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6. Dezember: Ping, ganz ohne Pong

06.12.2013 | 00:07 Uhr |

Apple versucht es mit einem sozialen Netz, um seine mit iTunes generierten Musik-Umsätze weiter zu steigern. Der Plan ging so nicht auf.

iTunes goes social: Ping stellte Apple zusammen mit iTunes 10 am 1. September 2010 und neuen iPod auf einem Special Event vor. Gedacht war die Neuerung als ein soziales Musikforum für Fans und Musiker. Letztere konnten neben Titeln und Alben im iTunes Store exklusive Inhalte im Netzwerk teilen. Als Fan konnte man einem Künstler folgen und den anderen Teilnehmern Musikstücke empfehlen.
Gleich nach seinem Start sah es so aus, als ob der Facebook-Twitter-iTunes-Mischling von Apple ein Erfolg werden könnte: Nach nur 48 Stunden hatte sich dort eine Million Nutzer angemeldet.

Antwort vom 5. Dezember

Begeistert über den fehlenden dritten Schritt auf dem Weg ins Internet war in Apples Werbespot Jeff Goldblum. Auch in den Commercials „ UnPC “ und „ No Beige “ ist Goldblum zu hören und zu sehen, später auch im ersten iPod-Werbespot . Die beiden anderen Kandidaten von gestern spielten mit Goldblum zusammen in „Independence Day“, in dem auch ein Powerbook seinen großen Auftritt hat...

Im Dezember 2010 wurde exklusiv auf Ping ein Song des verstorbenen King of Pop Michael Jackson veröffentlicht. Doch Apple gelang es nicht, Facebook mit ins Boot zu holen und integrierte stattdessen den Kurznachrichtendienst Twitter. Ping-User konnten ihren Account mit dem bei Twitter verknüpfen und so den Followern ihre Aktivitäten im iTunes Store präsentieren. Über Twitter konnte man auch neue "Freunde" für Ping finden. Wer auf der Twitter-Seite einen Ping-Link anklickte, landete im Apple Store – so wie Apple es wohl schon bei einer geplanten Facebook-Integration vorgesehen hatte.
 

 
Wenig hilfreich sind auch die strengen Regeln, die Apple Künstlern auferlegt, die sich in Ping präsentieren wollen. So gilt der Grundsatz, dass Musiker keinen Link zu ihrer Homepage im Interpretenprofil veröffentlichen sollen. Links sind nur im Event-Feed erlaubt. Auch Links zu anderen Inhalteanbietern als iTunes sind unerwünscht. Zudem sollen Musiker Alben nicht mehrfach als "gefällt mir" markieren und auch nicht nur eigene Musik empfehlen. Werbung per Ping ist ebenfalls nicht erlaubt. Dies ist zwar in Apples Interesse, führt aber dazu, dass der iTunes-Kosmos sich nur um sich selbst dreht und die Fans so bei Ping nicht erfahren können, wofür sich ihr Star sonst noch interessiert oder engagiert.
 
Für kurzen Aufruhr sorgt noch die Nachricht, dass Facebook die Ping-Statusmeldungen in den Nutzerprofilen blockiert. Als Grund wurden die hohen Server-Lasten durch die häufigen Ping-Abfragen. Wahrscheinlicher ist aber, dass Facebook früh genug einen Konkurrenten erkannt hatte und nicht als kostenlose Marketingplattform für iTunes dienen wollte. Danach wurde es verdächtig still um Apples soziales Musiknetzwerk. Mit jedem Update auf das neue Betriebssystem kamen mehr Schnittstellen zu Twitter und Facebook. Auf der Konferenz D10 im Mai 2012 räumt Tim Cook ein, dass Apple sich demnächst mehr auf die Zusammenarbeit mit den großen sozialen Plattformen konzentriere und nicht weiter am eigenen Netzwerk basteln werde. Im September desselben Jahres zog Apple den Stecker.
Heute versucht Apple mit dem Streamingdienst iTunes Radio seinen Nutzern Musik nahe zu bringen, die sei noch nicht kennen – und womöglich kaufen wollen. Das Geschäft lohnt sich in jedem Fall: Apples Bereich „iTunes, Software and Services“ wächst kontinuierlich, ohne saisonale Schwankungen.
 
 
Die Frage:
 
Wie hoch war der Umsatz des Bereichs iTunes, Software and Services laut Apples letzter Bilanz im vierten Quartal 2012/2013?
 
a.     2,74 Mrd. US-Dollar
b.     3,50 Mrd. US-Dollar
c.     4,26 Mrd. US-Dollar
 
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