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ADAC: Viele Autos können per Funk geknackt werden

18.03.2016 | 09:26 Uhr |

Mit Hardware im Wert von wenigen hundert Euro lassen sich Keyless-Entry-Systeme aktueller Fahrzeuge überlisten.

Der ADAC hat 24 Fahrzeuge mit Keyless-Entry-Systemen auf Sicherheitslücken untersucht. Das System zum Öffnen der Autotüren ohne Schlüssel sorgt zwar beim Kunden für mehr Komfort, lässt sich aber auch von Kriminellen ausnutzen . Laut Automobilclub sind dafür nur Geräte für wenige hundert Euro nötig. Betroffen sind auch namhafte Hersteller wie Volkswagen, Opel, Renault, Audi, BMW und Ford.

Die Entriegelung des Fahrzeugs, sobald sich der Schlüssel in der Nähe des Autos befindet, wird von vielen Herstellern schon angeboten. Der Motor kann bei vielen Modellen dann einfach per Knopfdruck gestartet werden. Die Kommunikation mit dem Fahrzeug erfolgt auf den Frequenzen 125 kHz und 433 MHz. Diese direkte Funkverbindung kann jedoch überbrückt werden. Diese Angriffsform ist schon seit einigen Jahren bekannt. Dabei wird die Funkstrecke zwischen Schlüssel und Auto durch zwei zusätzliche Geräte verlängert. Dadurch lässt sich die Reichweite der Schlüssel deutlich vergrößern. Das Auto wird durch diesen Angriff geöffnet, obwohl der Schlüssel weit entfernt ist – beispielsweise am Schlüsselbrett hinter der Wohnungstür.

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Die im Internet hierfür angebotene Hardware kostet teilweise über 10.000 Euro. Dem ADAC gelang das Verlängern der Funkstrecke jedoch auch mit Gerätschaften für wenige hundert Euro. Dazu wurde selbst gebastelte Hardware verwendet, die das 2,4-GHz-Netz nutzt. Die Entfernung zum Schlüssel durfte dennoch großzügige zwei Meter betragen. Somit könnte der Angriff auch im Cafe vom Nachbartisch aus erfolgen.

Laut ADAC wird diese Angriffsform schon von Autodieben benutzt. Konkret geglückt sind dem Automobilclub Knackversuche bei Modellen von Audi, BMW, Citroen, Ford, Honda, Hyundai, Kia, Lexus, RangeRover, Renault, Mazda, Mini, Mitsubishi, Nissan, Open, SsangYong, Subaru, Toyota und VW. Andere Hersteller könnten jedoch ebenfalls angreifbar sein. Der ADAC fordert Hersteller daher dazu auf, die Fahrzeugelektronik nachträglich abzusichern. Autobesitzer sollten bis dahin ihren Schlüssel noch besser im Auge behalten.

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