zwei Monate nach dem Heiligen Abend. Manche Kalifornier haben ihr Haus das ganze Jahr über weihnachtlich geschmückt, warum sollte ich das Fest also nicht im Februar nachholen? Einen Winter, wie ich ihn aus meiner alpenländischen Heimat kenne, gibt es in Kalifornien ohnehin nicht. Schlittenfahrten durch den Schnee, Eislaufen und sich die Hände danach an Glühwein wärmen kann man vergessen, es sei denn, man packt eine braune Tüte um den Becher. In Amerika ist alles anders.

Der Frühling war 1995 recht früh rund um San Francisco ausgebrochen, meine Kollegen kamen mit jedem Grad mehr auf dem Thermometer weniger in Weihnachtsstimmung und reagierten zunehmend genervt auf meine Einladngserinnerungen. Vom Plan rückte ich kein Jota ab: Stollen, Plätzchen, Punsch und Kerzen mussten sein, dazu ein stilechter Weihnachtsmann. Für die verspätete Weihnachtsparty hatte ich nach Mühen noch einen Santa Claus bestellen können, ich musste fast bis nach Oakland heruntertelefonieren, um eine Firma ausfindig zu machen, die am Freitagabend einen Nikolaus-Darsteller schicken konnte.

Der Santa Claus kam mit etwas Verspätung an, der Eastshore Freeway, die berüchtigte 580, sei seit Emeryville dicht gewesen, entschuldigte er sich. Egal, meinte ich, wir beiden seien eh die einzigen hier auf der Party. Die Kollegen hatten sich entschuldigt oder ohne Abmeldung empfohlen und genossen nun entweder den Vorfrühlingsabend auf den Veranden ihrer Häuser oder hingen noch in den Labors rum. Mein Kollege Dave war kurz hereingeschneit und jammerte, dass er ein Problem mit seinem Rechner lösen müsste, er würde aber gerne noch auf eine Tasse Punsch nachkommen. Santa zeigte Verständnis dafür, vergeblich gekommen zu sein, es sei ja auch eine seltsame Idee, im Vorfrühling das Christfest zu feiern. Er könne gerne vorzeitig gehen, wenn ihm danach sei, bot ich ihm an, als Dave für eine Minute sein Versprechen einlöste, einen Becher Punsch herunterstürzte, an einem Spekulatius herumkaute und dabei vor sich hingrummelte, dass das Institut hätte bei den Macs bleiben und nicht diese dämlichen Windows-Kisten anschaffen sollen – schon war er wieder weg. Der Weihnachtsmanndarsteller nickte verständnisvoll, wie es einem Santa Claus angemessen ist, und nahm sich eine weitere Tasse Früchtepunsch. Er wolle noch ein wenig bleiben, wenn er dürfe, zu Hause erwarte ihn ein Horror, der schlimmer wäre als der meines wieder von dannen gehetzten Kollegen. Warum das denn, fragte ich mehr aus Höflichkeit. Nun, er werde heute 40, Familie, Firma und Freunde wollten ihn kräftig feiern, er fürchte sich aber ein wenig vor dem Anlass und nutze jede Gelegenheit für Überstunden. Reiner Zufall, dass er vor wenigen Tagen meinen Anruf entgegen genommen habe, verriet er mir. Meine Geschichte fand er ulkig und entschloss sich, die Gelegenheit zu nutzen und sich einen Spaß zu machen in den letzten zwei Stunden vor seinem Empfang. Die Firma, in der ich ihn erreichte, sei gar kein Weihnachtsmannservice, ich müsse mich wohl verwählt haben.

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