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5. Dezember: iMac Bondi Blue

05.12.2013 | 00:01 Uhr |

Er kam, sah super aus und siegte – und zwar nicht nur bei Apple. Mit dem iMac Bondi Blue landete Steve Jobs 1998 den ersten Geniestreich nach seiner Rückkehr zu Apple.

Und dieser Rechner war Apples zweiter echter „personal computer“. Nach dem Mac Plus, der als erster Computer ein menschliches Gesicht hatte, versuchte Apple zwar immer wieder, eigene Produkte für Privatanwender und Familien zu entwickeln, doch die so vermarkteten Performa- und LC-Modelle hatten den Charme einer Pappschachtel und blieben allenfalls geduldete Arbeitsmittel.
Das änderte sich mit dem bondi-blauen iMac. Das runde Design, die fröhliche Farbe, das freundliche Gesicht, mit dem der „Knubbel-Mac“ in die Welt blickte, öffnete ihm nicht nur Büros und Studios, sondern auch zahllose Kinder-, Wohn- und Jugendzimmer. Auch in unserer vollgestopften Wohnung durfte der hellblaue iMac G3 samt blau umrandeter Tastatur und der von vielen gehassten, von mir aber bis heute geliebten runden „Puck-Maus“ einziehen. Nach wenigen Wochen war er vorne mit zahlreichen Sailor-Moon- und Pokemon-Stickern beklebt, nach einem Jahr machte das CD-Laufwerk schlapp. Ende der 90er Jahre war die Hochzeit der Multimedia-CDs mit Spielen, Lernprogrammen und Wissensdatenbanken. Von Pajama Sam über zahllose Disney-Abenteuer bis zu Steins Kulturfahrplan oder Silver – alles wurde damals per CD auf den Mac gebracht, denn über das ebenfalls blaue Modem hätte ein Download nicht nur Tage gedauert, sondern auch ein Vermögen gekostet. Flatrates hatten damals nur Firmen!

Antwort vom 4. Dezember


Man muss nicht auf der Cebit 1990 vor Ort gewesen sein, um auf die richtige Lösung NeXT Station zu kommen, denn den famosen NeXT Cube hatte Steve Jobs neue Firma zwei Jahre zuvor herausgebracht. Auf beiden lief das Betriebssystem NeXT Step, das später Openstep hieß und nach der Übernahme durch Apple in Mac-OS X aufging. Jobs’ NeXT-Abenteuer wäre fast eine eigene Geschichte über legendäre Flops wert. Doch während NeXT schlussendlich als Hardwarehersteller scheiterte, lebt die Software des Unternehmens in den Macs, iPhones und iPads von heute weiter.


Wem Apple seinen neuen iMac verkaufen wollte, machte auch eine Reihe von TV-Spots klar: Die Werbung zeigte, wie schnell der iMac ausgepackt und angeschlossen sei (There is no step 3!), sogar einen Siebenjährigen samt Hund schickte Apple als Testimonial für die neue „Ease of Use“-Erfahrung ins Rennen.
Unter der blauen Schale des iMac steckten jedoch einige revolutionäre Neuheiten, und so schrieben Sebastian Hirsch und Walter Mehl staunend in die Macwelt 7/98:
„Im iMac stecken auf den ersten Blick einige widersprüchliche Entwicklungen: Statt serieller Schnittstellen, SCSI und ADB-Tastaturanschluß gibt es den Universal Serial Bus (USB). Das Diskettenlaufwerk fehlt ganz, im Inneren werkeln nur ein CD-ROM-Laufwerk und eine Festplatte, beide wie in einem PC über zwei IDE-Leitungen mit der Hauptplatine verbunden. Der Arbeitsspeicher lässt sich erweitern, doch für die PCI-Erweiterungskarten ist im futuristischen Gehäuse kein Platz. Wer sich ins Innere vorarbeitet, wird vergeblich einen Baustein suchen. Der iMac ist der erste Apple-Rechner seit dem Ur-Macintosh, der ohne Mac-OS-ROM-Chip auskommen muss.“
Schnittstellen waren 1998 sowieso noch ein weites Feld. Als das Slot-in-Laufwerk in unserem iMac aufgab, investierten wir damals mehrere 100 Mark in ein externes CD-ROM-Laufwerk von Sony. Es war zwar schnell mit nichts mehr kompatibel, aber das beige Gehäuse hatte so neckische blaue Plastikaufstecker, die ein „designed for the new iMac“ rechtfertigten.
Dass Apple parallel zum neuen iMac ein neues Mac-Betriebssystem mit Unix-Kern ankündigte, ging damals in der öffentlichen Wahrnehmung etwas unter. Der blaue iMac beflügelte die Abverkäufe, löste mit seinen bunten Nachfolgern eine Flut bondi-blauer bis bunter Peripheriegeräte, Staubsauger, Kaffeemaschinen und Accessoires aus und legte den Grundstein für den Mythos Steve Jobs.

Zwei Ikonen auf einem Bild. Das iMac-Projekt war zwar schon vor Jobs’ Rückkehr angestoßen, doch gab Jobs wesentliche Impulse und überließ einem jungen Briten das Design: Johnny Ive
Vergrößern Zwei Ikonen auf einem Bild. Das iMac-Projekt war zwar schon vor Jobs’ Rückkehr angestoßen, doch gab Jobs wesentliche Impulse und überließ einem jungen Briten das Design: Johnny Ive
© Apple

Die Frage:
 
Step 1 – plug-in. Step 2 – get connected. Step 3 – There’s no Step 3! Welcher Schauspieler sprach in Apples iMac-Werbespots und zeigte in manchen auch sein Gesicht?
 
a.     Jeff Goldblum
b.     Bill Pullman
c.     Will Smith
 
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