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Die Computermaus wird 40

09.12.2008 | 10:15 Uhr |

Viele denken Apple oder Xerox hätten die Maus erfunden. In Wirklichkeit geschah dies schon 15 Jahre früher. Vor 40 Jahren zeigte der Wissenschaftler Douglas Engelbart einen Holzkasten mit Rädern, der einen Computer steuerte.

Computermaus
Vergrößern Computermaus

Apples Lisa von 1983 gilt als der erste Computer mit grafischer Oberfläche und Maus. Apple hatte das komfortable Eingabegerät jedoch nicht erfunden. Apple hatte sich die Idee bei Xerox abgeschaut, die in ihrem Entwicklungslabor Xerox Parc (Palo Alto Research Center) nach neuen Ideen forschten. Aber auch her liegt nicht die wahre Wiege der Computermaus. Der Vater des beliebten Eingabegerätes ist Douglas Engelbart. Bereits 1968 hatte der Forscher ein Gerät vorgestellt, mit dem man Computer intuitiv bedienen konnte.

Engelbart gilt als Pionier der Erforschung der Mensch-Maschine-Interaktion. Ergebnisse dieser Arbeit zeigte er geladenen Gästen am 08. Dezember 1968 bei einer Präsentation an der Stanford University in Menlo Park, Kalifornien, seinem Arbeitgeber. Erfunden hatte Engelbart das Prinzip des neuartigen Gerätes bereits 1964. Er wollte eine Alternative zu den damals vorhandenen Joysticks und Lightpens, die zu diesem Zeitpunkt Stand der Technik waren. Mit Geldern der Raumfahrtbehörde NASA entwickelte er 1966 die ersten Prototypen. Die erste Maus war ein primitiver Holzkasten. Jeweils ein längs und quer eingebautes Rad hatte Kontakt zur Oberfläche der Unterlage und tastete so die Bewegung ab.

Die schwebende Maus

Douglas Engelbart mit dem ersten Prototypen (rechts) und einem Nachfolger davon (Bilder: Stanford)
Vergrößern Douglas Engelbart mit dem ersten Prototypen (rechts) und einem Nachfolger davon (Bilder: Stanford)

Im Rahmen dieser Forschung entwickelte Engelbart zudem eine Art Kniesteuerung für Computer. In einem Interview Jahre später erzählt Douglas Engelbart, dass die NASA mit der Maus als Lösung nicht sonderlich zufrieden gewesen sei: "Nun, sie hat das Problem, dass sie in der Schwerelosigkeit wegfliegt", so der Erfinder. Die Maus selbst sei durch Analysen der Charakteristika anderer Eingabegeräte entstanden, so der Forscher, der später am ARPANET, dem Vorläufer des Internets, mitarbeitete.

Gebaut wurde der erste Mausprototyp von einem anderen Forscher aus Engelbarts Team: Bill English. Er schuf den Holzkasten, der heute der Urahn von Mighty Mouse und Co. ist. Wenn man diese Maus bewegte und dann anhob, dann bewegte sich der Cursor auf dem Bildschirm weiter, da sich das Sensorrad noch drehte. Wie man auf den Namen Maus gekommen sei, weiß Engelbart heute nicht mehr genau: "Es sah aus wie eine Maus mit Schwanz, also nannten wir sie im Labor so."

Apple kauft die Rechte an der Maus

Geld hat Engelbart mit seiner Erfindung nie verdient. Obwohl sein Arbeitgeber, das Stanford Research Institute, die Erfindung patentierte floss kein Geld an den Erfinder selbst: "Ich habe später gehört, dass das RSI das Patent an Apple lizensiert hat. Für 40.000 Dollar", so der Erfinder. Engelbart ist heute 83 und forscht noch immer.

Auf der Homepage der Stanford University kann man sich noch heute das Video von der damaligen Präsentation ansehen.

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